Württemberg - Stempel

    • Offizieller Beitrag

    Liebe Freunde,


    ich habe hier einen Brief nach Stuttgart aus dem Jahr 1867, auf dessen Rückseite neben einem Distributionsstempel noch ein weiterer Zahlenstempel 18 zu sehen ist, den ich ebenfalls Stuttgart zuordnen würde. Um was für einen Stempel handelt es sich hier? (Briefträgerstpl.?)



    Gruß
    Michael

  • Lieber Michael,


    mir sind - vorne wie hinten - solche Briefe aus Stuttgart auch schon aufgefallen und ich dachte zuerst, dass es Nummern der Stempelmaschinen mit Recommandations sein müssten (weil auch zwei eingeschriebene dabei waren). Ich habe selbst einen davon nach Wien - der aber unrecommandirt war und blieb.
    Daher hat es damit wohl nichts zu tun, oder ist deiner eingeschrieben?


    Vlt. weiß der gute wuerttemberger hier mehr.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Michael


    Es handelt sich tatsächlich um einen Briefträgerstempel. Ich hatte diese eigentlich immer nur aus den 70er Jahren in Erinnerung und sind dort sicher nicht selten, aber wann die eingeführt wurden kann ich nicht sagen.


    Gruß


    wuerttemberger

    Gruß


    wuerttemberger


  • @bayern-klassisch


    Jeder Briefträger hatte seine feste Nummer mitunter auch lateinische Nummerierung mit Unterscheidungsbuchstaben. Im Jahre 1855 hat doch die Ursprungspostanstalt innerhalb des Postvereins nichts mehr auf der Briefrückseite zu tun gehabt und diese Nummerierung scheint mir auch nicht aus dieser Zeit zu sein. Der Paginierstempel erinnert mich eher an die bayrischen Stempel für Einschreibsendungen aus späterer Zeit. Ich würde das als Registraturstempel des Empfängers ansehen.


    Gruß


    wuerttemberger

    Gruß


    wuerttemberger

  • Lieber wuerttemberger,


    das kann auch sein - ich hatte mich auch schon gewundert. Kannst du mal ein paar Briefe zeigen?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo zusammen,


    diese Württemberg-Ganzsache U17 fiel am Ostermontag beim Großtausch in Kevelaer in die Hände. Auf der Rückseite finden sich so viele Stempel, daß man fast von einer württembergischen Stempelorgie sprechen kann.
    Der Brief war gerichtet an:


    Se Ehrwürden
    Herrn Vikar Leube
    Feldstetten
    Münsingen


    Die Adresse wurde geändert in:
    Rietheim
    o/A Tuttlingen


    Der Brief wurde am 1.3.1867 beim Abgangspostamt in Ludwigsburg gestempelt. Die weiteren Stationen waren:
    1.3.(18 )67 6-8N STUTTGART
    1.3.(1867) Z.19 K.WÜRTT.FAHREND.POSTAMT
    1.3.(18 )67 8-5 ULM
    3.3.(1867) FELDSTETTEN (Vorphila-Gerät seit 1847)
    4.3.(1867) MÜNSINGEN (das Ü ist ansatzweise erkennbar)
    4.3.(18 )67 MEZINGEN
    4.3.1867 6-9 V TÜBINGEN
    4.3.(18 )67 WURMLINGEN
    Ich denke, daß der Bahnpost-Stempel zwischen Stuttgart und Ulm benutzt wurde.
    Der Feldstetten-Stempel ist vermutlich ein Abgangs-Stempel, nachdem man festgestellt hatte, daß der Herr Vikar in Rietheim ansässig war. Daher wohl der Stempel vom 3.3.
    Kann es sein, daß der schlecht lesbare Stempel von Münsingen ist? Die Strecke Feldstetten - Münsingen - Metzingen - Tübingen könnte ja passen. Von da mit dem Zug in Richtung Süden?


