England - Württemberg über Bayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    dieses nette Brief aus Plymouth vom 5.Sept. 1848 traf nach 10 Tagen


    in Nürnberg ein und wurde hier mit 42 xr. Auslage beschwert, plus 8 xr.


    für den bayerischen Transit und 4 xr. für Württemberg durfte der


    mehr oder minder glückliche Empfänger 54 xr. für den Empfang berappen.


    Die Weiterleitung von Canstatt nach Hedelfingen verursachte wohl keine weitern


    Kosten. Mit dem weiteren Taxen bin ich mir unsicher:


    6 3/4 (Währung ?) bis Hamburg, 6 sgr. bis Nürnberg ergeben 11 3/4 sgr. ,


    welche in 42 xr. umgerechnet wurden ?


    Für eine Hilfestellung wäre ich sehr dankbar


    beste Grüße


    bayernalbi

  • Hallo bayernalbi,


    6 3/4 Sgr. fremdes Porto in Hamburg legt Preußen aus. 5 Sgr. verlangt Preußen bis zur bayer. Grenze = 11 3/4 Sgr. = 42x, die Nürnberg in Auslage nahm. Dazu, wie richtig beschrieben, 8x für Bayern bis 1/2 Loth und 4x für Württemberg ab bayer. Grenze bis zum Postamt Bad Cannstatt = oben rechts 54x Auslage.


    Der Zielort liegt nur 4 km von Bad Cannstatt entfernt, daher glaube ich nicht an 6x von dort nach Hedelfingen, weil das nur ein Botenlohn hätte sein können. Für meinen Geschmack viel zu viel. An eine Nummerierung glaube ich aber auch nicht, weil die zu groß und zentral ausgeführt worden wäre. Daher kann ich sie nicht deuten.


    Briefe aus GB über Hamburg und Bayern nach irgendwohin sind selten. Ein toller Kauf und wenn wir die "6" noch heraus bekommen, ist alles bestens.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    meines Erachtens steht die "6" für 6d., also den dem Vereinigten Königreich zustehenden Anzeil an diesem Portobrief. Nach dem Postvertrag Vereinigtes Königreich/Preußen von 1846 (gültig ab 01.01.1847) war es beim Leitweg über Hamburg so, dass GB bei Briefen der ersten Gewichtsstufe 6d. zustanden, die auch in GB notiert wurden. Hamburg bekam als Transitgebühr umgerechnet 2d. von Preußen. Beim Leitweg über Belgien hingegen bezahlte GB die belgische Transitgebühr (in gleicher Höhe). Deswegen findet sich bei solchen Briefen neben der "6" auch eine "2", beide mit schwarzer Tinte notiert.


    Viele Grüße,
    nitram

    Forschungsgemeinschaft Großbritannien e.V. (FgGB)

    http://www.fggb.de

    »50 Jahre FgGB (1970–2020)«