Unbestellbare Briefe

  • Liebe Freunde,


    @bk hatte schon mal aus Bayern unzustellbare Briefe gezeigt, die zurück an den Absender gesandt wurden, dieser die Adresse korrigierte/vervollständigte und dann (ohne erneute Kosten) neu aufgab. Für einen derartigen preußischen Brief brauchte ich etwas Geduld, aber nun kann er gezeigt werden:



    1863 ging es von Essen an die bekannte Adresse Farina in Cöln gegenüber dem Jülicher Platz
    Zunächst war der Brief aber ohne den letzten Zusatz adressiert gewesen und wurde, da es in Cöln damals etliche Farinas gab, von dort an den Absender zurückgesandt, rückseitig mit dem Vermerk Welchen von ??? versehen. Netterweise schlug man vorher noch, ganz korrekt, den Entlastet-Stempel ab, mit dem die Korrektur der Briefkarte bestätigt wurde.
    Der Absender vervollständigte die Adresse und gab ihn am Folgetag erneut auf. Es blieb bei der einmaligen Taxierung von 1 Sgr. Porto (< 10 Meilen Entfernung).


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    auf den hat sich zu warten gelohnt - ein Vortragsbrief! Klasse - perfekt für deine Contra - Sammlung (mangelhafte Ausführung der Adresse, könnte die Überschrift lauten). :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    danke. Ja, der hat eigentlich alles, was man sich wünschen kann.
    So wächst die Sammlung langsam heran ... :)


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Sammlerfreunde,
    eigentlich müsste es ja einige dieser Briefe aus der Farina-Korrespondenz geben, weil erstens zu dieser Zeit an bekannte Adressen meistens keine Straßenangabe erfolgte und zweitens es in Köln mehrere Farinas gab.
    Beste Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    gibt es auch - ich habe sicher ein Dutzend davon gesehen und vlt. 3 oder 4 Briefe in meinen Sammlungen - aber den Entlastet - Köln - Stempel von liball habe ich seitdem nicht mehr gesehen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    aus Cöln gibt es tatsächlich einige dieser Briefe mit dem Entlastet-Stempel. Anbei noch einer aus Ratibor von 1858.



    Rückseitig wurde notiert Welcher von den Vielen dieses Namens in Cöln?
    Der Absender war von aussen nicht ersichtlich, aber die Post in Ratibor konnte den Brief wohl zuordnen und notierte ihn links unten (und lag damit richtig, wie ein Blick in den Inhalt verrät), so dass der Umweg über die Öffnungsstelle der OPD gespart werden konnte.


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Freunde,
    hier ein weiterer Brief an Farina. Es handelt sich um einen Portobrief.
    Rückseitiger Vermerk "welcher von vielen?"
    Vorderseitig Retoure-Vermerk in Blau ret 17/5 und in gleicher blauer Tinte Streichung der Adresse Cöln. Zudem wurde der Entlastet-Stempels abgeschlagen.
    In Emden war der Briefeschreiber wohl bekannt, die Post hat in Blei den Namen Wernecke vermerkt, stimmt auch mit dem Inhalt überein.
    In schwarzer Tinte wurde nun der Zusatz "gegenüber dem Jülichs Platz" hinzugefügt.
    Entfernung Emden - Köln = 36 Meilen, also 3 Sgr + 1 Sgr. Ergänzungsgebühr in den Postverein.
    Warum wurde die dunkelblaue 4 in Köln gestrichen und dann (wo?) eine 4 in Blaustift geschrieben? Musste Herr Wernecke den zurückgesandten Brief bezahlen?
    Wer weiß Bescheid?
    Der Inhalt gibt noch etwas Interessantes im Post Skriptum her:
    Es wird mir Eau de Cologne von dorten angeboten, die Ihrer ganz gleich kommen soll zu 3?? a 3%? ; die soll in London den Preis erhalten haben, wie verhält sich das?
    Plagiate gab es auch früher schon.
    beste Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • liebe Freunde,
    kann jemand lesen, was im Postskriptum des Briefes steht?
    die Ihrer ganz gleich kommen soll zu 3?? a 3%? ;
    Speziell die Zeichen hinter der ersten 3. Die kommen mir zwar bekannt vor, aber ich komme nicht drauf. Könnte das eventuell Pfennig bedeuten?
    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Freunde,


    da ich gerade beim Aufarbeiten verschiedener Briefekistchen bin:


    Der folgende Brief aus dem Jahr 1853 vom preußischen Finanzministerium der Finanzen, Abt. Forsten und Domainen, an den Kandidaten Herrn Petersen war zunächst als Ortsbrief mit Straßenangabe adressiert. Die Post notierte rückseitig Adressat ist vor etwas 14 Tagen nach seiner Heimath gereist und bis jetzt in der bezeichneten Wohnung nicht wieder zurückgekehrt.

    Der Brief wurde an die absendende Behörde zurückgesandt. Diese hatte anscheinend die Heimatadresse zur Hand und notierte diese nunmehr vorderseitig, woraufhin der Brief gegen Zahlung von 2 Sgr. Porto zugestellt wurde.



    Der Brief weist 2 (m.M. nach irreguläre) Besonderheiten auf.

    Die erste Portoforderung von 1 Sgr. für einen Ortsbrief wurde mit Rötelstift notiert.

    Der erste Aufgabestempel wurde bei der erneuten Aufgabe nicht durchgestrichen.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

    2 Mal editiert, zuletzt von Michael ()

  • Lieber Michael,


    ein feiner Brief - klasse!


    Kurze Verständnisfrage: Der eine Groschen galt ja als Bestellgeld - wurde der abgestrichen, weil der Brief nicht zugestellt werden konnte auf Kosten der Staatskasse, oder musste der Absender ihn doch bezahlen?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    analog zu den weiter oben gezeigten Farina-Briefen mit ergänzter Adresse war es auch hier: Der 1. Zustellversuch war nicht gesondert zu zahlen, der 1 Sgr. wurde weder vom Absender noch vom Empfänger bezahlt. Frankfurt / O. war > 10 Meilen von Berlin entfernt, hierfür wurden 2 Sgr. Porto fällig.


    Viele Grüße

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte