Welcher Aufgabeort?

  • Liebe Freunde,


    vielleicht kann mir jemand bei diesem Brief aus Russland helfen, den Aufgabeort zu entziffern?!



    Der Brief (leider ohne Inhalt) stammt wohl aus dem Jahr 1859.
    Rückseitig, unten in der Mitte, ist ein Abschlag von Taganrog zu sehen, links daneben ein anderer russischer Stempel mit einem anderen (früheren) Datum. Leider ist dieser Stempel so schwach abgeschlagen, dass ich da nichts rechtens entziffern kann.



    Kann jemand aus diesem Stempel oder den handschriftlichen Angaben auf dem Brief einen Aufgabeort erkennen?


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael,


    ein etwas rätsehafter Beleg, denn meiner Meinung nach handelt es sich um POLUTCHENO von Tauroggen (Dobin 4.01). Warum er auf dem Beleg ist kann ich nicht erklären...


    Herzliche Grüsse,
    Simmerer

  • Hallo Simmerer,


    in der Tat, ein rätselhafter Brief.


    Dein Hinweis auf den Polutcheno-Stempel von Tauroggen ist gut.
    Der Brief lief ja über Tauroggen-Tilsit nach Preussen. Nur frage ich mich, warum neben dem K2 noch ein Eingangsstempel abgeschlagen wurde. Der K2 scheint das Datum 18.6. (Tag/Monat wohl vertauscht) zu zeigen, während ich in dem Rahmenstpl. eine 14 ausmache - also 4 Tage im Postamt von Tauroggen rumgelegen?
    Diesen Polutcheno-Stempel mit der Doppellinie gibt es aber nicht nur von Tauroggen, z.B. Brest und Polotsk haben einen gleichartigen und andere Orte (Vladimir, Bobruysk, Skulyany) einen sehr ähnlichen (lt. Dobin ohne Schlußpunkt, aber vielleicht auch nur eine Ungenauigkeit?).
    Wenn der Brief aus/über Taganrog stammt, ist der Leitweg via Tauroggen/Tilsit nach Preussen sehr ungewöhnlich. Normal wäre die Leitung via Odessa durch Polen in Richtung Breslau gewesen.


    Die Stempeldaten sind ebenfalls merkwürdig:
    Taganrog 27.5. (jul. = 8.6. greg.)
    Tauroggen 18.6. (kann das ein greg. Datum sein? ein jul. Datum würde nicht zum folgenden Datum in Tilsit passen)
    Tilsit 28.6. - ??


    Zu allem Überfluss passt auch der Gebührenbaum rechts oben nicht.
    20 Kop. - doppelte russische Briefgebühr für versicherte Briefe
    10 Kop. - einfache Briefgebühr für Preußen
    3 Kop. - Scheingebühr
    es fehlt der Frankoanteil für Dänemark, den Preußen links unten mit f2 notierte.


    Bin für weitere Ideen dankbar. :S


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael,


    den Unterschied der Kalender darfst du nicht vergessen. Ich habe im Internet mal eine Seite gefunden, die das umrechnet. Weiß aber nicht mehr, wo das war.


    Gruß


    Dieter

  • Hallo Dieter,
    die Kalenderunterschiede sind mir bekannt und auch berücksichtigt. Das hatte ich ja auch bei den Stempeldaten angeführt.
    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael,


    zum Gebührenbaum nur einen Anmerkung, es scheint mir dieser entspricht (ungefähr) den Angaben bei Kupec, Band II, S. 150. Vielleicht ist keine Scheingebühr notiert (was zwar ungewöhnlich wäre, aber nach Kupec (S. 149) wären das wohl auch eher 2 als 3 Kopeken gewesen...).


    Zu den Stempeldaten fällt mir leider nichts wirklich hilfreiches ein. Vielleicht ist der Polutcheno richtig eingestellt (14.) und der Abgangsstempel von Tauroggen falsch (18.), dann könnte es ja mit Tilsit (28.) passen.


    Herzliche Grüsse,
    Simmerer

  • Hallo Simmerer,


    danke für deine Überlegungen.
    Die "1" bzw. "2" in der Tabelle sind pr. Sgr., keine Kopeken, siehe Tabellenüberschrift auf der vorherigen Seite.
    Die Kupec-Tabelle gibt an, dass 4 bzw. 5 Sgr. an Preußen zu vergüten waren. Angenommen, Rønne lag im 1.Entfernungsrayon, dann stünde Dänemark 1 Sgr. zu, was umgerechnet 3 1/4 SKop. entsprach. Solche Bruchanteile wurden i.d.R. mit notiert. Wären dann schon 2 Unstimmigkeiten: Bruchanteil fehlt und die (obligatorische?) Scheingebühr wurde nicht notiert.
    Dagegen spricht aber das vorderseitig notierte Weiterfranko von 2 Sgr., daher hätten in dem Gebührenbaum 6 1/2 SKop. auftauchen müssen.


    Die Stempel und die zu entziffernden Datumsangaben kriege ich nicht zusammen. Nur wenn man unterstellt, dass mind. 2 Fehler passiert sind, kann man es gerade biegen. Angefangen mit der merkwürdigen Leitung von Taganrog über Tauroggen - meiner Meinung nach eine klare Fehlleitung. Dann noch ein Datumsfehler ...


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein (Reko)brief vom 4.10.1923 nach Berlin.

    Wo wurde dieser Brief aufgegeben? Leider kann ich die kyrillische Schrift nicht lesen.

    Bitte um eure Hilfe.

    Liebe Grüße

    Franz

  • lieber Franz,

    vielleicht kann Michael noch was dazu sagen, ich kann ja kein Russisch und auch nicht kyrillisch, habe nur online eine kyrillische Tastatur benutzt und mit deepl übersetzen lassen.

    Reine Softwarearbeit also 8)

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo zusammen,


    Erwin hat es ja schon übersetzt.
    Das ist ein Bahnpoststempel für die Strecke Elisavetgrad (später auch Jelisawetgrad geschrieben) und Odessa, beides im Gouvernement Kherson.

    Der vorderseitige З-Stempel rechts unten entsprach unseren R-Zetteln für Einschreiben.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte