• Hallo,


    dieser Brief nach Hechingen wurde in Achberg geschrieben. Dies ist ein Ort der zwischen Lindau und Wangen liegt.
    Sowohl Achberg als auch Hechingen unterstanden zu dieser Zeit dem preußischen König, nachdem infolge der Revolution von 1848/49 die Fürsten von Hohenzollern-Hechingen auf ihre Souveränität zu Gunsten ihres preußischen Verwandten verzichteten.
    Aufgegeben wurde der Brief im württembergischen Wangen am 13. August 1851.
    Nachdem Württemberg zum 1. Juli 1851 das Postlehensverhältnis mit Thurn und Taxis wieder auflöste, lief dieser Brief in der nur 3 1/2 Monate dauernden Epoche der Vormarkenzeit von der Verstaatlichung der Post bis zur Einführung der ersten Briefmarken in Württemberg am 15.10.1851.
    Interessant ist auch das Franko. Sicher ist, dass das Franko von Wangen bis Hechingen 6 Kr. kostete. Doch für was wurden zusätzlich 1 Kr. bezahlt. Entweder war es ein Bestellgeld, das in Württemberg erst am 1.9.1851 abgeschafft wurde, oder wurden die Postämter in Hohenzollern nicht verstaatlicht, sondern unterstanden weiterhin Taxis, dann wäre es der taxissche Anteil.


    Grüsse von liball

  • Hallo liball,


    ein hochinteressantes Stück - ich tendiere eher zu der Annahme, dass 1x für das Bestellgeld und nichts an postalischem Weiterfranko bezahlt wurde. Ich kenne das von Baden, wo Briefe an hessische Behörden das Bestellgeld vorausbezahlt bekamen, weil sie sonst nicht angenommen worden wären (ich hatte mal solch einen seltenen Brief). Aber wissen tue ich es nicht.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Interessant ist auch das Franko. Sicher ist, dass das Franko von Wangen bis Hechingen 6 Kr. kostete. Doch für was wurden zusätzlich 1 Kr. bezahlt. Entweder war es ein Bestellgeld, das in Württemberg erst am 1.9.1851 abgeschafft wurde, oder wurden die Postämter in Hohenzollern nicht verstaatlicht, sondern unterstanden weiterhin Taxis, dann wäre es der taxissche Anteil.

    Es handelt sich in der Tat um das Bestellgeld, das in Hohenzollern noch längere Zeit zu bezahlen war. Es gibt in der Markenzeit die sehr raren Briefe, bei denen das Bestellgeld schon im Voraus frankiert wurde. Solche 4 oder 7 Kreuzer Frankaturen sind sehr gesucht und werden teuer bezahlt. Ebenso behandelte Briefe in andere Taxisgebiete - Wimpfen wäre so ein Kandidat - kenne ich allerdings nicht. Thoma schreibt in seinem Handbuch es wäre eine Vereinbarung zwischen Hohenzollern und den umliegenden württ. Postämtern gewesen. (Brühl/Thoma, Handbuch der Württemberg-Philatelie, S. 112 Zit. 27)


    Gruß


    wuerttemberger

    Gruß


    wuerttemberger