Bayern - Griechenland

  • Lieber Ralph,

    eine Charakterhandschrift ist nicht gleich eine Sauklaue weil Du Sie nicht entziffern kannst...^^
    Die Schrift ist allemal besser als unsere heutigen manchmal doch sehr Computertastatur-versauten Handschriften....

    Beste Grüße aus Lenggries
    Schorsch Kemser

    PS:
    Aber ich schiebe in Kürze noch ein "Trostpflaster" hier nach...;)

  • Lieber Schorsch,


    da bin ich die "Benchmark" - kann ichs lesen, ist es gut geschrieben. Kann ich es nicht lesen, ist es seine Sauklaue. Aber wenigstens eine hochfürstliche, ordentliche Sauklaue. ^^

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Schorsch,


    ich versuche es mal.


    „Regensburg, den 15ten. April 1908.

    Allerwertester. Grüsse und Wünsche! Wiedersehen neulich war leider viel zu kurz.

    Stets dein ...“


    Beste Grüße

    Will

    Einmal editiert, zuletzt von Bayern-WB ()

  • Hallo zusammen,

    vielen Dank allen für eure Rückmeldungen zum letzten Beleg.
    Nachfolgend will ich das nächste Kärtlein aus meiner Griechenland-Schiene zeigen.
    Gelaufen v. Niederhochstadt in der Pfalz v. 5. Oktober 1914 nach Athen. Diesmal sogar mit Ankunftsstempel vom 29. Oktober 1914.
    Was auffällt, ist der fehlende Zensurvermerk/-stempel, der auch ins neutrale Ausland eigentlich obligatorisch war.
    Die Verwendung des Feldpostkarten-Vordrucks sowie der Text lässt vermuten, dass es sich beim Absender um einen Soldaten, möglicherweise "älteren Semesters" (Landwehr o.ä.), handelt.

    Nachfolgend habe ich den sehr euphorischen Kartentext wiedergegeben, soweit ich ihn entziffern konnte.

    "Niederhochstadt, 5. Okt. 1914

    Liebe Freundin,Gestern erhielt ich Deine liebe Karte, hätte nicht geglaubt, dass es so rasch geht.

    Hoffentlich bekommt ihr in Griechenland auch mal die Wahrheit zu hören, denn unsere Sache steht bis jetzt sehr gut.350.000 Gefangene sind schon in Deutschland untergebracht, mehr als die Hälfte sind Russen.

    Unsere Mobilmachung war großartig verlaufen, mit einer Ruhe und Sicherheit, die schon damals auf Sieg schließen lies. Es ist eine Freude Deutscher zu sein. Unsere Soldaten sind bis aufs kleinste ausgerüstet auch gegen die Kälte ist durch warme Unterkleidung gesorgt. Was an Liebesgaben aufgeboten wird, ist nicht zu glauben. Auch finanziell sind wir gewappnet. Das Reich wollte 2 Milliarden und das Volk gab 4 ½ Milliarden ohne jeden Druck. Das macht uns kein anderes Land nach.Hier geht alles so ruhig zu, man merkt gar nicht dass Krieg ist. Mir persönlich geht es gut.

    Ins Feld bin ich noch nicht gekommen, wünsche aber auch mitgehen zu dürfen. Wir haben so viele Leute dass man gar nicht alle braucht. Es sind noch gar nicht alle Freiwilligen genommen worden.Wir haben noch ungeheure Reserven an Männern.

    Dass es mir nicht schlecht geht…..dass ich schon 8 Pfund zugenommen habe.Von der Nördlinger und Wallersteiner Gegend sind schon viele gefallen wie ich gelesen habe.

    Meine Adresse ist noch immer die gleiche.Viele Grüße an Deine Nichte und Grüße und Küsse an Dich …Freund Hans"


    beste Grüße
    Schorsch Kemser


  • Hallo Schorsch,


    er schrieb: ...dass es mir nicht schlecht geht ist daraus zu ersehen, dass ich 8 Pfund zugenommen habe...was sich vermutlich recht schnell wieder ins Gegenteil gewandt haben dürfte, denn die nahezu prompt nach Kriegsausbruch eröffnete britische Seeblockade führte zu einer systematischen Unterversorgung der Zivilbevölkerung, letztendlich aber auch der im Feld stehenden Soldaten mit Lebens- und Nahrungsmitteln.


    LG


    Tim :thumbup:

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