Eintritte in den DÖPV - Karte

  • Hallo Nordlicht,


    die Karte sagt das richtige Datum, jedoch wurde bei Bremen bei der Leitung über die Taxispost von und nach dorthin ab dem 1.5.1851 (inoffiziell) der DÖPV - Tarif angesetzt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    in die sehr hilfreiche Übersichtskarte aus Beitrag #1 bezüglich der Beitrittstermine zum Postverein gucke ich immer mal wieder gern rein.
    M.E. ist dort das Herzogtum Lauenburg richtigerweise nicht aufgeführt.


    Bei Recherchen im Internet findet man aber auch immer wieder andere Informationen:

    • bei wikipedia ist zu lesen, dass Lauenburg am 1.Januar 1852 dem Postverein beitrat,
    • amtliche Akten aus Hannover erwähnen "den im Jahre 1852 bekanntlich erfolgten Austritt Holsteins und Lauenburgs" (was voraussetzt, dass Lauenburg mal Mitglied war) und
    • ein Oesterreichisches Post-Handbuch für Postbeamte (aus 1853) führt Lauenburg als "zum Postverein gehörig" und mit dem "Vereinsporto".

    Gibt es in den bayrischen, preußischen und anderen Verordnungen verlässlichere Informationen darüber wie Briefe aus/nach Lauenburg in den ersten Jahren des Postvereins zu behandeln waren?


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo Nordlicht,


    da es mal mein Spezialthema war: Lauenburg war NIEMALS Mitglied im Postverein. Auch damals vor vielen Jahren flatterten hin und wieder Enten und der Druckfehlerteufel mag auch mal ein "x" in die falsche Spalten hat rutschen lassen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    da sind wir uns einig, aber die "Restzweifel" bleiben zumindest im Hinblick auf die Taxen von/nach Lauenburg.
    Holstein wurde 1852 bis Anfang 1854 so behandelt als wäre das Herzogtum im Postverein. Lauenburg auch?


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo Nordlicht,


    nach meinen Quellen war das ein Unterschied - aber es mag Postverwaltungen gegeben haben, die nicht durchgeblickt haben und es könnte dadurch zu falschen Eintragungen gekommen sein, die falsch taxierte/frankierte Briefe nach sich gezogen hätten. Allerdings muss ich sagen, dass ich dergleichen Briefe noch nie gesehen habe.


    Unser Mitglied Cameo hat eine Weltklassesammlung Schleswig-Holstein der Klassik und könnte von dir per E-Mail (Pn ist weniger sinnvoll) diesbezüglich angesprochen werden.


    Ich fürchte aber, dass er dir nichts anders sagen wird ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Forumsfreunde,


    eine möglicherweise typische Anfängerfrage:

    Es ist immer davon die Rede, daß die Donaumonarchie Gründungsmitglied des DÖPV gewesen war. Dann sollten nach meinem Verständnis alle ihre Gebiete im DÖPV gewesen sein.

    Gelegentlich findet man aber den Hinweis, daß die Lombardei (bis 1859) und Venetien (bis 1866) nicht im DÖPV gewesen sind. Könnte das mit den unterschiedlichen Währungen zusammenhängen?


    Auf der geposteten Karte des OP war dieser Teil Österreichs nicht abgebildet.


    Die Dampfmaschine

  • Hallo dampfmaschine,


    das mit der Lombardei und Venetien ist Blödsinn - ganz Österreich war im DÖPV, wie es auch später ganz im ÖIPV war. Wer etwas anderes behauptet, ist völlig ahnungslos. ;)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Bayern klassisch,


    danke für die Klarstellung!


    Dann liegt Herr Meiners mit seiner Losbeschreibung in der neuen Derichs-Auktion.Los 42, kpl daneben:

    "DESTINATION LOMBARDEI - ITALIEN, 6 Kreuzer schwarz auf grün, Type I, zwei breitrandige Exemplare als Paar geklebt auf Brief mit schwarzen K3 "Calw 7.10.53" auf den Marken und nochmals beigesetzt nach Mailand, Lombardei, die damals zum Kaisertum Österreich gehörte, aber nicht dem Deutsch-Österreichischen Postverein angeschlossen war."


    Herzliche Grüße

    Robert

  • Hallo Robert,


    Dr. Derichs-Auktionen


    lies mal meinen Beitrag #7 in dem Thread, da steht alles drin.


    Es ging und geht mir dort auch nicht um ein Auktionatorenbashing - das hätten andere viel mehr verdient, sondern einfach darum, dass es bei falschen Losbeschreibungen immer 2 Möglichkeiten gibt:


    1. Durch falsche Beschreibung werte ich etwas Gewöhnliches auf, oder


    2. durch falsche Beschreibung werte ich etwas Gutes ab.


    Rein mathematisch betrachtet müssten beide Varianten in etwas gleich oft vorkommen - aber das ist längst nicht der Fall. Tatsächlich sind über 95% der fachlichen Falschaussagen allein dazu geeignet, das präsentierte Los eine, oder gar mehrere Seltenheitsstufen höher anzusiedeln, während es sehr selten ist, dass eine große Besonderheit nicht, oder fehlerhaft interpretiert wird.


    Wer aber sogenannte "Arbeitsfehler" macht, macht diese immer in beiden Richtungen, nicht nur fast allein in einer Richtung, nämlich der, dass der Sammler etwas vermeintlich ganz Besonderes kauft, welches in Wirklickeit, wie hier, ein banaler Brief ist, von dem es Tausende gab und noch viele Hundert gibt.


    In die gleiche Richtung zielt das Angeben von Attributen, die ganz klare Mängel sind, aber im Text vieler Auktionskataloge als "völlig irrelevant", "kaum merklich" oder gar "herstellungsbedingt" verharmlost werden. Das Gegenteil wird man aber erleben, wenn man mit genau solch einem Stück bei einem Auktionshaus erscheint und um einem hohen Ausrufpreis bittet. Dann ist der völlig irrelevante Fehler, der kaum merkliche Bug, oder die herstellungsbedingte Berührtheit des Markenbildes plötzlich ein gravierender Mangel, der erhebliche Auswirkungen auf den Ausrufpreis haben wird.


    Es ist nie gut, mit zweierlei Maß zu messen und mein Rat an verschiedene Auktionatoren war und ist immer derselbe: Wenn man einen etwas, oder gar stark komplizierten Brief vor sich hat, ob mit, oder ohne Attest, und man kann ihn nicht beschreiben, dann sollte man jemanden darüber schauen lassen, der es kann, damit von vornherein ausgeschlossen ist, dass man in der Auktionsbeschreibung Käse schreibt.


    Seltenst kam man diesem Rat nach, vor allem deshalb wohl nicht, weil durch eine fachlich fundierte Beschreibung das "Flair" eines vermeintlichen "Superstücks" schnell oft auf das wirkliche, normale Maß zurück gestutzt werden müsste und kein Auktionshaus bevorzugt einen Ausruf von 500 Euro, wenn es doch möglich sein sollte, auch ein Vielfaches desselben ansetzen zu können. Irgendeiner mit weniger Ahnung, aber umso mehr Geld, könnte doch auch für ein paar Tausender mehr an ihm interessiert sein - warum sollte man dem sein Plaisier nehmen und ihn mit langweiligen Vorschriften und Ausführungsbestimmungen von Postverträgen tranktieren, oder gar langweilen?


    Euphemismen sind gefährlich, im richtigen Leben ebenso, wie bei Auktionsbeschreibungen und wenn ein Katalog noch so feines Material aufweist - wenn die Beschreibungen darin nicht stimmen, ist der Katalog zumindest teilentwertet und gerade das haben Kataloge mit tollen Stücken und die sie verschlingenden Sammler einfach nicht verdient.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

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