Bayern - Niederlande

  • Hallo Ralph, hallo Dieter,


    Den Einwand der möglicherweise nicht original haftenden Marke kann ich akzeptieren. Der Brief ist nicht geprüft. Ich habe ihn mir von innen im Durchlicht angesehen. Der Brief ist in jeder Hinsicht aktenfrisch. Im Bereich der aufgeklebten Marke sind keine Wasserspuren und keine Stempelreste unter der MArke zu sehen. Wenn original eine 12 Kreuzermarke drauf war, hätte der Fälscher auch noch " noch 1 Sgr." draufgeschrieben, damit wir wie jetzt noch genauer hinsehen?

  • Lieber Martin,


    soll es alles geben - ich würde ihn mir attestieren lassen, oder wie der Hesse sagt: Sischäär iss sischäär. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein mit nur 9 Kreuzer und somit um 7 Kreuzer unterfrankierter Brief von Bamberg nach Amsterdam vom 14.5.1859.

    Der Brief wurde als unfrankiert behandelt und mit 3 Sgr. (in blauer und schwarzer Tinte) vortaxiert. 3 Sgr. entsprachen dem Wert von 20 Cents. Zusammen mit weiteren 10 Cents nierdeländischem Porto wurde letztendlich eine Portoforderung von 30 Cents (in schwarzer Tinte) angeschrieben.

    Gruß

    bayernjäger


  • ... manchmal glaube ich, dass es schwieriger ist, einen korrekt frankierten NL - Brief aus Bamberg zu finden, als einen krummen Hund wie diesen hier. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Sammlerfreunde,

    heute geht es unterfrankiert von Augsburg nach Amsterdam vom 18.JUL.1868.

    Das erforderliche Franko wäre 12 Kreuzer gewesen.

    Es befinden sich mehrere handschriftliche Vermerke auf dem Brief. Ich lese blau "15" und "1 2/4", rot "I" und schwarz "W" bzw. wohl "10", was sich rot auch auf der Rückseite befindet.

    Für welche Taxierung das steht, bitte ich um fachkundige Mithilfe.

    Gruß

    bayernjäger

  • Hallo Udo,


    kostete ein unfrankierter Brief nicht 25 Cents? Dann wären es 25 Cents abzüglich der frankierten 9x = 10 Cents für den Empfänger (alles aus der Hüfte).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Guten Abend Sammlerfreunde,


    ich denke, der - sehr ansehliche - Portobrief anbei gibt zu denken. Von Ludwigshafen a.Rh. nach Rotterdam gelaufen im April 1865. 25 Cent wurden als vom Empfänger in Rotterdam zu entrichtendes Gesamtporto angeschrieben, in Preussen 10 Cents Weiterfranco (???) und 4 Sgr, die zwar auch den 25 Cents der Gesamtforderung entsprechen. Aber wenn 10 Cents - wenn ich das richtig verstanden habe - 2 SGr waren, dann blieben von den 4 SGr nur 2 SGr, die aber nicht für die Vereinstaxe von 3 SGr gereicht haben. Und was ich überhaupt nicht begreife, wo ist hier ein Portozuschlag erhoben worden und wem stand der überhaupt zu ?


    + Gruß

  • Hallo Tim,


    ich verstehe nicht warum da 2¾ Sgr angeschrieben wurden. 10 Cts von der Grenze bei Emmerich nach Rotterdam passen.


    beste Grüße

    Dieter

  • Hallo Sammlerfreunde,

    Frankobriefe kosteten 12 xr. 8xr für Bayern und 4 xr für NL.

    Bei unfrankierter Absendung waren hier in NL 25 Cents zu zahlen.

    Die 2 3/4 Sgr. entsprachen der Portoforderung an NL in Höhe der 8xr.

    Die 10 ist für die Berechnung nicht relevant, da immer 25 Cents (siehe post 87) für einen Portobrief fällig waren.

    Gruß

    bayernjäger

  • Hallo Tim,


    zu deinem schönen und interessanten Portobrief (daher konnte es kein "Weiterfranko" geben) aus Ludwigshafen vom 21.4.1865 folgendes:


    Preusse hatte mit den NL zum 1.1.1864 einen neuen PV abgeschlossen und dies Bayern auch rechtzeitig mitgeteilt. Bayern veröffentlichte diesen PV aber erst mit dem 1. VO- und Anzeigeblatt am 5.1.1864, so dass die ersten 5 Tage Briefe nach dem Altvertrag behandelt wurden (und so einen suche ich schon lange).

    Unter der lfd. Nr. 37.441 vom 29.12.1863 § 1 wurde fixiert, dass man porto oder ganz franko Post verschicken konnte.

    Bei Portobriefen waren diese im 1. Gewicht (bis 1 Loth exkl.) von der Aufgabepost mit 2 3/4 Sgr. auszutaxieren, wie hier schön zu sehen. Wichtig: Frankobriefe aus der Pfalz (Bayern) kosteten 12x, wovon Bayern 8x und die NL 4x bekommen sollten. Portobriefe aus den NL nach Bayern (Pfalz) kosteten aber 14x!

    2 3/4 Sgr. entsprachen 10x paritativ, daher gewann Bayern bei Portobriefen 2x im Vergleich zu Frankobriefen.


    Die in den NL gezahlten 25 Cents entsprachen 5 Sgr. = 18x, womit auch die NL statt 4x jetzt 8x bekam und auch profitierte. Die angeschriebenen 10 waren Cents und entsprachen tatsächlich 2 Sgr. = 7x, womit die Verwirrung komplett ist, aber das ist halt den Rundungen der Reduktionen von Cents, Sgr. und Kreuzern geschuldet.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo zusmmamen,


    und ja dann mal großes Dankeschön an Euch alle für die korrekte Interpretation dieses leicht abstrakten Kunstwerkes. Werde mir dann einmal den besagten Postvertrag besorgen, damit man durch derartiges nicht den Boden der Realität verliert. Aber nochmal der Vollstädigkeit halber: Diese 2 3/4 SGr soll die Aufgabepost in Ludwigshafen austaxiert haben ?


    Grüße

  • Morsche Tim,


    ja, so war es - wie Portobriefe in den 1850er Jahren via PCM in die USA über Aachen in 2 Sgr. bei der Aufgabe auszutaxieren waren, gab es auch später noch PVe, bei denen die Süddeutschen gleich in Sgr. zu taxieren hatten.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Sammlerfreunde,

    hier ein identischer Brief aus Schweinfurt nach Harlem vom 5.9.1864.

    Gleiche Taxbehandlung wie beim Brief oben, lediglich die nicht erforderliche 10 fehlt.

    Gruß

    bayernjäger


  • Liebe Freunde,


    ein komplizierter Brief harrt seiner finalen Erklärung:

    Kuvert teilfrankiert mit 12 Kreuzern (bis wohin, Kassel?) wurde in Miltenberg (1. Rayonstempel Miltenbergs, verwendet 1802-1810) addressiert an:

    Seiner Hochgebornen Dem Königl. Preussischen Cammer-

    Herrn und Drosten, Reichs-

    Freiherrn zu Inhausen (richtig: Innhausen) und Knyphausen,

    Herrn zu Lüttetsburg (richtig: Lütetsburg bei Norden in Ostfriesland

    über Kassel

    Hannover und Bremen

    auf die Post gegeben

    den 20ten Jan(uar)


    Miltenberg war 1803 fürstlich Leiningisch geworden, kam 1806 an Baden als Thurn und Taxis Lehenspostanstalt und erst 1810 ins Großherzogtum Hessen, was die Sache nicht leichter macht ...


    Norden und Umgebung, also auch unser Zielort Lütetsburg, gehörte bis 1810 zum Königreich Holland, danach aber zum Kaiserreich Frankreich als Stadt des Departements Ems-Oriental.

    Der Empfänger ist sicher Edzard Mauritz Freiherr zu Innhausen und Knyphausen, der am 10.3.1748 in Lütetsburg geboren und dort am 29.1.1824 verstorben ist.

    Wäre der Brief nach 1810 verfasst worden, wäre der 2. Rayonstempel von Miltenberg zum Einsatz gekommen, somit kann er nur von Jan. 1802 bis Jan. 1809 sein.

    Die Taxen 14, 16 1/2 und nochmals 16 1/2 deuten in nichts auf eine französische Schreibweise oder Währung hin, weil es dort keine 1/2 usw. gab.

    Meines Erachtens sollte der Brief also ins damalige Königreich Holland gelaufen sein und 16 1/2 Stuiver (?) gekostet haben. Bis wohin die vom Absender bezahlten 12x reichten, ist unklar - Kassel ist für mich vorstellbar, evtl. sogar bis Hannover.

    Wer kann, gerne aus dem hohen Norden, hier helfen und ist historisch, postalisch und währungstechnisch beschlagen?

  • Liebe Freunde,


    damit es keinem hier zu leicht wird, zeige ich eine vielseitigen Brief, leider ohne Datum, aus Heubach (heute: Klein- und Großheubach) mit Postaufgabe 20.6.18?? in Miltenberg mit fast unleserlichem Rayon-Stempel an Madame la Gouverniaire de Rouillé A Ath, damals wohl Französisch, eigentlich niederländisch und ab 1830/31 belgisch.

    Der Absender zahlte 4x bis zur Grenze (welcher?) und notierte "par Francfort et Cologne". Die roten Ziffern kann ich nicht sicher deuten - franz. 4? Deutsche 4? Am Ende zahlte der Empfänger wohl 13 Decimes, aber da das Jahr nicht fest steht, könnten es wohl auch Stuiver gewesen sein. Wer weiß Rat?