Briefaufgabe p. Postillion

  • Liebe Freunde,


    auch wenn vermutlich nicht allzuviele Briefe hinzu kommen, möchte ich diesen Brief in einem eigenen Thema vorstellen.



    Das 1 Sgr-Franco-Couvert (U11A, ab 1855 erhältlich) wurde im ostpreußischen Neuhausen einem durchkommenden Postillion mitgegeben. Dieser notierte v. Neuhausen p Postillion und brachte den Brief nach Königsberg. Dort wurde der Brief gestempelt und noch am gleichen Tag nach Schreitlaken pr. Schugsten gebracht und dort gegen 1 Sgr. Bestellgeld (rs. notiert) zugestellt.


    Neuhausen (heute Gurjewsk) lag ca. 1 Meile nordöstlich von Königsberg. 1910 (!!) hatte der Ort 589 Einwohner (diese und die folgenden Angaben nach Wikipedia). Neuhausen erhielt 1863 eine Post-Expedition II.Klasse.
    Schreitlaken (heute Morschanskoje) war ein Gutsdorf und lag ca. 2 Meilen nördlich von Königsberg. 1910 gab es dort 143 Einwohner. 1858 erhielt Schugsten eine Post-Expedition II.Klasse.
    Das als Leitvermerk angegebene Schugsten (heute Berjosowka), ebenfalls ein Gutsdorf und dicht bei Schreitlaken befindlich, zählte 1910 ganze 82 Einwohner.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Hallo Michael,


    ein edler Vermerk auf ebenso edler Ganzsache und eine Frage dazu: Hat der Absender den Postillon von Neuhausen nach Königsberg extra bezahlen müssen, oder war dessen Dienstleistung eine der Post und insofern im Francobetrag von 1 Sgr schon mit eingerechnet ?


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    dafür musste nichts extra bezahlt werden.
    Hier die entsprechende Passage aus dem Postreglement von 1861:



    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    was für ein Hammer!


    Das 1 Sgr-Franco-Couvert (U11A, ab 1855 erhältlich) wurde im ostpreußischen Neuhausen einem durchkommenden Postillion mitgegeben. Dieser notierte v. Neuhausen p Postillion und brachte den Brief nach Königsberg.


    Bist du dir sicher, dass der Postillon das selbst geschrieben hat? Ich könnte mir eher vorstellen, dass er ein paar Briefe bei der Post abgeliefert hat und diese dann die Herkunft der Briefe mit blauer Tinte dokumentierte. Ein Postillon dürfte wohl eher keine blaue Tinte auf seinem Ausritt dabei gehabt haben, oder waren die Verhältnisse in Preussen so unterschiedlich zu anderen AD - Staaten?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    danke für die Kommentare.


    Lieber Ralph,


    Du hast sicherlich recht, ich beschrieb den vorgesehenen Ablauf. Tinte und Duktus der Schrift sprechen für eine Notierung im Königsberger Postamt.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten