Ungarn: Philatelistische und postgeschichtliche Literatur

  • Auch wenn es nicht zu meinem Sammelgebiet gehört und auch der ungarischen Sprache nicht mächtig bin, interessiert es mich doch, welche philatelistische und postgeschichtliche Literatur in Händen der Sammler ist und welche es sonst noch von Ungarn gegeben hat. Beitragen kann ich ein postgeschichtliches Werk, welches der Vorbesitzer mit "Taxierungs- und Instradierungsbehelf" übersetzt hat. Bei der Übersetzung aus dem ungarischen bin ich auch auf die Hilfe des google-Übersetzungsprogramms angewiesen. Danach handelt es sich um ein Entfernungsmesser, ähnlich dem im Deutschen Reich bekannten Paketzonenbuch, nur mit viel mehr Informationen, sei es Eisenbahnlinien, mobile Postämter usw., sowie der Pakettarife. Herausgegeben wurde es in 1902. Mir dient es als Ortsverzeichnis von Ungarn.

  • Hallo Postarchiv,


    Die Übersetzung Deines Titels ist korrekt. Ich habe eine Ausgabe auch dem Jahre 1896:



    Für alle interessierten habe ich eine kleine Liste der Literatur, die mir relevant erschien unter http://arge-ungarn.de/Literatur.html zusammengestellt. Die meisten Werke besitze ich selbst, so daß ich auch gerne die eine oder andere Frage beantworten kann.
    Da ich auch kein ungarisch beherrsche (außer den postalischen Begriffen :) :) ) ist es bei den Primärquellen etwas schwieriger, vor allem ab 1888. Ab diesem Zeitpunkt sind Amtsblätter nur noch auf ungarisch veröffentlicht worden :cursing: .


    Für die Zeit vor 1867 sind natürlich alle Quellen "österreichisch" und auch danach waren z. B. die meisten Auslandstarife identisch. Aber es gibt durchaus noch Bedarf bestehenden Literaturlücken zu schließen, meines Wissens fehlt z. B. eine komplette Aufstellung der Auslandstarife ab 1867 inkl der Änderungen. Ich versuche mich gerade an dieser Aufgabe aber mir fehlen ein paar Portotarife, deshalb meine Frage gestern an alle Forumsmitglieder ([url]http://altpostgeschichte.com/index.php?page=Thread&postID=75194#post75194)[/url]


    Und so sehen, dann meine Verordungen aus:



    Es gibt aber auch Überraschungen:



    Warum 1913 in New York dieses Werk veröffentlicht wurde ist mir immer noch ein Rätsel.


    Schöne Grüß aus Frankreich

  • Hallo,


    es ist nicht so erstaunlich, daß ein Werk über europäische Themen in den USA erschien. Ich habe ein Werk über Fälschungen der ersten beiden Ausgaben des Kirchenstaates, das an einer amerikanischen Universität erschienen ist.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    eine Ausarbeitung über ein philatelistisches oder postgeschichtliches Thema im Rahmen einer Universiätsarbeit leuchtet mir noch ein, aber bei dem gezeigten Buch handelte es sich um einen Anhang zu einem Postal Guide, also um einen "Gebrauchsgegenstand"


    Gruß


    Martin

  • Warum 1913 in New York dieses Werk veröffentlicht wurde ist mir immer noch ein Rätsel.


    Schöne Grüß aus Frankreich


    Amtliche Ortsverzeichnisse waren und sind im Postverkehr unverzichtbar. Vor allem im geschäftlichen Bereich mit erhöhtem Postaufkommen in das Ausland, aber auch bei den Postverwaltungen, um unnötige Rückläufe zu vermeiden. Die Ortsverzeichnisse wurden für das eigene Postgebiet, aber auch für andere Staaten von der Reichsdruckerei erstellt. Als Beispiel liegt mir ein "Verzeichnis der Postorte außerhalb Deutschlands" aus dem Jahr 1889 von der Reichsdruckerei vor. Es enhält die Namen aller Postorte ausserhalb Deutschlands, sowie die Namen der wichtigeren Verkehrsorte in denjenigen Ländern, welche ein staatlich geordnetes Postwesen nicht besitzen. Die Aufstellung des Verzeichnisses ist laut Vorbemerkungen im Allgemeinen nach den neuesten amtlichen Postanstalten-Verzeichnissen der einzelnen Länder erfolgt.


    Das gleiche kann ich mir auch von den Vereinigten Staaten vorstellen. Bei umfangreichen geschäftlichen Beziehungen mit einem Land oder bei verstärkter Einwanderung und dadurch erhöhtem Postaufkommen, wie Filigrana aufzeigt, ist auch die Auflegung eines Ortsverzeichnisses von einem einzelnen Land denkbar. Allerdings rechne ich den Benutzerkreis des Buches eher den Firmen und den Postämtern zu.

    Wo nichts mehr zu enträtseln bleibt, hört unser Anteil auf.


    Ernst Freiherr von Feuchtersleben

  • Hallo Martin,
    Dein Vorgehen verstehe ich nicht ganz, vielleicht schreibst du hier mehr darüber?


    Alle PV mit Ausland vor 1867 blieben bestehen.
    Der Postvertrag zwischen Ö und U/1868, würde von die Seite Ö gekündigt, neue seit 30.6.1888. Mindestens bis diese Zeit sind die Auslandsposttarife identisch.
    NB: Wie du sicher weist war die Amtssprache/ April 1848 schon mal Ungarisch, und genauso erfolgte auch Übernahme Ungarns von Österreichische Post. Man hat sogar in August 1848 Briefmarken Herstellung Vorbereitet..hatte alles nicht lange Dauer..
    https://www.google.de/url?sa=t…2IDGa9lA3QQ8ve1dU1ilzz2KA
    1888 hat sich die Ungarische Post von Österreichische noch mehr selbständig gemacht - die Amtsblätter auf Ungarisch.

    Manfred,
    vielleicht sind interessant für dich diese Beispiele wie sich die U Post entwickelte nach die Unterdrückung und Vorschriften von Seite Ö nach die Trennung:
    In J 1867/Entstehung von U Post, gab es in damaligen Ungarn 941 PA. In J 1873 waren es 1926 + 10 Bahnpost.
    Die Übernahme erfolgte mit – 200 000 Gulden Schulden, Gewinn von dem J 1869 war 150 000 f, 1879 über 1 Million f..
    Bei Briefpost würden 24 Mio St in J 1868 versendet, in J 1873 waren es 51 Mio, 1886 144 Mio.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Adriana,


    ja, diese Informationen könnten interessant sein, sollten aber in einem eigenen Thema behandelt werden. Unter dem von mir gewählten Thema "Philatelistische und postgeschichtliche Literatur" würde sie keiner Vermuten. Eröffne doch bitte ein anderes Thema z.B. "Die Postgeschichte Ungarns" oder ähnlich. Hier könntest Du dich mit Martin ja abstimmen.


    Bei der obigen Themenauswahl ging es mir ausschließlich um Literatur. Im "Katalog zur Abteilung Philatelie in der Deutschen Bücherei zu Leipzig" von Hugo Krötzsch 1928 habe ich auf die Schnelle einige Fundstellen zum Thema Ungarn entdeckt.



    Bücher



    Zeitschriften


    Wo nichts mehr zu enträtseln bleibt, hört unser Anteil auf.


    Ernst Freiherr von Feuchtersleben

  • Gute Vorschlag, danke, und du hast natürlich Recht.
    Das eröffnen von neuen Themen zur Postgeschichte Ungarn überlasse ich aber Martin, ich lese nur hier ein wenig mit..
    Mein Beitrag können wir natürlich gern verschieben.
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt