David Korrespondenz, Francomont

  • Vielleicht ist es ja interessant, auch einmal die Briefe an David in Francomont zusammenzustellen.
    Etliche dieser Belege sind in den verschiedensten Themen verteilt. Ich stelle hier einmal Links zu diesen Belegen zusammen.


    1807
    aus Nürnberg

    aus Lübeck


    1808
    aus Prag
    aus Smyrna


    1810

    aus Bois le Duc


    1811
    aus Mailand
    aus Neapel


    1814
    aus Bozen
    aus Bozen
    aus Triest
    aus Triest
    aus Triest
    aus Triest

    aus Wien (2 Briefe in diesem Thema)


    1815
    aus dem bayerischen Salzburg
    aus dem bayerischen Salzburg
    aus Bozen
    aus Bozen
    aus Bozen
    aus Bozen
    aus Mannheim
    aus Toulouse


    1817
    aus Bozen


    1818
    aus Aachen
    aus Luxemburg


    1819
    aus Smyrna

    aus Odessa (forwarded nach Brody)


    1820
    aus Smyrna

    aus Wien


    1821

    aus Odessa (forwarded nach Brody)


    1822
    aus Odessa


    1824
    aus Constantinopel
    aus Frankfurt


    1825
    aus Kempten


    1826
    aus Philadelphia
    aus Neapel


    1831
    aus Kempten
    aus Kempten (selber Brief wie vorher, Übersetzung des Inhalts)
    aus Triest


    1833
    aus Livorno


    1835

    aus Lima, Peru


    1837

    aus Odessa


    1838

    aus Odessa


    aus Odessa (geräuchert in Brody)


    1839

    aus Odessa

    aus Odessa


    1841

    aus Odessa


    1845
    aus Triest


    Diese Liste wird regelmäßig erweitert, wenn weitere Belege aus dieser Korrespondenz eingestellt werden.
    Sollten Belege hier nicht erfasst sein, bitte eine PN an mich.


    Bearbeitungsstand: 18.12.2020


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

    10 Mal editiert, zuletzt von Michael ()

  • Hallo zusammen,


    ich möchte ein paar kurze Anmerkungen zu diesem Projekt machen und damit beginnen, dass es zwei Korrespondenzen gibt, die von Firmen stammen, die nur etwa zwei Kilometer voneinander entfernt ihre Betriebstätten hatten. Die eine ist die hier in Rede stehende Firma David, die in Francomont (Verviers) in Belgien ihren Sitz hatte. Francomont gibt es heute als Ortsteil nicht mehr. Lediglich ein Straßenname existiert noch. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts dürfte dieser kleine Weiler, der unmittelbar am Flüsschen Vesdre (Weser) lag, kaum aus mehr als der Tuchfabrik und vielleicht einigen Arbeiterhäusern bestanden haben. Im Ortsteil Hodimont (Verviers) lag einige hundert Meter flussaufwärts der Betrieb von Peter de Thier, ebenfalls eine Tuchfabrik. Auch von diesem Unternehmen finden sich zahlreiche postgeschichtlich ähnlich geartetete Briefe aus einem mehr oder weniger identischen Zeitrahmen im Umlauf. Allerdings dürfte nach meiner Einschätzung die David-Korrespondenz um einiges umfangreicher sein als die von de Thier. Zumindest erscheinen Briefe an David viel häufiger auf dem Markt als solche an de Thier.

    Und damit wären wir auch schon beim Hauptpunkt auf den ich zu sprechen kommen möchte. Zumindest eine dieser beiden Firmenkorrespondenzen wird seitens der belgischen Polizei und Staatsanwaltschaft als gestohlen klassifiziert. Leider kann ich mich nicht genau erinnern, welche von beiden Korrespondenzen betroffen waren, vielleicht sogar beide. Bei einer internationalen Briefmarkenausstellung in Belgien vor vielleicht 20 Jahren gab es einen riesigen Skandal, als dort Polizei und Staatsanwaltschaft auftauchten und einsprechende Belege aus den Ausstellungsrahmen heraus beschlagnahmten. Allen Beteuerungen der vermeintlichen Eigentümer zum Trotz und obwohl wohl sogar Kaufbelege vorgelegt werden konnten, sind entsprechende Briefe damals beschlagnahmt worden und wurden meines Wissens auch nicht zurück gegeben. Die Argumentation der Staatsanwaltschaft lautete seinerzeit, dass das Firmenarchiv komplett an ein staatliches Archiv, wenn ich mich richtig erinnere, das Staatsarchiv in Lüttich, übergeben worden war. Von dort seien dann wohl größere Teile der Korrespondenz, so die Staatsanwaltschaft, unrechtmäßig entfernt und verkauft worden.

    Ich weiß, dass seitdem Aussteller, denen diese Geschichte bekannt ist und die entsprechende Belege in ihren Sammlungen haben, diese entweder vor der Ausstellung in Belgien aus dem Exponat heraus nehmen, oder belgische Ausstellungen komplett meiden, aus Sorge, dass die guten Stücke konfisziert werden könnten.

    Und ein letzter Satz zum Versuch, die Briefe aus der David-Korrespondenz zu erfassen. Das dürfte eine ziemliche Aufgabe darstellen. Es müssen hunderte von Briefen sein, wenn nicht gar tausende.


    Viele Grüße


    Theo

  • Hallo Theo,


    vielen Dank für diese wertvollen Hintergrundinformationen - in Deutschland gilt das Recht, dass alles, was über öffentliche Auktionen gekauft wurde, final dem Käufer gehört; es spielt dann keine Rolle mehr, ob die Briefe aus Archiven gestohlen wurden, oder nicht.

    In Belgien kann das natürlich anders sein, daher sollte man aufpassen, was man ausstellt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Theo, hallo Ralph,

    leider ist es auch schon in Österreich vorgekommen, dass Briefe bei Auktionen beschlagnahmt wurden. Dies geschieht immer öfter und man muss sich fragen, wie die Rechtsgrundlagen wirklich aussehen. Denn offenbar genügt es für staatliche Stellen, die Briefe einfach als gestohlen zu bezeichnen - die Beweislast liegt beim aktuellen Besitzer. Meines Wissens gibt es solche Fälle nun auch schon in Deutschland...

    Totzdem schönen Abend, Gerald

  • Lieber Gerald,


    das gab es hier auch schon - bei der Korrespondenz nach Castell wurde von fremder Hand zugelangt und viel gutes Material über süddeutsche Kanäle verkauft. Die Käufer stellten natürlich ihre Briefe aus und prompt wurde nach Adresse beschlagnahmt. Wie das Spiel ausging, weiß ich aber nicht, ist auch schon über 30 Jahre her ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus