Entfernungsstufe bis 10 Meilen

  • Lieber Ralph,


    es ist erstaunlich, was ihr hier zu Häselgehr und Lechtalboten an Belegen einstellen könnt.


    Beim „Zurückblättern“ ist mir aber ein anderer Deiner Briefe aufgefallen, nämlich der Hergatzbrief in post #38.


    Musste eine KGE Briefe an Kunden bzgl. Warenabholung mit Marken frankieren oder waren dies innerbayrisch Dienstbriefe?

    Wie erfolgte die Abrechnung wenn Marken aufgeklebt wurden. Der Markenabgabe stand ja keine Einnahme gegenüber.


    Die Frage taucht bei mir auf, weil auf Deinem Brief die Marke über den Aufgabestempel von Hergatz geklebt ist. Sieht für mich jedenfalls bei der geringen Auflösung des Scans so aus. Unter der Marke erkennt man auch einen Schriftzug. Das könnte „franco“, „frei“, aber auch D.S. sein.


    Kam die Marke erst drauf, nachdem der Postler merkte, dass es sich um keinen innerbayrischen Brief handelte, sondern dass der Brief nach Österreich ging?


    Du kannst mich da sicherlich aufklären.


    Beste Grüße

    Will

  • Lieber Will,

    Musste eine KGE Briefe an Kunden bzgl. Warenabholung mit Marken frankieren oder waren dies innerbayrisch Dienstbriefe?

    nein, mussten sie nicht. War der Kunde (Empfänger) ein kaum bekannter, verschickte man porto. War der Kunde ein gut bekannter, hatte man von diesem oft ein Depositum erhalten, aus dem man die Marken kaufen konnte. Unfrankierte sind 50x seltener, als frankierte.

    Mit Dienstbriefen hatte das nichts zu tun, weil die Empfänger Firmen = Private waren.


    Wie erfolgte die Abrechnung wenn Marken aufgeklebt wurden. Der Markenabgabe stand ja keine Einnahme gegenüber.

    Siehe Antwort oben.



    Die Frage taucht bei mir auf, weil auf Deinem Brief die Marke über den Aufgabestempel von Hergatz geklebt ist. Sieht für mich jedenfalls bei der geringen Auflösung des Scans so aus. Unter der Marke erkennt man auch einen Schriftzug. Das könnte „franco“, „frei“, aber auch D.S. sein.

    Vermutlich stand da mal Franko, damit der Beamte wußte, dass er aus dem Depositum frankieren sollte. Dienstsachen der KGE sind äußerst selten - ich habe keine, oder höchstens eine.

    Kam die Marke erst drauf, nachdem der Postler merkte, dass es sich um keinen innerbayrischen Brief handelte, sondern dass der Brief nach Österreich ging?

    Das hat damit nichts zu tun - es gab mal diese, mal die andere Vorgehensweise bei der Frankatur, das hatte mit der KGE nichts zu tun.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    danke für die ausführliche und aufschlussreiche Antwort.


    Aber jetzt bleibt für mich immer noch die Frage, warum die Marke über dem Aufgabestempel klebt. Das ist doch nicht die übliche Reihenfolge der Vorgehensweise.


    Beste Grüße

    Will

  • Lieber Will,


    es gab Expeditoren, die haben zuerst die Marke verklebt und dann die Stempel angebracht und andere, eher die Ausnahmen, die haben den Aufgabestempel abgeschlagen und dann die Marke aufgesetzt und entwertet - je nach Gusto.


    Bei der JHV nächste Woche kannst du ja mal Maria Brettl fragen zu diesem Thema - mir gedenken sicherlich 15 - 20 Atteste, in denen sie die Echtheit solcher Briefe unzweifelhaft bestätigte.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    man muss ja nicht immer gleich an Manipulationen denken.


    Mich interessieren eher die Abläufe in einer Postexpedition, hier im Besonderen in Kolozierung mit einer KGE und das Zustandekommen einer solchen Kuriosität. Denn mehr ist es ja wohl nicht.


    Beste Grüße

    Will

  • Lieber Will,


    meist lagen Post und KGE eng beieinander - von daher gab es sicher etliche Fälle "linkes Büro, rechtes Büro", aber es waren halt 2 völlig getrennte Einheiten. Ich bin sicher, dass die K.G.E. ihre Briefe vlt. ein oder zwei Mal am Tag ins Nachbarbüro bei der Post gebracht hat und umgekehrt stand man ja auch im permanenten Austausch, weil auch die K.G.E. Post bekamen - via Brief- und Fahrpost, als auch via Güterbenachrichtigungen usw..

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus