Preußen - Luxemburg

  • Hallo Preußensammler,


    immer eine Freude Deine schönen Briefe zu sehen.


    von mir noch einer aus Köln. Leider unterfrankiert ;) ;) ;)


    schönen Gruss


    Peter


  • Hallo Peter,


    "leider unterfrankiert". Ha, ha, ha - der war gut! Wer hat schon unterfrankierte Briefe nach Lux?


    Die 25 Centimes hat Preußen aber nicht notiert - das hat man den Letzeborjern überlassen. Klassebrief!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    zwei Briefe nach Luxemburg möchte ich euch zeigen.
    Der erste ist von Trier nach Luxemburg vom 16.06.57 frankiert mit einer Preussischen 1 Sgr. Marke (Nr.6)
    Bei vielen Auktionen werden solche Briefe gerne mit einem Nahbereichstarif beschrieben. Dieser Nahbereichstarif gab es im Postvertrag von 1847. Er bezog sich aber auch nur auf Grenzorte innerhalb von 3 Meilen (z.b. Trier-Echternach) und betrug 10 Pfennig. Nach dem Beitritt von Luxemburg zum DÖPV wurden nach meinem Verständnis dieser Nahbereichstarif aufgehoben.
    Der 2 Brief ist interessanter. Brief aus Aachen nach Luxemburg vom 01.02.55. Die Brieftaxe betrug 2 Sgr. und das ist auf Grund der Entfernung i.O. Aber was macht der Franco Stempel auf dem Brief? Lief dieser Brief über Belgien? Den zweiten Stempel auf der Siegelseite kann ich leider nicht erkennen.


    schönen Gruss
    Peter

  • Hallo Peter,


    eine Frage zum 2. Brief - er war ja frankiert mit 2 Sgr. als Postvereinsbrief über 10 bis 20 Meilen bis 1 Loth. Wenn er über Belgien gelaufen wäre (ich weiß nicht, ob das regulär nach einem Postvertrag möglich war), dann hätte man doch ein Weiterfranko angeben und bezahlen müssen, weil Belgien sicher nicht gratis gearbeitet hätte, oder täusche ich mich da?


    Der Franco - Stempel sieht niederländisch aus, aber könnte wohl eher in Luxemburg abgeschlagen worden sein, warum auch immer.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Michael ,


    Vielen Dank,daß würde bedeuten das der Brief über Belgien lief. Im Postvertrag mit Luxemburg gibt es einen Artikel 7, den ich zu meiner Schande aber nicht kapiere.


    schönen Gruss
    Peter

  • Hallo Peter,


    Beispiel zum Verständnis:


    Preußen - Luxemburg 2 Sgr.


    Angenommene Transitkosten für Belgien von 1 Sgr.


    Kosten eines Briefes also 3 Sgr.. Von den Transitkosten zahlte Preußen die Hälfte, die andere Hälfte blieb an Belgien haften. De facto kassierte Preußen somit 2,5 Sgr. und Belgien 0,5 Sgr..


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Mein Brief des Monats. Allerdings die Beschreibung! Ich tue mich echt schwer mit deutschen Belegen. Schon alleine die Schrift bereitet mir Probleme. Der Name des Absenders Windgassen & Tillmann ist ins Briefpapier eingestanzt . Auch befindet sich auf dem Verso noch das sehr gut erhaltene rote Wachssiegel. Der Empfänger Internationale Bank in Luxemburg.



    Hier der Text der meinem Einkauf beilag :


    1869 Faltbriefhülle aus Cöln als versuchter Wertbriefversand mit entsprechenden Tax-Vermerken, diese wieder gestrichen und dann als Auslandsbrief mit violettem Fraco-Stempel „COELN BAHNHOF F 25.4.69“ und Taxe 2 nach Luxemburg versendet, rückseitig mit Ankunftsstempel



    Soweit ich ermittelt habe war Luxemburg teil des Norddeutschen Bundes (Nördlicher Bezirk), angeschlossen durch den Vertrag vom 23.11.1867. Das Porto betrug gemäß Portostufe vom 1.1.1868 1 Silbergroschen für 1 Loth. Darüber 2 Silbergroschen


    Ich hoffe mal auf etwas Unterstützung hier im Forum

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Warum steht (ungestrichen) eine rote 1 bei Franko? Der Frankostempel deutet ja auch auf eine Frankatur hin. Kann mich jemand aufklären?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ich spekuliere mal, dass es sich ursprünglich um einen paketbegleitbrief handeln sollte... daher die tax. oder lese ich da nicht "... 1 paket mit ..."?

    „Männer für gefährliche Reise gesucht. Geringer Lohn, bittere Kälte, lange Monate kompletter Dunkelheit, ständige Gefahr, sichere Rückkehr ungewiss. Ehre und Anerkennung im Erfolgsfall.“


    – Ernest Shackleton

    2 Mal editiert, zuletzt von woermi ()

  • Hallo Zockerpeppi


    ein interessantes Stück! Ich gratuliere zum Erwerb.


    Links oben sind 5 2/10 Loth Gewicht notiert wunden. Der Text daneben, soweit ich ihn entziffern kann:
    Eingesand 1 Packet mit Adresse enth(altend) 50 Thaler Werth in ???? (Beim letzten Wort muß ich passen)


    Neben Franco ist eine große "1" und 5 1/2 Bruchstrich 2 1/2 jeweils in Rot!


    5 1/2 Sgr wäre das deutsche Franco bis Wasserbillig, was sich aus 4 Sgr. Gewichts- und 1 1/2 Sgr. Assecuranzgebühr zusammensetzt.
    2 1/2 Sgr wäre das luxemburgische Franco ab Wasserbillin, bestehend aus 2 Sgr. Gewichts- und 1/2 Sgr. Assecuranztaxe.


    Der Wunsch des Absenders war ja, alles zu bezahlen! Danach hätte er 8 Sgr Franco entrichten müssen! Warum auch immer, wurde sowohl die unvollständige Paketdecaration (Signierung fehlt!) und die dazugehörigen Taxen gestrichen. Er bezahlte 1 Sgr für den Brief. Der Francostempel wurde zu Barfrankierung genutzt.


    Ob der Brief nun tatsächlich 5 2/10 Loth wog.... naja, wie auch immer, jedenfalls wurden noch 2 Sgr Porto angeschrieben, also der fehlende eine Silbergroschen für ein Brief ab 1 Loth + einen weiteren Sgr. als Ergänzungsporto. Sicher ist, dass der ursprüngliche Fahrpostbrief somit ein gewöhnlicher Brief wurde.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Liebe Freunde,


    da muß ich gestern Abend wohl geschlafen haben? Habt Erbarmen mit einem armen Sünder.


    Ulf`s Beschreibung ist natürlich richtig: Barfrankatur für die 2. Gewichtsstufe.


    Gruß


    1870/71

  • Liebe Sammelfreunde


    der erste Teil meiner obrigen Antwort bezog sich darauf, als wenn das Paket aufgegeben wurde.
    Laut meinen Unterlagen, galt für Luxemburg nur bei der Briefpost, die gleiche Taxe wie im Norddeutschen Bund, bei der Fahrpost wie oben beschrieben.


    Mich würde tatsächlich mal interessieren, ob hier ein Postbetrug vorgelegen haben könnte.


    Der Begleitbrief wäre ja portofrei gewesen, allerdings dürfte er nur einfach gewesen sein... und bei einem schweren Brief wäre jeweils, je Postgebiet, die Gewichttaxe nochmal fällig gewesen... Dazu paßt jedoch die Taxierung nicht.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Einerseits bin ich froh dass ich dann doch nicht ganz daneben lag. Ich hätte mich früher oder später aber wieder gemeldet. Ich komme noch einmal auf den deutschen Text zurück :


    Eingesand 1 Packet mit Adresse enth(altend) 50 Thaler Werth in ???


    was Wort bedeutet wohl Coupons . Meine Schlußfolgerung : die Kölner wollten ihre Dividende kassieren und hatten ursprünglich vor Coupons im Wert von 50 Thalern einzulösen. Scheint plausibel oder ?


    Wenn ihr etwas Geduld aufbringt, suche ich eine Aktie Serie I aus dem Jahre 1859 heraus

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Hallo Zockerpeppi,


    Copuons ist richtig - mit 1 Groschen unterfrankiert, daher noch 2 Sgr. Nachporto (warum nicht umgerechnet in Centimes in Luxemburg?).


    Ich denke, man hat die Coupons einfach im Brief belassen und ihn per Briefpost unversichert abgeschickt. Da er unterfrankiert war und die Post schauf auf die 2 Sgr. war, war ein Verlust des Briefes mit seinem Inhalt nicht sehr wahrscheinlich. Es kostete ja nur 1 Groschen mehr bei unterfrankierten Briefen, aber er hat sich dafür viel mehr gespart, als wenn er versichert mit der Fahrpost verschickt hätte.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus