Baden nach Bayern 1806-71

  • Interessant nebenbei auch das anstelle des Freivermerk angebrachte "Sogleich abzugeben". Ob dieser Wunsch dem Frankehthaler Postexpeditor Befehl war ?

    ... nö, das war ohne Belang (obohl die frühen Expressbriefe im DÖPV nicht einzuschreiben waren, wie später dann).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    „Keine Unterwerfung ist so vollkommen wie die, die den Anschein der Freiheit wahrt. Damit lässt sich selbst der Wille gefangennehmen.“

    Jean-Jacques Rousseau (1712–1778)

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgende Portobriefhülle aus Karlsruhe mit Aufgabestempel "R.1.CARLSRUHE", der lt. Feuser Handbuch von 1802 bis 1805 in Verwendung war, nach Wangen (Bayern) bei Lindau (bis 1806 zu Österreich). Der Empfänger, der Stadt Commissar Würth, bezahlte 8 Kreuzer Porto. Der Landesdirektionssekretär Würth, der Kurpfalzbayerischen Provinz in Schwaben in Ulm, wurde am 12. August 1805 zum Stadtkommissar in Wangen (Bayern) ernannt (siehe Regierungsblatt vom 7. September 1805). Der Brief lief durch Württemberg und Lindau nach Wangen. Württemberg nahm am 19. Dezember 1805 die Post in eigener Regie (erst ab 1. Oktober 1819 Lehensvertrag mit Thurn und Taxis und bis 18. Dezember 1805 kaiserliche Reichspost im Herzogtum Württemberg - Teck). Der Brief ist somit aus dem Zeitraum 12. August 1805 bis 18. Dezember 1805, sonst würde er zwei Taxierungen aufweisen.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    auch wenn die Württemberger als Könige der Sparsamkeit gelten, standen ihnen die Badener, was die Kosten für die Postdienste anbelang, in nichts nach.

    Den Beweis hierfür tritt ein Brief aus Lahr von der Firma C. Trampler an, der in Lahr (Baden) am 23.5.1865 geschrieben wurde und an G. M. Stuntz in Weißenburg in Bayern gerichtet war.

    Die Entfernung von Lahr im Schwarzwald nach Weißenburg betrug 237 km und somit über 20 Meilen, so dass dieser einfache Brief 9 Kreuzer Franko erfordert hätte.

    Aber das war viel zu teuer - denn man kannte ja den berühmten Leonhard Kalb aus Nürnberg (bzw. seine Firma, die schon als Forwarder im 18. Jahrhundert von sich reden machte) und gab diesen Brief mit anderen in ein Paket nach Nürnberg, von wo aus ein einfacher, innerbayerischer Brief nut 3 Kreuzer kostete und man sich somit 6 Kreuzer sparte. Die Postaufgabe vom 265.1865 in Nürnberg durch die Firma Kalb bestätigt dies.