Österreich - Bayern im Postverein

  • Liebe Freunde,


    Ein Brief an Madame Nanette Fraenkel, Zimmer No. 99, im Kurhause in Kreuth bei Tegernsee per Salzburg aus Wien vom 5.7.1860 hat einen Inhalt, wie ich ihn noch nicht zu Gesicht bekommen habe - dabei habe ich diesen dem Angebot in der Bucht gar nicht entnehmen können und kaufte ihn "nur", weil er hinten einen Transitstempel von Salzburg (vom Folgetag) zeigt, aber keine(n) bayerischen Ankunftsstempel, wobei ich jedoch denke, dass er auch postalisch in Bayern behandelt wurde, auch wenn Kreuth nahe der österr. Grenze liegt/lag.

    Im Inneren des Briefes wurde das Tagesdatum mehrfach überschrieben, was für Insider oft ein Zeichen ist, dass mehrere Personen an unterschiedlichen Tagen den Faltbrief vorgelegt bekommen haben und sich dann mit ein paar Zeilen darin verewigten.

    Der 1. Brief im Brief, wenn man so will, fängt an mit "Liebe Tante", der 2. Brief im Brief mit "Liebe Schwester", der 3. Brief stammt "von einem theuren Freund" und der 4. Brief ist auf Ivrit (Aramäisch) geschrieben, also wohl jiddisch, was ich leider nicht mal im Ansatz lesen kann; jedenfalls gehe ich stark davon aus, dass sich 4 Personen Anfang Juli 1860 in Wien zusammen taten, diesen einen Brief zu fabrizieren, der mit 15 Neukreuzern über 20 Meilen in den Postverein aber immer noch einfach wog.

    Leider ist das Format über A3 groß, so dass selbst mein Scanner überfordert wäre ...

  • Lieber Ulf,


    schön noch den österreichischen (Salzburger) Diagonalstrich zu sehen, den es schon damals über 100 Jahre gegeben hatte und der anzeigen sollte, dass die Sendung geprüft frankiert worden war. So spät ist das wirklich selten und schlecht sieht er ja auch wahrlich nicht aus. Wo du die immer alle herzauberst ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus