Entfernungsstufe bis 10 Meilen

  • Hallo Sammlerfreunde


    Ich möchte gern diese Thema mit ein sehr schöner Brief anfangen.


    Der Brief lief von Falkenau in Böhmen über Eger nach Wunsiedel in Bayern. Also unter die von DÖPV festgestellten 10 Meilen Grenze.
    Leider ist der Brief ohne Jahresangabe, aber ich vermute so um 1855. 15. August abgeschickt und 16. August angekommen.



    Der Wunsiedel Zierstempel ist auch schön abgestempelt.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ein sehr schöner Brief und viele 3 Kr. Frankaturen gibt es sonderbarer Weise zwischen Österreich und Bayern nicht.


    Der Stempel von Wunsiedel in dieser Sondertype ist von 1857 bis 1867 belegt. Dieser hier sieht frisch aus, so dass ich den Brief auf die Zeit von 1857-1859 datieren würde.


    Ein etwas späteres Pendant aus Weiler nach Pinswang in Tirol (über Reutte) zeigt einen Dienstexpressbrief bis 10 Meilen. Ob man in Österreich aber den Expresswunsch Bayerns tatsächlich erfüllte, ist schwer zu sagen, weil es kaum solche Briefe überhaupt gibt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bayern klassisch


    Danke für die Antwort. :)
    Dann will ich die Jahresangabe zu 1857 ändern. Meine Behauptung war von Markenmerkmale geholt und hier ist mein Wissen eher gering.


    Und danke fürs Zeigen deine wunderschöne Parteisache nach Pinswang. Habe ich nicht früher gesehen.
    Hat der Brief rückseitig einen Stempel?


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo bayern klassisch


    Danke fürs Zeigen. Und die Antwort :) :)


    Der Häselgehr Brief kann man dir auch beneiden :)
    Es ist sehr beliebte Briefe.


    Ich will gern noch einen Österreich Brief zeigen, diesmal von Innsbruck nach Füssen.
    12. Mai 1856 abgeschickt und 13. Mai in Füssen angekommen.


    Unter die Stadtname gibt es ein vermerk: Abgbe Post Amth.??


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ein Traumbrief! Ich kenne keinen schöneren mit 3 Kr. Gebühr, was eh nicht häufig ist. Und um das Markenbild kann man mit dem Fahrrad fahren ...


    Unten lese ich "Abgabe Post Reutte".


    Ist das der, den ich dir bei eBay empfohlen hatte?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Bayernfreunde,


    Nils und bayern-klassisch haben hier schöne 3-Kreuzer-Briefe von und nach Österreich gezeigt. Insbesondere der Dienst-Expressbrief von bk ist ja ein Hammer.


    Einen (aber auch nur einen) kann ich auch zeigen:


    Er lief am 28.5.1857 von Salzburg zum Lebzelter NIggl nach Mühldorf. Die Entfernung betrug ca. 8,3 Meilen.


    Rückseitig mit Transitstempel von Altötting und Ankunftsstempel von Mühldorf.


    Viele Grüße


    bayern-kreuzer

  • Hallo Freunde


    Wieder Zeit ein Brief zu diesem Thema zu zeigen.


    Dieser Brief ist von Lindau nach Andelsbuch in Bregenzer Wald in 1855 mit dem Post gebracht geworden. Der Brief ist aber in Donauwörth geschrieben und mit einen Vermittler nach Lindau gebracht geworden. Der Absender hat somit 6 Kreuzer Postgebühr gespart. Was der Vermittler verlangt hat, ist nirgendwo geschrieben.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo,
    hier ein Brief aus dem niederbayer. Griesbach ins österr. Grieskirchen vom 13. März 1862, frankiert mit einer Sem'schen Pl. 5.
    Der Brief vom kgl. Landgericht Griesbach ans kaiserl. königl. Bezirksamt wurde in Passau der österr. Post zuspediert, die dies mit dem beliebten Stempel "Passau Bahnhof" rückseitig dokumentierte.

  • Hallo mikrokern


    Ein schöner Brief. Noch habe ich kein Brief mit dem Passau Bahnhof Brief für meine Sammlung gefunden. Hoffe dass ich es auch mal finden soll. :P
    Danke fürs Zeigen. :)


    Neu für meine Sammlung ist dieser Brief aus Hergatz. In April 1860 von der Bahnexpedition in Hergatz nach Dornbirn abgeschickt. Der Vermerk Cito war mehr ein Wünsch als eine tatsächliche express Postbeförderung.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,
    auch Deiner ein vortrefflicher < 10 Meilen-Brief nach Österreich! :P
    Die Marke links und rechts gerissen statt geschnitten, und für mich als "Plattierungsfreak" nicht uninteressant - links oben und rechts unten spitz nach aussen gezogene Ecken, und die anderen - ja wie eigentlich? Noch spitz, oder schon leicht abgeschrägt/abgerundet? Für den letzteren Fall ein nach kilke klares Indiz für die Platte 4, die für eine Verwendung im April 1860 sowieso der "default" sein sollte.

    Beste Grüsse vom
    µkern

  • Hallo mikrokern


    Danke für die Plattenbestimmung. Selbst habe ich die Marke als ein Platte 5 gehalten (frag mich nicht warum), aber wenn du Platte 4 sagst, ist es wohl eher so :)


    Hier traue ich mich nicht zu etwas bestimmtes zu meinen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Freunde,


    nunmehr kann ich auch einen der bekannten Kreuzhütte-Briefe meiner kleinen Nahbereichs-Kollektion hinzufügen:



    1862 von Regensburg nach Kreuzhütte, ab Waldmünchen mit privatem Boten.


    War Waldmünchen eigentlich auch normales Durchgangs-/Grenzpostamt für Korrespondenz nach Österreich ?
    Oder anders gefragt: Wie wäre ein Brief geleitet worden, der tatsächlich mit der Post bis nach Kreuzhütte gelangen sollte ?


    Viele Grüße
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    erst mal Glückwunsch zu dem schönen Brief mit bekannter Besonderheit. Viel schöner geht es nicht, den hätte ich auch genommen.


    Zu deinen Fragen.


    Zitat

    War Waldmünchen eigentlich auch normales Durchgangs-/Grenzpostamt für Korrespondenz nach Österreich ?


    Es gab einen lokalen Paketschluß Waldmünchen - Klentsch. Ob dies noch 1862 so war, kann ich auf die Schnelle nicht klären. Ich meine aus der Hüfte, dass mit dem PV Bayerns - Österreich vom 1.10.1842 ein solcher existierte. VorphilaBayern kann darüber wohl mehr sagen.


    Zitat

    Wie wäre ein Brief geleitet worden, der tatsächlich mit der Post bis nach Kreuzhütte gelangen sollte ?


    Der Paketschluß Waldmünchen - Klentsch war ein lokaler, d. h. nur die Post aus der näheren Umgebung wurde über ihn geleitet. Fernere Korrespondenzen sah er nicht. Er wäre dann vermutlich nicht über Waldmünchen geleitet worden, sondern über Furth im Wald nach Klentsch und von dort aus per Boten zur Kreuzhütte.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    der Paketschluß "Waldmünchen - Klentsch" bestand auch weiterhin.
    Siehe folgenden Brief mit 6 Kr. Marke aus Fürth vom 20. Oktober 1861
    nach Weissensulz bei Hostau in Böhmen mit Leitwegsangabe "über Wald-
    münchen", mit Durchgangsstempel von Waldmünchen und Klentsch in
    Böhmen (Österreich).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo die Runde


    Wenn ich auch hierzu etwas äussern darf? :)


    Nachdem die Zugverbindung Schwandorf-Pilsen eröffnet war hat Waldmünchen als Durchgangspostamt die grosse Rolle verloren. In September 1861 war die Strecke bis dem Grenze fertig gestellt. Und dann ginge es schnell weiter so dass Pilsen wohl in 1862 erreichbar war. Und der Eilwagen von Waldmünchen über Cham nach München ist eingestellt geworden.


    Welche Folgen es bei die lokalen Grenzaustauschen von Post kenne ich leider nicht.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Bayern-Nils,


    sehr interessante Kommentierung.
    Hierzu folgende Ergänzung:
    Die Ostbahnstrecke Schwandorf - Furth im Wald wurde am 20.9.1861 eröffnet.
    Am 15.10.1861 folgte die Eröffnung der Strecke in Böhmen (Furth im Wald - Pilsen).
    Die Eröffnung der Bahnpost erfolgte erst am 1. Juli 1864 (München - Furth im Wald).


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    vielen Dank für eure Kommentare und die interessante Diskussion. :thumbup:


    Viele Grüße
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Die Eröffnung der Bahnpost erfolgte erst am 1. Juli 1864 (München - Furth im Wald).

    Hallo VorphilaBayern


    Es ist eine sehr interessante Sache.


    Welche Quelle besitzt du hierzu? Gibt es auch ähnliche Quellen zu die Postbeförderung mit dem Ostbahn der ja privat getrieben war?
    Solche Daten wäre äusserst interessant zu kennen.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.