Kaiserliche Reichspost - Österreich

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Eingeschriebener Teilfrankobrief von Assenheim vom 10. August 1800, sicherlich im nahen Frankfurt (Freie Reichsstadt) aufgegeben. Siegelseitig wurden "4" und "19" vermerkt. Ich denke 4 Batzen wurden in 16 Kreuzer umgerechnet. Dazu kamen noch "3" Kr., für was kann ich nicht sagen. Dieser Betrag war das Franko bis zur bayr. österr. Grenze. In Österreich fielen 24 Kr.C.M. Porto an, die der Empfänger bezahlte.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgende Briefhülle ohne Datum aus Wetzlar mit Einzeiler "DE WETZLAR" (Freie Reichstadt - der Stempel war lt. Feuser Katalog von 1720 bis 1802 in Verwendung). mit Vermerk "p.Spire" = über Speyer (Freie Reichsstadt), nach Altdorf (gehörte von 1452 bis 1805 zu Vorderösterreich / jetzt Weingarten - Württemberg). Der Empfänger bezahlte 8 Kr. Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Wien nach Schwäbisch Hall 1697
    Hallo Freunde,
    heute möchte ich euch einen Brief zeigen, der von Wien nach der freien Reichsstadt Schwäbisch Hall lief.
    Der Brief wurde am 19 Juni 1697 geschrieben von einem Jobst Heinrich Koch, nach meinen Google-forschungen ein
    Nordhäuser Agent zu Wien, Jobst Heinrich Koch, Edler zu Edersleben
    Auf der Vorderseite lese ich eine Taxierung von 8x. Die Adresse "Halle in Schwaben" (Schwäbisch Hall) Als Leitvermerk lese ich Nürnberg. Ich versuche mich momentan noch am entziffern.
    Der Brief stammt aus der Zeit, als die österreichische Post noch nicht verstaatlicht war. Die Leitung der Hofpost hatte die Familie Paar in Wien.


    Welchen Weg nahm der Brief? Ich kenne eine Postroute von Wien über Prag nach Augsburg. Inwieweit war die taxische Reichspost involviert?
    Falls jemand noch etwas lesen kann, wäre meine Freude groß.
    Was bedeuten die roten Vermerke auf der Vorderseite?
    Viele Grüße
    Torsten

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgende Briefhülle:
    Ortsangabe "de Vienne" = von Wien (Österreich). Links unten "frei ........", kann ich nicht lesen. Auf jedem Fall Aufgabestempel "de Esslingen" (Württemberg), der von 1765 bis 1785 in Verwendung war. Der Brief ging an Baron Maximilian von Rechberg in München. Siegelseitiger Frankovermerk von 10 Kreuzer.
    Auf jedem Fall ein ungewöhnlicher Laufweg von Wien nach München über Württemberg.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    ein wundervoller Brief - so noch nie gesehen. Könnte es unten franco Regenspurg heißen? Von Wien aus könnte das Sinn machen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Lieber Hermann,


    ein toller Brief, aber ob das von Friesenheim heißt, weiß ich nicht. Heute ist es ein Stadtteil von Ludwigshafen am Rhein - damals war eigentlich Oggersheim "der" Postort in der Nähe, auch Speyer wurde noch genutzt.


    P.S. Sehe gerade, dass es auch ein Friesenheim in Baden-Württemberg gibt - dann wird es das gewesen sein.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Lieber Hermann,


    dann ist ja alles klar - sonst hätte die Postgeschichte des beschaulichen Friesenheims neu geschrieben werden müssen ... ^^

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Brief aus Nürnberg vom 16. Mai 1806 (Kaiserliche Reichspostanstalt in der Freien Reichsstadt Nürnberg, ab 15. September 1806 zum Königreich Bayern), mit Frankoabsatzvermerk "frc. Linz". Dies war möglich aufgrund der besonderen Verhältnisse im Innviertel (Österreich), wo bis 31. Juli 1808 für den Dienstbetrieb die Kaiserliche Reichspost (Thurn und Taxis) zuständig war. Der Absender bezahlte bei der Briefaufgabe bis Linz (Österreich) 6 Kreuzer rh. Franko und der Empfänger von da bis Steyr (Österreich) 16 Kreuzer C.M. Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief: Teilfrankobrief aus Marktzeuln vom 8. Januar 1804, aufgegeben in Zettlitz (Kaiserliche Reichsposthalterei (Thurn und Taxis seit 1749 / ab 14.2.1806 Lehenspostanstalt (Thurn und Taxis) im Königreich Bayern / ab 1.7.1808 K.B.Postexpedition mit Poststall / ab 1.10.1811 K.B. Briefsammlung). Friedrich Pietz vermerkt in seinen Vorphilahandbuch - Zettlitz, daß der Stempel "ZEDLITZ.R.3" bisher vor 1814 nicht belegt ist. Die Seltenheit ist schon erklärbar, es war ja nur eine Posthalterei. Bei der Aufgabe frankierte der Absender 10 Kreuzer rh. bis zur bayerisch österreichischen Grenze. In Innichen (Tirol - Österreich bezahlte der Empfänger 32 Kreuzer C.M. Porto (Auslandstaxe bei einen zwischen 1/2 und 1 Loth schweren Brief / 2. Gewichtsstufe). Am 26. Januar 1804 kam der Brief, der über Augsburg, Innsbruck und Bruneck lief, an.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo Sammlerfreunde

