Schweiz-Württemberg

  • Guten Abend,


    ich möchte euch im Folgenden eine schöne Postkarte von St.Gallen nach Göppingen vorstellen.
    Aufgegeben wurde diese am 04.April 1882 in St.Gallen und wurde dem Adressaten Herrn Hermann Mayer am darauffolgenden Tag in Göppingen zugestellt.
    Frankiert wurde die 5-Rappen Postkarte zusätzlich mit Zumstein 45, 5 Rappen Faserpapier, sodass insgesamt eine portogerechte Frankatur vorlag.
    Der Absender war Johannes Schlatter, St.Gallen, im Folgenden weitere Informationen zu ihm und seiner Firma:


    http://www.turmkaffee.ch/index…gallen/die-gruendervaeter



    Liebe Grüße


    Kevin

  • Guten Morgen,


    ich habe noch eine Frage zur Frankatur:


    Bekam Württemberg bei der Postkarte 5 Rappen und Schweiz 5 Rappen als Aufgabepost?
    Oder wie wurde die Taxierung zusammengesetzt?


    Liebe Grüße


    Kevin

  • Hallo bayern klassisch,


    8o 8o 8o , ist es das was ich denke?


    Nach dem Postvertrag Schweiz-Württemberg vom 26.4.1852, wirksam zum 10.7.1852 war das Porto für die Schweiz 10 Rappen=3x und für Württemberg/Stuttgart 6x. Der Schweizer Anteil mit einer Marke und der württembergische Anteil bar auf der Rückseite bezahlt.


    Ein Brief mit geteilter Frankoabgeltung aus der Schweiz nach Württemberg, wenn ich nicht irre. Wusste dein Sammlerfreund was er da hatte?


    Viele Grüsse
    Christian

  • Hallo Leitwege,


    super gelöst - nachdem er erst einem Wimpernschlag im Forum war ... :P


    Ja, ein Hammerbrief, der meinem Freund hinsichtlich der Gebühren und ihrer Interpretation absolut klar war - er bekam ein Angebot, dem er nicht widerstehen konnte und gab ihn deshalb ab. Ich hätte ihn behalten, sammelte ich Württemberg. Aber man kann ja nicht alles sammeln. :D

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch,


    ein unmoralisches Angebot also... ^^


    Was noch interessant wäre, bis wann war eine geteilte Frankoabgeltung in der Schweiz möglich, in Bayern ja bis 01.04.1854, in Württemberg bis 01.07.1852.


    Viele Grüsse
    Christian

  • Hallo Leitwege,


    meine CH - Freunde besitzen alle Verordnungen des Postarchivs in Bern und mussten feststellen, dass es keine VO dazu gibt.


    Wir wissen auch nicht, wie das geregelt wurde. Es gab also Barfranko für beide Länder, Markenfranko für beide Länder und die geteilte Frankoabgeltung. Alles ist sehr selten in dieser recht kurzen Phase und glücklich schätzt sich der Sammler, der alle drei Varianten zeigen kann.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • hallo liebe Freunde
    zur Aufteilung des Frankos bei der von kevin gezeigten Karte noch eine Frage. War es nicht so, dass ab 1875 ( UPU ) die Gebühren nicht mehr geteilt wurden ? Oder gab es für Karten eine andere Regelung ?
    herzliche Grüße remstal

  • Hallo Ralph,


    Hammerteil! 8o


    Im März 1853 wurde demnach in der Schweiz alles mit Marken frankiert. Bisher hatte ich 2 Briefe aus der Schweiz nach Bayern auf dem Schirm, aus August und November 1852 mit geteilter Frankoabgeltung.


    Die Umstellung muss wohl mit den Postverträgen der Schweiz mit den süddeutschen Staaten zu tun haben, die zum 01.10.1852 in Kraft traten.


    Vielleicht eine Verordnung kurze Zeit später?


    Viele Grüsse
    Christian

  • Hallo Christian,


    ich glaube, so einfach ist es nicht. Derzeit sind mir/uns keine Unterlagen der CH bekannt, wonach das eine das andere abzulösen hatte. Es gibt 1851 schon Markenfrankatur bis zur Grenze, 1852 volle Frankaturen und Grenzfranki (vor und nach dem Vertrag!), aber noch 1854 (vlt. sogar noch spätere) Barfrankaturen.


    Was ich noch nie gesehen habe: Barfrankiert bis zur Grenze 1851 - 1854 (danach auch noch gerne!) und dann porto in Bayern. Wäre wohl ein 5 Euro Brief in der Krabbelkiste. Aber es gibt noch vieles zu entdecken, packen wirs an. ^^

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    barfrankierte Briefe aus der Anfangszeit des Postvertrages "Württemberg - Schweiz" vom 10. Juli 1852 findet man nicht oft. Meistens findet man nur Portobriefe. Hier ein Brief von Masans bei Chur (Graubünden - Schweiz) vom 15. März 1853 bei dem der Absender 40 Rappen bei der Briefaufgabe bezahlte. Davon waren 6 Kreuzer für den württembergischen Anteil. Der Brief ging nach Böblingen (Württemberg).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    ich kann das alles unterschreiben - sehr schön zu sehen, dass sie in der Schweiz damals mal Marken, mal Bargeld nutzten für ihre Frankobriefe. Eine Verordnung hierüber ist bis heute noch nicht gefunden.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus