Die längste Seestrecke (...in Zeit)

  • Bonjour à tous,


    Ich hatte mir die Frage seit kurzem gestellt: welcher Brief meiner Sammlung die längste Reise (in Zeit von Strecke) erfüllt hat ?




    Es handelt sich um einen Brief aus BORDEAUX nach SAN FRANCISCO, am 11. April 1860 gesandt, und am 6. Oktober angekommen... Das bedeutet eine Reise von fast 6 Monaten (selbstverständlich schifffahrtszeit + Zwischenlandungenzeit).


    Postgebühr =


    Beförderung von Handelsschiff = 30 centimes, 2. Gewichtstuffe, dann 60 centimes.
    Vom Empfänger bezahlte PostKosten : 6 cents

    (Beförderung von regelmässiger Schifffahrtslinie , d.h. über England durch Cunard, usw. : 80 centimes, dann 1,60 franc).


    Tatsächlich ist dieser Brief nicht dringend, eben die Rechnung (Mit Zeugnis des amerikanischen Konsulates von Bordeaux) begleitet eine Weinladung für Kalifornien.






    Und um zu Ende zu gehen, habe ich ein Gemälde des Schiffes "Météore" gefunden, erhältlich bei einem französischen Antiquitätenhändler !




    Was sind ihre längsten Poststrecken in Ihren Sammlungen?


    Laurent.



  • Hallo Laurent, lieber Ralph,


    Ich bin begeistert. So schön kann PO sein!


    Danke und viele Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo Laurent,


    ja, so war es. Ich kann morgen noch ein wenig nachliefern ... ;)


    Lieber maunzerle,


    vielen Dank!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Laurent
    und Guten Morgen ins Forum,


    ... einen habe ich da auch, der vielleicht interessant ist.
    Lissabon nach Portugiesisch Kongo, nach Luanda im heutigen Angola.
    Der Brief ist aus 1843. Zu dieser Zeit bestand noch der große Sklavenmarkt in Luanda. Der Markt wurde erst 1856 geschlossen.
    Zu jener Zeit wurden die Briefe noch mit Segelschiffen an die Westküste Afrikas gebracht.
    Der Brief war 4 Monate und 2 Tage unterwegs.


    Rolf- Dieter

  • Guten Morgen Ralph,


    du weisst schon dass die China-Philatelie preislich durch die Decke geht...der ist ja Millionen wert. :D :D 8o


    Viele Grüsse
    Christian

  • Hallo Ralph,


    Zwei schöne Poststrecken ! Die Laufzeiten bleiben jedoch für die Epoche sehr leistungsfähig, so die technische Wirksamkeit der großen subventionierten Gesellschaften (P&O, Messageries Impériales) bezeugend.



    Die Dauern von Postschiffahrt befinden sich die Längsten tatsächlich mit den Handelsschiffen : oft immer Segelboote (aber nicht nur), abhängig von Zwischenlandungen, die für das Laden und das Entladen der Handelswaren notwendig sind.



    Ich gebe ein Beispiel :


    Frankreich - England - ST Thomas - Panama (Eisenbahn) - PERU (Lima, Hafen = Callao) : +/- 1 Monat und eine Woche mit den regelmäßigen Schifffahrtslinien (Royal Mail bis Panama, dann Pacific Steam Navigation Co), 27. Februar / 2. April 1863, Postgebühr = 1,20 franc :



    Frankreich - ... - PERU (Lima, Hafen = Callao) mit Handelsschiff "Nouvel Alfred" durch Kap Horn : 8. März / 8. September 1856, 6 Monaten ! Postgebühr = 30 centimes ( Hier 60 centimes für 2. Gewichtstuffe) :



    Karte von Synthese:



    Cordialement, Laurent.


    Bald werden wir ein Thema für die westliche Küsten von Amerikas öffnen müssen, und dann für Ost-Asien, für Nord-Amerika, und für..., usw. !!

    ;)

  • Hallo Laurent,


    das sind zwei sehr schöne, fast perfekte Briefe, um das zu zeigen, was du uns zeigen möchtest: Wenig Geld - viel Zeit, viel Geld, wenig Zeit. Von Frankreich gibt es viele Briefe, die das können, von Bayern sind sie sehr, sehr selten (und sehr, sehr teuer). Daher bist du ein glücklicher Sammler, dass du solch schöne und interessante Dinge zeigen kannst.


    :P

    ald werden wir ein Thema für die westliche Küsten von Amerikas öffnen müssen, und dann für Ost-Asien, für Nord-Amerika, und für..., usw. !!


    Dagegen hat hier niemand etwas. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Die Dauern von Postschiffahrt befinden sich die Längsten tatsächlich mit den Handelsschiffen : oft immer Segelboote (aber nicht nur), abhängig von Zwischenlandungen, die für das Laden und das Entladen der Handelswaren notwendig sind.

    Hallo die Runde


    Wenn es um die längst dauernde Seestrecken ist das ja ein entscheidenden Punkt, Handelsschiff kontra Postschiff aber auch Dampfer kontra Segelschiff.
    Aber auch Kriegszeiten oder Pest oder anderes ist entscheidend.
    Ich habe ein Brief die ein Jahr über den Atlantik benutzt hat, um 1800, aber die konnten es auch in ein Paar Monaten machen.


    Im laufe der 19-Jahrhundert kann die Schiffe immer schneller laufen. Aber tatsächlich waren die Segelschiffe immer schneller geworden so dass diese bis auf jeden Fall bis 1870 die schnellsten in einige Strecken waren.


    Interessante Briefe wird es hier gezeigt. :) Aber es wird irgendwie Banane und Äpfel verglichen :D


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Aber es wird irgendwie Banane und Äpfel verglichen :D




    Das war nur, um die Tatsache zu illustrieren, daß die Auswahl des Vektors ( traditionelles Handelssegelboot / "clipper" / Dampfer ) eine wirkliche Folge auf Zeit von Strecke hatte.


    Auf einigen Bestimmungen (denke ich an Australien) hatten die "clippers" wirklich ernstlich mit den Dampfern noch innerhalb von Jahren 1860 konkurriert, ja.



    Cordialement,
    Laurent.

  • Hallo Laurent


    Ein Schiff wie Witch of the Wave hat die Kina-Grossbritannien Rekord bis 1869 gehabt. https://en.wikipedia.org/wiki/Witch_of_the_Wave


    Entscheidend war nicht nur den Suez Canal. Die Konstruktionen mit schlankeren und besseren Schiffe hat auch die Segelschiffe besser gemacht. Die Dampfer waren nicht schneller vor man gute Propeller und Dampfkesseln erfunden hat so dass man weniger Ladepunkte vor Kohl brauchten.
    Für Postschiffe waren diese technische Erfindungen nicht lohnend vor viele Jahre nach die Erfindungen/Verbesserungen. Deswegen war eine Weile die Handelsschiffe viel schneller weil man das Geld für Investierungen hatte.
    So es ist ja alles sehr Kompliziert ;)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    Für eine Studie über den Seepostdienst nach Australien hatte ich interessante Wettkämpfen gefunden, zum Beispiel Europa / Australia durch Kap der Gute Hoffnung :


    1856, Dampfer ONEIDA (European and Australian Royal Mail), Southampton / Melbourne : 66 Tagen (inkl. 4 Zwischenlandungen für Kohl)


    1854, "clipper" RED JACKET (White Star Line), Liverpool / Melbourne : nur 68 Tagen.


    Mit dem von der Gesellschaft P&O gewonnenen Vertrag wird eben der Weg Suez triumphieren. Das wird die Öffnung eines spezifischen Themas auf dem Forum verdienen!


    Leider ist es auf Französisch geschrieben...
    https://www.academia.edu/22923784/Route_postale_maritime_vers_lAustralie_années_1850-60_



    Cordialement,
    Laurent.

  • Liebe Freunde,


    Das wird ja noch mein Lieblings-Thread hier. Vielen Dank den Herren Autoren!


    Beste Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)