    hier ein Brief der von Villingen nach Brünn in Mähren lief. Geschrieben wurde er in Triberg/Schwarzwald am 8.3.1817, kurz vor Ende des Tarifes mit Einlösungs- bzw Antizipationsscheinen. Links der Hinweis "frei östereichische Grenze" Der Empfänger musste noch 24xES oder AS zahlen. Was waren die Gebühren für den Absender? Auf der Rückseite wurden 18 und 9 notiert. 18x für Taxis und 9x für Bayern?

    beste Grüße

    Torsten

  • Hallo Torsten,


    es ist so wie Ralph geschrieben hat.

    Villingen hatte zu dieser Zeit eine badische Landespostanstalt. Sowohl in Baden als auch in Bayern lag der Teilfrankobrief in der 2. Gewichtsstufe.

    Nach dem badischen General-Tarif von 1812 lag das Franko bei 9 Kr., wenn der Brief in der 2. Gew.-Stufe, über 1/2 Loth, und in einer Entfernung zwischen 6 1/4 und 12 Meilen lag. Baden musste hieraus den württembergischen Transit bestreiten.

    Der bayerische Transit für einen einfachen Brief lag bei 12 Kr. In der 2. Gew.-Stufe somit bei 18 Kr. (12 x 1,5).

    Merkwürdigerweise lag er in Österreich trotzdem in der 1. Gewichtsstufe, obwohl das österreichische Loth leichter war als das bayerische.


    Grüße von liball

  • Hallo Karl,


    danke für die Bestätigung - ich habe mal gehört, dass es in Österreich für gewissen Absender/Emfänger auch ein hälftiges Porto/Franko gab; ob das hier zutraf, bzw. damals schon existierte, weiß ich aber nicht. Gerald könnte das wissen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Danke für die ausführliche Erläuterung! Was Ralph oben anspricht, bezieht sich meines Wissens nach auf Ex Offo Briefe, wo der Absender oder der Empfänger portobefreit war aber der andere nicht. Aber das ist nicht immer so einfach mit den Österreichern8o

    Muss ich nochmal nachschauen. habe mir zu Weihnachten neue Literatur besorgt. Absolut empfehlendswert für den Österreichsammler:

    Paul Kainbacher,

    Band 1 und 2: Postgebühren der Brief- und Fahrpost in Österreich-Ungarn 1588-1918 (Inland und Ausland)


    Viele Grüße

    Torsten

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  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgende (Franko , rekommandiert 27 Kreuzer bezahlt) Briefhülle um 1800, wahrscheinlich aus Sachsen - Coburg - Saalfeld (kaiserliche Reichspost / Thurn und Taxis) an den Regenten von Sachsen - Coburg - Saalfeld in Franzensbrunn (seit 1793 so genannt, später Franzensbad), präsentiert Eger in Böhmen. Siegelseitig steht geschrieben, daß das Postamt gebeten wird, wenn sich der Empfänger nicht mehr in Franzensbrunn befindet, diesen Brief über Kulmbach nach Coburg zu senden. Das machte das Postamt Eger und sandte diesen Brief als eingeschriebenen Frankobrief (24 Kreuzer C.M. österreichische Auslandstaxe zuzüglich 6 Kreuzer C.M. für das Einschreiben, oben mittig N.B. = Nota Bene für Einschreiben). Die kaiserliche Reichspost transportierte den Brief bis nach Eger. Bis dahin ging der kaiserliche (Thurn und Taxissche Postkurs), auch noch nach 1808 (königlich bayerischer Postkurs), als im Königreich Bayern die kaiserliche Reichspost in Bayern endete. In Eger war eine kaiserlich königliche (österreichische) Post, die bei der Briefaufgabe nach der österreichischen Taxordnung taxierte. Anscheinend fielen dann bei der kaiserlichen Reichspost ab Eger bis Coburg kein Porto an. Das Postamt Eger wird die 30 Kreuzer C.M. dann beim Empfänger mit Francozettel eingehoben haben.


    Beste Grüße von VorphilaBayern