    Danke für eure Kommentare sagt


    Dieter

  • Hallo Ralph,


    freut mich, daß dir der Beleg gefällt und du an meiner Strecken-Beschreibung nichts zu bemängeln hast.


    beste Grüße


    Dieter


  • 4.3.(1867) MÜNSINGEN (das Ü ist ansatzweise erkennbar)
    4.3.(18 )67 MEZINGEN
    4.3.1867 6-9 V TÜBINGEN
    4.3.(18 )67 WURMLINGEN


    Man möge sich das einaml vorstellen, in der heutigen Zeit unmöglich!
    Der Brief ging von Münsingen los, mit der Postkutsche nach Metzingen,
    da Metzingen gestempelt hatte ging er dort wohl auf die Zugstrecke Stuttgart - Tübingen
    in Tübingen dann wahrscheinlich weiter im Zug nach Rottweil, ab da dann wieder Postkutsche
    am gleichen Tag dann vielleicht noch zugestellt von Wurmlingen nach Rietheim

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Hallo Ulrich,


    bei den 8 Stempeln war es für mich ganz schön viel Arbeit, um mit der Hilfe von Google Maps das ganze aufzudröseln. Hat aber Spaß gemacht. Du als 'Einheimischer' hättest das wahrscheinlich aus dem Ärmel geschüttelt, wie man so sagt.
    Das Erstaunliche ist, daß in den 1860er Jahren solche schnellen Beförderungen auch über Grenzen hinweg oft so schnell erfolgten. Da können sich 150 Jahre später viele Postverwaltungen nur noch an an die Nase fassen.


    beste Grüße


    Dieter

    Einmal editiert, zuletzt von Klesammler ()

  • Das Erstaunliche ist, daß in den 1860er Jahren solche schnellen Befördrungen auch über Grenzen hinweg oft so schnell erfolgten. Da können sich 150 Jahre später viele Postverwaltungen nur noch an an die Nase fassen.


    Eisenbahn 1867 - ganz nach unten lesen, oder direkt scrollen!


    wenn ich die Karte richtig interpretiere war der Brief "nur" zwischen Horb und Sulz mal kurz im Ausland! ;)

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

  • Lieber Michael,


    ja, sagte mir mal der Württemberg - Prüfer im Rahmen eines längeren Gesprächs in Sifi. Leider habe ich aber keine Literatur darüber (hätte aber gerne welche). Vlt. kann uns der liebe VorphilaBayern weiterhelfen?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo zusammen,


    waren die Zug-Nummern in den Stempeln mit der Beschriftung WÜRTT.FAHREND.POSTAMT bestimmten Strecken zugeordnet?


    Gruß
    Michael


    Ein klares NEIN, Zumindest nicht über die gesamte Laufzeit des Stempels. Es gab aber irgendwann in den ARGE Rundbriefen Listen aus denen hervorging wann welcher Stempel auf welcher Strecke gewesen sein könnte. Werde im Laufe des Wochenendes versuchen heraus zu finden wann diese Veröffentlichungen waren. Geht es um einen bestimmten Beleg / Strecke?

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :)

    • Offizieller Beitrag

    Hallo zusammen,


    danke für eure Antworten.
    Es geht um einen Brief von 1862, der aus Russland via Österreich und Bayern nach Württemberg gelangte. Adressiert war er nach Ochsenberg, dementsprechend finden sich neben den Bahnpoststempeln (Zugnummern 10 und 16) noch einer von Heilbronn und dem für das Pfarrdorf Ochsenberg zuständige Güglingen.
    Mein Verdacht wären die Bhnstrecken Ulm-Stuttgart und dann Stuttgart-Heilbronn.



    Gruß
    Michael

  • Lieber Michael,


    schöne Rückseite - ich glaube, dass du beim Laufweg richtig liegst, kann aber nichts beweisen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Liebe Freunde,


    nur ein Beifang, aber weil ich keinen geeigneten Thread gefunden habe, zeige ich ihn mal hier:


    Stuttgart 14.3.1857 an die Gemeindepflege in Geddelsbach, heute mit gut 250 Einwohnern gesegnet. 3x Porto kann ich noch nachvollziehen - der rosa Tintenstrich kam sicher von der Kassenprüfung, der Rest erschließt sich mir aber nicht wirklich. Die Stempel hinten sind aber ganz nett. Post in so kleine Käffer dürfte es wohl nicht viele geben ...