Das preussische Ober-Postamt in Hamburg

  • Lieber senziger,


    vielen Dank, dass du einem unbedarften Bayernsammler, der die komplexen Verhältnisse eines Stadtstaates nur mangelhaft durchblickt, immer wieder erklärst. Welch ein interessantes Gebiet!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo senziger,


    an die Herren Silber und Eule - herrlich! Und dann noch diese attraktive Stempelkombination. Nur 5% der DÖPV - Briefe lagen über 1 Loth Gewicht - diesen Brief zu schlagen dürfte nicht einfach werden. :P


    Danke fürs zeigen und liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo senziger,


    ich habe ja nichts gegen preußische Barfrankatuern - aber so schön wie dieses Prachtstück sind sie alle zusammen nicht. Ein Traum! Leider lief er wohl über Preußen und Sachsen und nicht über Bayern, sonst würde ich dir ein unmoralisches Angebot unterbreiten ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    einen Porto-Chargebrief in den Postverein nach Wien habe ich ja in Beitrag 57 auf Seite 3 gezeigt. Inzwischen konnte ich einen weiteren aus der Bucht angeln, der am 12.11.1866 nach Sachsen gelaufen ist. Der Empfänger hatte incl. Portozuschlag 6 Ngr. zu zahlen.


    Außerdem zeige ich noch einen Porto-Chargebrief vom 4.11.(1865) nach Berlin, hier hatte der Empfänger nur 5 Sgr. zu zahlen, da es in innerpreussisch keinen Portozuschlag gab.


    Gruß


    senziger

  • Hallo senziger,


    Glückwunsch zu dem Pärchen (und dem anderen) aus der Bucht. Von Hamburg scheint es relativ viele Portochargébriefe zu geben - offenbar wusste man, dass die Empfänger die stolzen Betrge zahlen würden.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,

    Von Hamburg scheint es relativ viele Portochargébriefe zu geben - offenbar wusste man, dass die Empfänger die stolzen Betrge zahlen würde

    Ich habe keine Ahnung, wie viele solcher Briefe es von anderen Staaten gibt, aber häufig sind sie von Hamburg auch nicht. Ich habe alles gekauft was ich in den letzten Jahren gesehen habe (bis auf einen Brief, den ich nicht wollte), und die Beute hast du gesehen.


    Gruß


    senziger

  • Hallo senziger,


    ich habe vor vielen Jahren einmal eine Statistik erstellt, die auswies, wie viele Portochargébriefe innerhalb des Postvereins heute noch vorhanden sind. Von Preußen waren die meisten und von Hamburg waren es knapp 10 Stück. Wenn ich bedenke, dass ich von ganz Bayern keine 30 Stück kenne, ist das relativ viel. Von Baden und Württemberg z. B. gibt es fast gar nichts und von Ländern wie Oldenburg und M-Strelitz will ich erst gar nicht anfangen, weil ich da in über 20 Jahren nicht einen Brief gesehen habe.


    Ich kenne auch 2 Portochargébriefe von Hamburg/Taxis nach Bayern - einer ist schön, aber in einer Sammlung, der andere ist so lala und wird für ca. 150 Euro seit längerem angeboten.


    Aber du hast generell Recht - ein Sammler, der sich dieser Spezialität im Postverein ab 1.1.1861 - 31.12.1867 annimmt und alles verfügbare kauft, begeht sicher keinen Fehler. In der Bucht wird ja schon seit mehreren Wochen eine Korrespondenz mehrerer AD - Staaten nach Baden verkauft, in der weit über ein Dutzend Portochargébriefe enthalten waren (und evtl. kommt da noch viel mehr), dann ist das schon sehr erstaunlich. Die meisten stammen aus Preußen, auch vom NDB und dem Reich sind welche dabei - häufig sind sie alle nicht, auch wenn man angesichts dieser Korrespondenz kaum glauben kann, dass es so ist.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    vielen Dank für die Info. So interessant und schön die Portochargebriefe auch sein mögen, am liebsten sind mir als altem Markensammler immer noch mit Marken frankierte Briefe, besonders wenn sie so aussehen wie der, der mir kürzlich zugelaufen ist:


    Ein Reco-Brief der zweiten Gewichtsstufe, am 15.8.(1861) nach Wien gelaufen, frankiert mit Nr.10, 2x Nr. 11 und Nr. 12 = 8 Sgr. Reco-Briefe der zweiten Gewichtsstufe sind ohnehin schon nicht häufig, und wenn man mal einen sieht ist er fast immer mit zwei Marken zu 3 Sgr. und einer zu 2 Sgr. frankiert.


    Gruß


    senziger

  • Hallo senziger,


    Portochargébriefe sind toller, aber toller ist deiner hier! :P Im Postverein sind Dreifarbenfrankaturen wohl von allen Postgebieten selten. Wenn sie dann noch so aussehen ... ^^


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    dass das preussische OPA ab Anfang 1867 die Post nach Schleswig-Holstein vom Stadtpostamt übernommen hat und die alten, entfernungsunabhängigen, Tarife bestehen ließ, habe ich in den Beiträgen 47 und 53 auf Seite 3 schon gezeigt. Dass auch der Nahtarif für Altona blieb, zeigt folgender Brief, den ich kürzlich kaufen konnte:


    Hamburger GSU 8 zu 1/2 Sch. vom 30.4. 1867 nach Altona. Wohl in den Briefkasten des Stadtpostamtes (siegelseitig kein Strassen-Briefkastenstempel) geworfen und von diesem dem zuständigen Postamt übergeben (Postwechsel). Vom preussischen OPA ohne Beanstandung nach Altona befördert.


    Solche Briefe scheinen merkwürdigerweise recht selten zu sein (?), und mit preussischen Marken frankiert habe ich noch keinen gesehen. Ich kann nicht mal sagen, ob so ein Brief mit 4 (glaube ich) oder 6 Pf. zu bezahlen war. Vielleicht ist ja einem der Preußen-Spezi´s so etwas mal über den Weg gelaufen? Würde mich interessieren so einen Brief mal zu sehen, auch wenn es "nur" ein Hinweis auf eine alte Aktion o. ä. ist.


    Gruß


    senziger

  • Hallo senziger,


    fachlich kann ich dazu nichts beitragen - aber trotzdem großen Glückwunsch zu dem Rosinchen. Einfach ein sehr hübsches Kuvert. War bei Boker nicht so etwas ähnliches auch vertreten?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo senziger,


    deine Beobachtung, dass solche Briefe selten sind, kann ich bestätigen.
    Es gibt nicht viele - auch aus der umgekehrten Richtung nicht, aber eine gute Erklärung habe ich dafür auch nicht.
    Vielleicht haben sich viele die Gebühr gespart und den Brief selbst (oder mit Boten) überbracht, da die Entfernung sehr kurz ist.


    Einen entsprechenden Beleg mit Preußen-Marke habe ich noch nicht gesehen. 4 Pfennige hätten gereicht (wären aber auch etwas überfrankiert gewesen). Und solche Marken dürfte kaum ein Hamburger vorrätig zu Hause gehabt haben ...


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo,

    hier möchte ich zwei Stempel zeigen, die mich gerade beschäftigen.

    Laut Meyer-Margreth wurde der erste Stempeltyp Ende der 1830er im Preußischen Ober-Postamt in Hamburg eingeführt und verschwand bereits Mitte der 1840er. Letzteres scheint aber nicht zu stimmen. Gibt es dazu genauere Verwendungszeiten?


    Der zweite Stempel wurde eigentlich beim Hannoverschen Ober-Postamt benutzt, das aber aufgrund des Deutschen Krieges Mitte 1866 von Preußen geschlossen wurde. Man sieht diesen Stempel gelegentlich aber mit späterem Datum (und im preußischen Schwarz). Dann müsste ihn Preußen im Preußischen Ober-Postamt weiterverwendet haben. Aber wozu, da doch eigene Stempel zur Verfügung standen?


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo nordlicht,


    den ersten Stempel gab es laut Feuser Vorphila (Nr. 1353-3) ab 1839. Es gab zwar in den 10 Jahren ab 1840 mehrere K2 in Hamburg, aber eine Verwendung nach 1845 würde mich nicht wundern. Wir kennen genug Beispiele, daß Stempel nach Jahren wieder aus der Schublade geholt wurden.

    Der zweite Stempel scheint nur in der Markenzeit von Hannover bzw. Preußen benutzt worden zu sein. In der Stempeldatenbank auf stampsx.com ist die Verwendungszeit mit 1856 - 1866 angegeben, basierend auf dem LENTHE. Da das Gerät im Feuser Nachverwendungen nicht gelistet ist, wurde es zur Zeit des NDP anscheinend nicht mehr genutzt. Falls unsere Spezialisten in den Akten keine Vermerke finden, kann man über den Grund der Verwendung durch die preußische Postverwaltung nur Vermutungen anstellen.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    danke für die Anmerkungen.
    Interessant finde ich, dass die Postämter ältere Stempel tatsächlich noch in der Schublade hatten, also nicht entsorgten oder an die übergeordnete Postverwaltung zurückgaben. Denn es muss einen trifftigen Grund gegeben haben, dass die älteren Stempel nicht mehr verwendet werden konnten oder sollten.


    Den Hannover-Stempel findet man in der Stempeldatenbank auch mit einem zweiten Eintrag (schwarz, Verwendungszeit: 15.1.1867). Ich würde auch vermuten, dass der Stempel nur aushilfsweise benutzt wurde, aber nach 1867 nicht mehr vorkommt.

    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo nordlicht,


    ich habe den 2. Stempel K2 HAMBURG grotesk gefunden. Der ist angelegt mit PV Hamburg. Es ist meiner Meinung nach jedoch der Form nach eindeutig einer aus Hannover.

    Es kam im Laufe der Zeit oft vor, daß Stempel aus der Schublade geholt wurden. Es gibt zum Beispiel Verwendungen von KGS Ende der 1950er Jahre, also mehr als 160 Jahre nach deren Ausgabe.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo Dieter,
    ja, dieser Meinung bin ich auch. Es ist der alte Hamburg-Stempel aus Hannover (identisch mit meinem zweiten Stempeltyp oben), der unter der PV Hamburg nicht richtig angelegt ist.
     
    Ich hoffe noch auf die Preussen-Experten, die vielleicht einen anderen Grund für die Wiederverwendung des hannoverschen Stempels im preußischen Postamt kennen, der spannender ist als "Zufall" ;)