• Hallo Franz,

    auf Briefen an die Militärbehörden findet sich trotz Exoffo-Vermerk immer wieder eine Gebühr. Das kommt daher, dass das Delegatum MIlitare Mixtum an sich gebührenfrei war, die Briefe aber selten das Amt selbst betrafen, sondern eine Partei - also meistens einen Soldaten, der irgendetwas geerbt hat, bezahlen musste oder sonstwie betroffen war. Dieser war nicht gebührenfrei. Daher wurde die halbe Gebühr angeschrieben, vom Delegatum an die Post bezahlt und dem eigentlichen Empfänger weiter verrechnet. Bei deinem Brief kann man davon ausgehen, dass die Gesamtgebühr für den wohl doppelt schweren Brief 8 Kr betrug, aber nur 4 Kr angeschrieben wurden.

    Das österreichische "Exoffo-Wesen" ist eine eigene nicht einfache Geschichte. Wirklich portofrei waren wenige Ämter. Zumeist wurden auf den ersten Blick portofreie Briefe von der Post im Rechnungsbuch eingetragen und dann pauschal mit dem jeweiligen Amt abgerechnet. Auf diesen Briefen finden wir aber nur sehr selten Vermerke, wieviel zu bezahlen war.

    LG, Gerald


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    Einmal editiert, zuletzt von Michael ()

  • Lieber Gerald,

    vielen herzlichen Dank für die ausführliche Info:thumbup::thumbup:

    Also handelte es sich um eine Amtskorrespondenz, die im Interesse einer Partei vorgenommen wurde (eine nichtamtliche Militärsache).

    Die verschiedenen Gebührenfreiheiten waren in der Tat sehr verwirrend, da es so viele verschiedene Begünstigte und Begünstigungen gab, deren Zahlen sich noch dazu häufig änderten.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Exoffo-Brief vom 10.2.1839, von Neuberg nach Jaromeritz in Znaymerkreise (Mähren).

    Der Absender, die Bezirksobrigkeit der kk. Bergkaal Neuberg bey Mürzzuschlag, sowie der Empfänger, das Oberamt Jaromeritz, waren beide gebührenbefreit.

    Siegelseitig wurde 15/2 notiert (vermutlich Ankunftsdatum).

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    ein sehr schöner Brief mit tollem Stempel. :):)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)