TT - Frankreich

  • Liebe Sammlerfreunde,


    manchmal stolpert man über einen Posten Briefe, welche zwar überhaupt nicht ins Sammelgebiet passen, aber doch zu nett sind, um sie unbeachtet links liegen zu lassen. So geschehen mit u.a. diesem Beleg aus Darmstadt vom 31.Oktober 1862 nach Lyon, frankiert mit 24 xr. für einen Brief der zweiten Gewichtsstufe.


    Mit besten Grüßen
    bayernalbi

  • Hallo Dieter,
    die Taxe nach dem Postvertrag zwischen Frankreich und Thurn & Taxis vom 1.April 1862
    betrug pro 10 Gramm 12 Kreuzer/ 3,5 Sgr.. Ausgenommen waren die Hansestädte, Hohenzollern
    und grenznahe Regionen, hierfür galten gesonderte Tarife.
    Die Verfärbung stammt sicher von einem Klebestreifen, hier gibt es aber weder Riss noch sonstiges
    zu verkleben.
    Beste Grüsse
    Albert

  • Einschreibebrief vom 26. Oktober 1859 aus Worms nach Paris.


    Chargé-Rahmenstempel und Chargé-Einzeiler in rot, P.D.-Rahmenstempel beigesetzt.
    Taxe: 6 Kreuzer Vereinsporto + 6 Kreuzer Chargé-Gebühr für Taxis (über Postschein verrechnet) sowie doppelte französische Taxe (9 Kreuzer französisches Porto + 9 Kreuzer französische Chargé-Gebühr).

  • Warenbegleitbrief vom 11. September 1863 aus Mainz nach Nancy.


    36 Kreuzer-Frankatur als Gesamttaxe (= 12 Kr. für den Begleitbrief und für die Warenprobe je 40 Gramm 3 Kr., also gesamt 24 Kr.) für die 8. Gewichtsstufe (!!). Handschriftlich: Ci joint échantillion san valeur (= anbei ein Muster ohne Wert).

  • 12 Kreuzer Gesamttaxe auf Briefen aus Mainz nach Avignon.
    Leitweg: einmal über den Grenzübergang Erquelines, d.h. im Transit durch Belgien, einmal über den Grenzübergang Forbach, also nach Frankreich direkt. Bei Aufgabe der Post in der Bahnhofspedition in Mainz hatte der Kunde keinerlei Einfluss, mit welchem Zug und damit über welchen Leitweg sein Brief schlussendlich befördert wurde.

  • ... über Belgien nach Avignon, tja, ein kleiner Umweg, aber die Bahn war sehr schnell damals, wie man sieht, da machte das wenig aus.


    Tolle Zusammenstellung - vor allem die DS und das Muster ohne Wert! :P:P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • lieber Dept.100,
    ich habe mit Bewunderung die TT-Auslandsbriefe betrachtet, die du in den letzten Tagen eingestellt hast, meine Hochachtung!
    beste Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Sammlerfreunde,


    ich moechte heute diesen Beleg vorstellen. Nicht besonders schoen, aber ich denke er hat einen ungewoehnlichen Postweg genommen.
    Frankfurt - Paris vom 10.01.1866, Ankunkft Paris 12.01.1866.
    Als solches erst mal nichts Besonderes, aber auf der Rueckseite sieht man den Bahnstempel "Strasbourg a Paris", was bedeutet dass der Brief nicht ueber Forbach lief. Auf der Vorderseite ist der rote Grenzuebergangstempel nicht besonders gut lesbar. Interessant auch der dritte Stempel auf der RS, ein spiegelverkehrter Abdruck des Aufgabestempels eines darunter liegenden Briefes.


    Ich habe einen aehnlichen Brief in einer Auktion mit gleichen Leitweg aus Mainz gefunden, vom 02.08.1866. Nun schreibt Herr Sem in seinem Attestat: "Der vermutlich wegen den Kriegseinwirkungen statt ueber Forbach ueber Baden/Strasburg geleitete Brief ist vom Leitweg her selten. Es sind bisher erst wenige Ganzstuecke mit diesem Befoerderungsweg bekannt. Ein postgeschichtlich interessanter Beleg."
    Das hat den Brief denn auch mit 800 Euro Ausruf starten lassen.


    Nun mein Brief ist bereits vom Januar 1866, der Deutsche Krieg war jedoch im Zeitraum 14.06. bis 23.08.1866. Gab es bereits im Januar Anzeichen von Unruhen, der Weg durch Preussen war bereits schwierig, oder es ist gar nicht so selten dass Briefe uber Strasburg anstatt Forbach liefen?


    Als Anhang mein Brief VS und RS, der Leitweg und das Vergleichsstueck.


    LG Andreas