Berlin-Marken und Ganzsachen in Bayern verwendet

  • hallo zusammen,


    zur Berliner Bautenserie wurde am 1.11.1949 auch ein Markenheftchen herausgegeben. Die enthaltenen 6 Heftchenblätter umfassten je 5 Briefmarken und das Zierfeld mit dem Eindruck "100 Jahre deutsche Briefmarken" . Der hier frankierte Zusammendruck könnte aus einen Heftchenblatt mit der 20 Pf. Marke stammen, aber der gerissene Oberrand weist darauf hin, daß er aus dem Markenheftchenbogen 1 herausgetrennt wurde.


    Einfacher Fernbrief, der am 15.4.1951 von München nach Lindach - Post Hohenwart - bei Schrobenhausen gesandt und mit dem waagerechten Zusammendruck W13 wurde. Lindach ist heute in Pörnbach eingemeindet und dürfte keine 100 Einwohner haben.


    mit bestem Gruß
    stampmix

  • hallo zusammen,


    ich zeige sie einfach mal - und wenn's nur wegen des schönen Gelegenheitsstempel "(13b) MÜNCHEN / DER BRIEFMARKENWETTBEWERB" und dem Sondereinschreibezettel "(13b) MÜNCHEN 2 / Sonderstempel" ist.


    Fernpostkarte als Luftpost-Einschreiben-Drucksache am 24.7.1950 von München zum Flughafenpostamt Frankfurt - postlagernd - gesandt. Von dort an den Apotheker aus Braunlage weitergesandt, der zu dieser Zeit für eine Vielzahl von Flugpostbelegen sorgte. Auf dieser Karte versammelte er Marken Berlins (4Pf. Bautenserie, Grünaufdruckmarken 5Pf. und 10Pf.), der BiZone (Quer durch Deutschland und Goethe) und der BRD (100 Jahre Deutsche Briefmarken) nebst Luftpostvignette und SoS-Bayernmarke. Als Drucksache versandt mußte keine Notopfermarke frankiert werden und Kartentext war auch keiner nötig.


    mit bestem Gruß
    stampmix

  • hallo zusammen,


    diese Karte vom 4.6.1951 ist zweifelsfrei Bedarf. Einen kleinen Einblick in die Nachkriegszeit erhält man, wenn der Absender berichtet, daß bei der Heimreise bei 100km/h der geflickte Reifen geplatzt sei. Die Notopfermarke und 10Pf. Marke der Glockenserie ist mit dem Münchner Gelegenheitsstempel: (13b) MÜNCHEN / DEUTSCHE HANDWERKSAUSSTELLUNG 1951 entwertet.


    mit bestem Gruß
    stampmix

  • Hallo stampmix,


    es ist schon erstaunlich, dass in den Kisten vor über 60 Jahren einer solch einen Unfall überlebt hat - ich möchte zu heutiger Zeit keinen Reifenplatzer bei 100 km/h haben, trotz vieler Sicherheitssysteme. Da wird der Text fast noch interessanter, als die schöne und sicher nicht häufiger Karte.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo bayern klassisch,


    Schutzengel gab es auch damals schon. Meiner hatte mehr zu tun als der im Filmchen, liegt vielleicht an der Automarke. Ob auf der Münchner Handwerkerausstellung zuverlässigere Reifenflicker zu finden waren?


    mit bestem Gruß
    stampmix

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  • hallo zusammen,


    der Nürnberger Briefmarkenhändler sandte am 20.4.1951 einen doppelschweren Wertbrief nach Regensburg. Zur Freimachung des Portos nahm er die Berliner Stephanmarke zu 1 DM, deren Erstverwendung über 2 Jahre zurücklag und die bis Juni ´51 frankaturgültig war. Die Marken des Berliner Stephanssatz sind wegen der unpassenden Wertstufen 12Pf-16Pf-24Pf, sowie 50Pf-60Pf-1DM-2DM äusserst selten in der BRD verwendet worden. Tarifrichtig ergänzt mit 5Pf. Berliner Bautenmarke und 10Pf. Bautenmarke. Rückseitig AKS von Regensburg 21.4.1951


    besten Gruß
    stampmix

  • hallo zusammen,


    die Byzantinische Zeitschrift forderte am 28.1.1954 beim Verlag in Rom ein Rezensionsexemplar von Degrassis "I Fasti consolari dell´Impero Romano" (zur Erheiterung könnt ihr gerne mal den google-translator bemühen ;-) ) an. Die Auslandspostkarte wurde tarifgerecht mit der 3.Ausgabe der Freiheitsglocken-Marken Berlins (Mi.102) zu 10 Pf. frankiert.


    besten Gruß
    stampmix

  • hallo zusammen,


    Kartonphilatelie? Diese in den 50er und 60er Jahren beliebten Erinnerungskarten, bei denen anläßlich bedeutender Veranstaltungen Vordruckkarten philatelistisch frankiert wurden, gibt es zuhauf. Sie zeigen in der Regel Sondermarken, die mit dem Gelegenheitsstempel entwertet wurden, und wandern ungebraucht ins Sammleralbum.


    Passend zum Beitrag #20 (bis #26) zeige ich hier eine weitere Karte zu den Richard-Wagner-Festspielen 1953, die mit den Marken "Berühmter Berliner Männer" und Brandenburger Tor versehen und am 7.8.1953 gestempelt wurde. Am 8.8.1953 als Auslandskarte nach Malmö (S) verwendet, wurde sie mit 10Pf. Posthorn (wenig attraktiv) auffrankiert und erhielt den Tagesstempel (13a) BAYREUTH 2 f. Definitiv Bedarf, nicht nur wegen, der schlechten Kartonqualität geschuldeter, Altersknitter.


    besten Gruß
    stampmix

  • hallo zusammen,


    das Berliner Markenheftchen "100 Jahre deutsche Briefmarke" wurde mit Heftchenblättern zu je 5 mal 1Pf, 4Pf, 10Pf und 20Pf Marken der Berliner Bautenserie mit Zierfeld bestückt. Der hier gezeigte Brief wurde jedoch mit Zusammendrucken des Markenheftchenbogens (MHB1) freigemacht und den hatte wahrlich nicht jeder zuhause rumliegen. Einschreibe-Doppelbrief vom 20.3.50 von München nach Hanstedt AKS (24a) HANSTEDT / über / HAMBURG-HARBURG 1 vom 21.3.1950.


    besten Gruß
    stampmix

  • Hallo stampmix,


    schönes Stück, aber waren 81 Pfg. denn portogerecht? Leider kenne ich mich mit den Gebühren dieser Zeit gar nicht aus.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo bayern klassisch,


    deinem Adlerauge entgeht nichts :thumbup: und der fehlende Hinweis auf die nicht ganz tarifgerechte Frankierung bescherte mir immerhin mal wieder ein feedback :)


    Das Porto für einen Fernbrief 21-50gr. betrug 40Pf., die Einschreibung weitere 40Pf. macht zusammen 80Pf. plus Notopfermarke, die aber mit der Frankatur nichts zu tun hat. Der Sammler wollte jetzt aber die Zusammendrucke frankieren und hätte jetzt eine 1Pf. weglassen müssen. Nur welche? Am besten natürlich eine vom 1Pf. Kehrdruckpaar - nur: halbe Kehrdruckpaare gibts massig, genannt Briefmarke :whistling: . Und eine Kehrdruckhalbierung? Wäre ein netter Versuch gewesen. So entschied er sich schweren Herzens seiner philatelistischen Leidenschaft den 1Pf. Tribut zu zollen. Nennen wir es Stempelgebühr und freuen uns über die Überfrankatur.


    besten Gruß
    stampmix

    Einmal editiert, zuletzt von stampmix ()

  • Hallo stampmix,


    danke für die Aufklärung - ich hatte mir das mit der 1 Pfg. Überfrankatur gedacht und es genau so gesehen. Wenn man die schönen Zusammendrucke nicht devaluieren will, musste man halt für 1 Pfg. in den sauren Apfel beißen. Gott-sei-Dank war das aber so, sonst hättest du keinen so attraktiven Brief und eine Überfrankatur von 1 Pfg. erkennen unsere Jugendlichen eh nicht mehr, weil bis 80 zu zählen schon cerebral unmöglich ist, darüber geht schon gar nichts mehr ...


    Bitte weiltere Rosinchen einstellen - das Feedback ist ja bei allen Foren sehr gering - weil: Lesen wollen alle, nur schreiben will (fast) keiner. Da sind wir schon ein bisschen Elite, oder? :thumbsup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo zusammen,


    am letzten Tag des Bayerischen Landesturnfestes 1952 in Augsburg, dem 20.7.1952, wurde eine Drucksache nach Northeim gesandt, mit der Berliner 4 Pf. Sondermarke zu den Vorolympischen Festtagen frankiert und mit dem schönen anlassbezogenen Maschinensonderstempel entwertet. Wer es nicht kennt: links oben ist das Turnerkreuz zu sehen



    mit bestem Gruß
    stampmix

  • hallo zusammen,


    der Münchner Ganzsachen Sammlerverein 1912 e.V. feierte 1952 sein 40 jähriges Jubiläum und ließ zu diesem Anlass Privatganzsachen mit den Wertstempeln der II.Glocken-Serie Berlins drucken. Traditionell pflegten der Münchener und der Berliner Ganzsachen Sammlerverein einen engen Kontakt und auch der BGSV hatte 1951 zu seinem 50. Jubiläum eine Ganzsachenkarte drucken lassen. Die hier gezeigte wurde für die Einladung zur Hauptversammlung am 11.2.1954 verwendet. Rückseitig wurde sogar die Tagesordnung (man beachte TOP 2) mitgeteilt. Kaum vorstellbar, dass der Schriftführer jede einzelne Einladungskarte mit der Schreibmaschine geschrieben hat.



    Berliner Privatganzsachenkarte PP13 B2/001 mit dem 10Pf. Wertstempel der II.Glocken-Serie am 27.1.1954 in Unterföhring aufgegeben und nach München gesandt.


    besten Gruß
    stampmix

  • Hallo stampmix,


    Vielen Dank für das Zeigen dieses Schmankerls und viele Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • hallo Maunzerle,


    Postkarten haben den Vorteil, dass die Nachricht nicht verloren geht :) . Umgetrieben hat mich aber doch der Umstand, dass auf der Karte die Tagesordnung geschrieben stand. Und so habe ich mal beim MGSV nachgeschaut und festgestellt, dass zur HV 1954 immerhin 26 Mitglieder einzuladen waren. Kaum vorstellbar, dass der 2.Vorsitzende Karl Rieger diese 26 Karten selbst getippt hat; da war eher eine hilfsbereite Sekretärin am Werk 8) . Immerhin war man mit der Arbeit Riegers wohl zufrieden, wie seine Wiederwahl zeigt. Vielleicht weiss noch jemand, was es mit TOP 2 auf sich hatte?


    besten Gruß
    stampmix

  • hallo zusammen,


    von Karl Rieger sind einige Bedarfsverwendungen der Berliner Ganzsachenkarten erhalten geblieben. Was sollte er denn sonst auch nehmen: die Posthorn- oder Heuss-Ganzsachen? Ich meine, die können den Berliner GSK mit den Sonderwertstempeln nicht das Wasser reichen. Immer wieder interessant: der Text ...



    Berliner Ganzsachen-Karte zum Tag der Briefmarke 1951 spät verwendet am 24.5.1954 in München aufgegeben und nach Braunschweig gesandt.


    besten Gruß
    Michael

  • Hallo Michael,


    da hast du ganz Recht - diese Ganzsachen sind weitaus attaktiver, als die vom Bund - schön, dass du hier wieder etwas zeigst. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo zusammen,


    slightly offtopic möchte ich eine von Karl Rieger verwendete Ganzsache der Bizone zeigen. Die Bauten-Ganzsache war Anfang 1949 dir einzig frankaturgültige, da die Verwendung Berliner (Marken und Ganzsachen) in der BRD erst ab 20.1.1950 möglich war. Interessanter philatelistischer Bedarfstext.




    Bauten-Auslands-Ganzsachenkarte P3 der Bizone am 20.1.1949 in München verwendet und nach Linz gesandt.


    besten Gruß

    Michael