Die Thurn und Taxissche Post in den Befreiungskriegen 1814 bis 1816

  • Hallo Freunde


    Zu dieses Thema muss ich gestehen dass ich wenig Übersicht habe. Noch ist meine Briefsammlung hier kaum angefangen, nur zufällig habe ich ein paar Briefe gekauft die zu diesem Thema passt.
    Auch fehlt es mir Literatur. Gibt es hierzu was gutes?


    Zu die Überrheinische Gebiete hörten das Generalgouvernement Belgien und einige Linksrheinische Gebiete in Deutschland ganz grob gesagt. Ich denke dass es meistens Gebiete waren wo der Kaiserliche Reichspost schon vor den Krieg ein Fuss hatte. Daher waren die Nördlichen Niederlanden nicht dabei. Hätte ich eine Karte hierzu wäre es einfacher zu zeigen.


    In Generalgouvernement Belgien war die Zeit für T&T nur ein Jahr um 1.3.1814 bis 28.2.1815. In Pfalz hat es noch etwas länger gedauert vor Bayern übernommen hat, nur um zwei Beispiele zu nennen. Da es einige Pfalz-Sammler hier gibt, dürfen wir vielleicht einiges hierzu sehen.


    Es ist ein vielfaltiges Gebiet und ganz sicher sehr interessant hier tiefer ein zu tauchen. (Muss aber selbst noch etwas warten).



    Ich mache hier ein Anfang mit einem Brief von Verviers der 1.3.1814-28.2.1815 als Überreinische Postanstalt genannt war. Zuerst als unter Postdistrikt Köln, dann Postdistrikt Brüssel (Münzberg). Kennt jemand die genaueren Datierung wenn Verviers unter Köln war?


    Dieser hier gezeigte Brief ist von Verviers 11.8.1814 geschickt (Datumstempel) und bezahlt bis Turin laut Angaben. Endziel war Ivree. Der Brief war zuerst mit ein PP Verviers Stempel gestempelt, was offenbar falsch war, weil der Brief nur bis Grenze Piemonte frankiert war. Daher hat man ein anderen Stempel darüber gestempelt und P96P gestrichen. Warum es nicht gereicht hatte nur P96P zu streichen weiss ich nicht. Beide Stempelabschlage waren ja relativ undeutlich und besser ist es mit zwei Abschlage nicht geworden.


    Der Leitweg war nicht über deutsches Land was man vielleicht von Thurn & Taxis erwarten konnte. Dann konnte T&T die längere Strecke für sich behalten. Der Brief war aber über Frankreich geschickt.
    Den Beweis sehen wir durch der Transitstempel "A Taxier Depuis Givet". Die genaue Deutung von dieser Stempel kenne ich nicht, es gab aber mehrere von anderen Orten wo Briefe von T&T nach Frankreich geleitet waren.


    Der Absender bezahlt 19 Stuiver/Decimes und der Empfänger 10 Decimes.


    Den Text ist auch da so Filigrana - es war ja an einem Zumstein.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,Gute Literatur weiss ich dazu nicht. Das wundert aber auch nicht, weil die Organisation im Überrhein etwas chaotisch gewesen ist. Im TT Archiv gibt es dazu einige Akten, aus denen hervorgeht, dass sowohl die Wege, die Taxen und die Auswechslungen mit dem Ausland vielfach wechselten und je nach Situation eingerichtet wurden.
    Übersichtlich ist das alles nicht. Ohne Kenntnis dieser Akten geht glaube ich nicht viel.
    Liebe Grüße Achim

  • Lieber Administrator Nils :) ,
    danke fürs zeigen, leider verstehe kein Französisch..Die Informationen zur J. Ant. De la Pierre sind leider soooo dünn vorhanden, vermutlich hat sich noch kein Forscher mit diese Zumsteins Linie beschäftigt. Kann nur danke Inhalte diese Briefe kleine Anhaltspunkte finden, wie ich schon in Zumsteins Korrespondenz geschrieben habe.
    LG F

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo die Runde


    @Achim. Habe es so gefürchtet. Na ja, man soll nicht Chaos fürchten sondern mutig angreifen. Vor ich richtig alt werde bin ich vielleicht etwas kluger geworden.


    Filigrana. Französisch kann ich auch nicht. Aber ich zeige die Inhalte und du liest wenn du es kannst und ob du es kannst :)



    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Lulu


    Der Katalog sagt leider nur wenig über den Stempel. Und wie man sieht liegt es wenn es um die Datierung hier etwas falsch.


    Wie man den Text übersetzen soll, weiss ich nicht, aber ich denke man muss zuerst der Verwendung kennen vor man eine gute Übersetzung machen kann, oder es ist vertraglich irgendwo schon gemacht. Oder es gibt Verordnungen hierzu. Ich habe es noch nicht herausgefunden.


    Was man vielleicht denken kann ist dass der Stempel sagt dass man hier eine Auslage hat und dass es später verrechnet wird. Also zwischenstaatlich und für den Spedition wichtig (Erleichterung), aber ganz ohne Bedeutung für Absender oder Empfänger.


    Wenn du etwas findest kann bin ich froh :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo zusammen,


    fürs Erste empfehle ich die Lektüre des Artikels in RB 45 der ARGE Bayern (klassisch) Seiten 2469 ff. m.w.N.


    Beste Grüße


    HOS

  • Hallo HOS


    Besten Dank für den Hinweis. Ein sehr interessanter Artikel :) und mit einige Hinweise zu weitere Lektüre


    Ob man alles hier überführen kann weiss ich nicht, da dieser hier gezeigter Brief offenbar auch für Frankreich frankiert war.


    Nochmals besten Dank :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils, hier schon einmal der Vertrag von 1814, der die Grundlage für die überrheinisch taxische Post bildet. Vielleicht kennst du diesen Vertrag ja noch nicht.



    Konvention



    abgeschlossen
    zwischen dem kgl. preussischen Herrn
    Kriegsrat .... von den verbündeten Mächten angeordneten .... des Rhein und
    Mosel Departements auf einer und dem Herrn Postverwalter Siegel in Thal
    Ehrenbreitstein als Bevollmächtigten des Herrn Fürsten von TT. Durchlaucht auf
    der andern Seite.


    Art.
    1 Nach der in sämtlichen eroberten Ländern auf dem rechten Rheinufer bereits
    von dem hohen Verbündeten Mächten getroffenen Anordnung wird die f. TT. Post
    auch in dem ganzen Umfang des Rhein und Mosel Departements wiederum eingeführt,
    und des Herrn Fürsten von Taxis Durchlaucht jede darauf abzweckende Anstellung,
    Einrichtung und Verfügung in der Art überlassen, dass bei zutreffenden
    Hauptbestimmungen die Genehmigung der Intendanz ausdrücklich vorbehalten
    bleibt.


    Art.
    2 Der Herr Postamtsverwalter Siegel macht sich verbindlich, sogleich ein geeignetes
    vertrautes Personal mit der Übernehmung des hiesigen Postbureau so wie jener zu
    Andernach, Creuznach, Simmern und Forbach ?? und endlich des zu Bonn
    bestehenden sobald die nahe zu erwartende Befreiung der Stadt wirklich
    eingetreten sein wird, zu beauftragen, welches sich bei der Intendanz zu
    legitimieren hat und desselben für seine Geschäftsführung verantwortlich
    bleibt.


    Art.
    3 Für die Besorgung der Feldkorrespondenz wird ein eigener kgl. preussischer
    Feldpost Sekretär begeben werden.


    Der
    Herr Postamtsverwalter verspricht ferner, zur eigenen Erkenntlichkeit für die
    dem hochf. Hause Taxis durch den gegenwärtigen Vertrag zugewendet werdenden
    Genüsse und zu einigem Beitrag an den so schwer auf dem Rhein und Mosel
    Departement dermal haftenden Kriegslasten die von Summe von 13750 fl auf
    Anweisung der Intendanz innerhalb drei Wochen in die Departements Kasse zu
    versieren.


    Art.
    5 Der Herr Verwalter verbindet sich den hier vorgefundenen franz. Postverwalter
    Brossard seinen bisherigen Gehalt mit 3000 francs solange aus der Postkasse
    auszuzahlen zu lassen bis für denselben auf eine andere Weis gesorgt sein wird.


    Art.
    6 Einstweilen und bis auf nähere höhere Weisung werden die jetzt bestehenden
    Tarifs aufrecht erhalten.


    Art.
    7 Beide Teile halten sich die Ratifikation des gegenwärtigen Vertrags von ihren
    respektiven höchst und hohen Behörden so wie alsdann auch noch die Regulierung
    der näheren Verhältnisse in Bezug auf das Postwesen ausdrücklich bevor.


    Coblenz
    13. Januar 1814

    Liebe Grüße achim

  • Lieber Nils


    Leider muss ich dich enttäuschen. Hochsteyn (Dictionnaire postal) erklärt nur sehr wenig, nix was du nicht selbst schon in Erfahrung gebracht hast. Ich habe gestern mit einem Sammlerkollegen über diese Zeit 1814-1815 gesprochen. Die meisten Quellen übergehen diese Periode einfach. Mein Kollege beschäftigt sich im Augenblick auch damit. Was für Luxemburg galt, galt natürlich auch für Belgien. Allerdings hat der Kollege mir keine weiteren Details gegeben nur dass er in Regensburg im T&T Archiv war.


    Tut mir leid dass ich nicht weiter helfen kann

    Phila-Gruß


    Lulu

  • Hallo die Runde



    @Achim: Danke für die Quelle, die ich auch nickt gekannt habe. Das macht ein sehr guten Anhaltspunkt für weiteren Sammeltätigkeiten. Mal sehen ob man hier die Nase etwas tiefer einbohren soll/kann.


    @Lulu: Danke für die Mühe. Es ist interessant was du sagst. Und ich verstehe dass viele diese Zeit umgehen möchten. Wie gross die Umfang von Lettern ist weiss ich nicht. Aber ich kann mir vorstellen dass schwer erreichbare Quellen und wenig Materiale es bewirkt hat, dass es in die Literatur weniger hierzu gibt.



    Ich hoffe dass es sich mal ändern will, wenn es um die Quellensuche geht. Und vielleicht wird noch einige Archiven geöffnet mit interessante Briefe dabei.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Lieber Nils,
    Bei der Suche nach Literatur für den Überrhein bin ich wieder auf den Artikel von Sautter in Archiv für Post und Telegraphie Januar 1911 gestossen.
    Für die historischen Zusammenhänge und einige Details und Daten ist dieser Artikel sehr aufschlussreich. Die Tagesaktuellen Kommunikationsprobleme und Paketschlüsse, Taxierungen etc bringt er natürlich nicht so viel. Der Artikel umfasst immerhin 27 Seiten.
    Liebe Grüße Achim

  • Hallo Achim


    Danke für den Tipp. :)


    @Alle - wenn jemand diese Seiten hat oder weiss wo man die finden kann, würde es mich freuen wenn ich das erfahren kann.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Heribert


    Es würde mich freuen :)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils, ich habe den Aufsatz vor mir. Es sind 44 Seiten. Wie soll ich ihn schicken. Hier in 10 Folgen?


    Grüße aus Frankfurt
    hasselbert

    Einmal editiert, zuletzt von hasselbert ()

  • Hallo Nils,


    hallo zusammen


    auf allgemeinen Wunsch eines einzelnen, schicke ich jetzt alle 44 Seiten in 9 Teilsendungen ab.
    Gegen einen Ausdruck für den besseren Gebrauch (auch zum Lesen) bestehen keine rechtlichen Bedenken.


    Los geht's