Nachgesandt

  • Liebe Freunde,


    hier ein Brief von 1863 aus Breslau, mit 2 Sgr. (1 Sgr. GSU + 1 Sgr. Wappenausgabe) frankiert nach Zeippan bei Bahnhof Hansdorf (Preußisch Schlesien, RB Liegnitz).
    Dort wurde der Brief am Folgetag zugestellt, der Adressat weilte jedoch nicht mehr im Ort. Daher wurde der Brief mit neuer Adresse sowie dem Vermerk Nachgesandt nach Görlitz versehen und mit 1 Sgr. nachfrankiert und am selben Tag wieder an der Post aufgegeben. Am Folgetag erfolgte die, hoffentlich erfolgreiche, Zustellung in Görlitz.



    Anscheinend war der Brief in Zeippan eröffnet worden. Neben dem kleinen ursprünglichen sind 2 weitere, identische Siegel zu sehen, von denen eins auf das kleine übergeht.


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    das ist schon ein kleiner Glücksfall für uns Sammler - ausgeliefert, geöffnet, wieder verschlossen, nachfrankiert ... tja, viel mehr geht nicht, oder? :thumbsup:


    Der hat ein "Gesicht" von vorn und hinten - da braucht es keinen 2. auf der Seite (dieser Satz gilt nur für Aussteller). :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • liebe Sammlerfreunde,

    ich stelle hier einen Portobrief vor, der am 23.4.1854 von Montmorency nach Berlin gesandt wurde. Das Porto ist in Blau mit 5 1/2 vermerkt. Am 25.4. kam er in Berlin an.

    Hier wurde die Straße und der Ort berlin in Blau gestrichen und Nauen danebengesetzt. In schwarz liest man rechts unten "verte" und wenn man den Brief rumdreht steht dort: "Auf Verlangen nach Nauen bei Berlin bei Kochius? zu senden.

    Vorderseitig links unten in Schwarz kann ich nur lesen: "französische aus Paris", der Rest idt für mich unlesbar.

    In Berlin wurde am 25.4. der Entlastet-Stempel aufgesetzt und der Brief weitegeleitet. Der Ausgabestempel von Nauen stammt vom 26.4.

    1. Kann jemand den Rest links unten lesen

    2. wie ergibt sich das Porto

    3. Wer kann mir mal die Anwendung und Funktion des Entlastet-Stempel erläutern?

    4. Vorne rechts oben befindet sich ein schwacher Kreisstempel E. Kennt den jemand?



    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,

    1) wenn Du den Scan mal vom Kopf auf die Füße stellst, wird es leichter. ;)

    2) 2 1/2 Sgr. für Frankreich (incl. belgischer Transit) + 3 Sgr. für Preußen = 5 1/2 Sgr.

    3) in der Briefkarte stand, dass das Postamt in Berlin diese 5 1/2 Sgr. vom Empfänger erhält. Da der Brief nicht in Berlin zugestellt werden konnte, entfiel diese Einnahme und musste deshalb in den Unterlagen umgebucht werden. Die Briefkarten (für die eingehende Post und die abgehende Post mit dem weiterzuleitenden Brief) waren entsprechend zu korrigieren, zur Dokumentation dieser Buchungsvorgänge hatten größere Städte diese "Entlastet"-Stempel.

    4) das könnte ein französischer Briefkastenstempel sein.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Erwin,


    das ist vielleicht eine Sauklaue. Ich lese:

    verschiedenfarbige

    französische aus Paris

    Lausanne und Berlin.

    Was meinen andere Leser?


    liebe Grüße

    Dieter

  • Lieber Erwin,


    ich lese das genau so wie Dieter.


    Liebe Grüße aus Frankfurt

    Heribert, der jetzt ganz offiziell zu den alten Männern zählt!

    Man hat mich aufgefordert und geimpft.

  • Lieber Heribert,

    ich werd zwar jetzt am Samstag 72, aber wegen einer Impfung hat man mich noch vertröstet.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Freunde,


    ich lese: "Verschiedene Gränzen. Französische aus Paris, Lausanne und Berlin".


    So, jetzt dürft ihr knobeln ... Toller Brief, anyway. :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,

    ich nehme mal an, dass diese Handschrift nicht postalisch war, sondern, dass der Empfänger sich hier eine Notiz notiert hat. Dann würde vielleicht Sinn machen:

    Verschiedene Kränze

    Was meint ihr?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Freunde,


    ein Brief von 1860 aus dem schlesischen Guhrau an Seine Hochwohlgeboren Herrn Premier Lieutnant Fiedler in der Schlesischen Artillerie Brigade No. 6 in Neisse.
    Der Adressat war aber nicht mehr dort, rückseitig wurde notiert Herr ??? befindet sich in Glatz Neisse 22/11 60 Unterschrift Briefträger

    Der Zielort wurde gestrichen und Glatz notiert. Dort gelang anscheinend die Zustellung.

    Die Entfernung Guhrau - Neisse lag gerade noch unter 20 Meilen, so dass hierfür die 2 Sgr. der Ganzsache (U12A) reichten. Für die Weitersenung ins wenige Meilen entfernte Glatz wurde 1 Sgr. Porto notiert.



    Etwas irritierend finde ich die notierten/gestempelten Daten:
    20.11. Aufgabe in Glatz

    21.11. erster Ausgabestempel rückseitig (Neisse)

    22.11. Notiz des Briefträgers rückseitig

    23.11. zweiter Ausgabestempel (Glatz)

    24.11. Datum vor dem neuen Zielort - dies müsste dann später, vom Empfänger ?, notiert worden sein?
    Oder hat jemand eine andere Erklärung?


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Etwas irritierend finde ich die notierten/gestempelten Daten:
    20.11. Aufgabe in Glatz

    21.11. erster Ausgabestempel rückseitig (Neisse)

    22.11. Notiz des Briefträgers rückseitig

    23.11. zweiter Ausgabestempel (Glatz)

    24.11. Datum vor dem neuen Zielort - dies müsste dann später, vom Empfänger ?, notiert worden sein?
    Oder hat jemand eine andere Erklärung?

    Lieber Michael,


    statt des Namens steht in der Briefträgernotiz "Adreßat".


    Das handschriftliche Datum "24.11." könnte von dem mit der Postannahme und -verteilung beauftragten Soldaten der Artillerie-Brigade stammen.


    Für den Herrn Leutnant war ja keine Privat-Adresse, sondern nur die Einheit angegeben, über die folglich auch die Postzustellung laufen mußte. Das macht ein Verteilungsdatum am Tage nach der Ausgabe in den Bestellgang nachvollziehbar.


    Liebe Grüße

    Jürgen

  • Lieber Jürgen,


    danke für den Adressaten.

    Ein Verteildatum in der Einheit ist sehr plausibel, ich war durch die gleichfarbige Tinte mit der das Datum und der Ort notiert wurden, irritiert.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte