Österreich - Bayern 1.1.1868 - 30.6.1875

  • Hallo Christian,


    ein sehr schön präsentierendes Briefchen - ich mag diese österreichischen Ganzsachenkuverts sehr, weil sie sehr apart sind und oft, wie hier, hervorragend gestempelt daher kommen (und Regensburg tat seinen Teil auch dazu, sogar in Farbe). :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Rettet die Kühe - esst Veganer.

  • Liebe Freunde,


    vom lieben @enrico60, einem der Spitzenverkäufer bei eBay, habe ich dieses Rosinchen bekommen, das ich euch nicht vorenthalten möchte.


    Frachtbrief aus dem österreichischen Godau (Ort für mich nicht zu finden) vom 21.5.1873 über 1 Waggon Würfelkohle zu 20.000 Zollpfund (!) und Stempel der Bahnabgangsstation Neusattel an Felix Eigl in Vilshofen, Station der bayerischen Ostbahnen, wo die Chose am 24.5. ausweislich des Güter - Expeditions - Stempels gut eingetroffen ist.


    Zuvor musste der Absender noch in Neusattel 5 Neukreuzer 1870 Stempelgebühr entrichten für den Frachtbrief und die Bahn - Expedition Eger (heute: Cheb) stempelte am 22.6. "übergegangen", also ausgeführt nach Bayern.


    Interessant, dass auch das bayerische (!!) Nebenzollamt in Eger, welches ja österreichisch war, seinen Zollstempel aufdruckte, also hier eine bayerische Behörde in Österreich ansässig war.


    Rückseitig lesen wir: Nachnahme 2 Gulden 46 Kreuzer, Provision 5 Kreuzer, Fracht bis Vilshofen 59 Gulden 24 Kreuzer und Stempel 4 Kreuzer (was ich in Anbetracht der verwendeten 5 Kreuzer Stempelmarke nicht so ganz verstehe), Summa 62 Gulden und 19 Kreuzer.


    Darunter stehen weitere 3 Kreuzer, die mit Sicherheit das Franko für einen Brief an den Empfänger waren, mit dem man ihm die Ankunft der Ware avvisiert hatte, so dass total 62 Gulden und 22 Kreuzer fällig wurden.


    Dieser Frachtbrief ist m. E. in taufrischer Erhaltung - ich habe schon Dutzende aus Österreich gesehen, aber so adrett kam bisher noch keiner daher. Danke Heiner Zinoni für dieses kleine (oder große?) Schmuckstück.

  • Lieber Hermann,


    vielen Dank für den Link - das erklärt einiges. Schön, wenn dir das Stück so gut gefällt, wie mir. :love:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Rettet die Kühe - esst Veganer.

  • Liebe Freunde,


    auch wenn der Preis jenseits von Gut und Böse war, attracirte mich dieses herrliche Kärtchen in zweisprachigem Druck so sehr, dass ich es unbedingt kaufen musste. Verfasst in Stein (Krain) am 19.7.1872 sandte man es "An das löbl Eisenwerk Kaiserslautern Rheinpfalz in Kaiserslautern", wofür die 2 Neukreuzer tarifgerecht waren Über Wien (21.7.) lief sie, ohne einen bayerischen Stempeleindruck zu hinterlassen, nach Kaiserslautern ein.


    Text: "Ersuche höflcihst mir ein preisblatt über die Dos Maidingerschen & Dos Wolpertschen Öffen gütigst einsenden zu wollen. Achtungsvollst Anton Rudolf in Stein Krain".


    Dies wurde wohl auch prompt erledigt, schrieb doch einen andere Hand "3x Probe", was blau unterstrichen wurde.


    Wie gerne hätte ich diese Probe für 3 Kreuzer in die Krain auch gezeigt - aber ich habe sie nicht, leider! Bis dahin muss mir dieses feine Kärtchen in die Pfalz genügen und das tut sie vollauf.

  • Hallo bk,

    .

    mmmmh...gelber Wertstempel, violette Beschriftung...besten Glückwunsch zu dieser Perle der Schönheit ! Ja die Eisenwerke Kaiserslautern 1864 u.a. gegründet vom Leiter der Gienanth`schen Eisenwerke in Trippstadt und Hochstein am Donnersberg hatten anfänglich primär Öfen als Produktionsgegenstand, später auch Heizungssysteme sowie Eisen- und Stahlkonstruktionen für die Bauindustrie, den Brücken- und Straßenbau. Ab den 1970er Jahren dann Schwerpunkt mobile militärische Brücken und Amphibienfahrzeuge/Faltschwimmbrücken. Jetzt firmierend unter General Dynamics European Land Systems-Germany GmbH.

    .

    + Gruß!

    .

    vom Pälzer

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

  • Lieber Ralph,

    Wie gerne hätte ich diese Probe für 3 Kreuzer nach Kärnten auch gezeigt


    eine kleine Korrektur: die Karte kam aus dem österreichischen Kronland (Herzogtum) Krain und sicherlich ging die Probe dorthin und nicht nach Kärnten. Das ehemalige Kronland Krain ist heute wesenlicher Bestandteil von Slowenien.
    Viele Grüße
    Jürgen

  • auch wenn der Preis jenseits von Gut und Böse war


    Hallo Ralph,
    Deine Karte ist sehr schön und auch wenn ich den Preis nicht kenne (jenseits von ...) war es vielleicht doch nicht so teuer, denn die 2 Kr-Gebühr für Postkarten wurde erst am 1/7/1872 eingeführt. So viele Karten aus der frühen Zeit kenne ich nicht.
    Schönes Wochenende
    Martin

  • Liebe Freunde,


    #27


    Danke, ja, sehr schönes, frühes Stück aus nicht häufiger Ecke in die Pfalz. Ich bringe sie beim nächsten Pfalztreff in Hochspeyer am 22.7. mit und tausche sie, wenn du was anderes anzubieten hast; gehört eigentlich eher in deine IM - Sammlung Pfalz ...


    #28


    Habe ich geändert - weiß auch nicht, warum ich da lokal entglitten bin - Krain ist natürlich viel besser, als Kärnten (nichts gegen die Kärtner!). Danke für die Korrektur.


    #29


    Danke für deine Bestätigung - Preis war 4 Pizzen, von daher habe ich das noch ohne Inanspruchnahme einer wie auch immer gearteten Kreditlinie gepackt, aber ich habe vergleichbare Karten schon in Kisten für weniger als 5 Euro gesehen - nur halt nicht in die Pfalz und nicht ganz so schön, von daher war es mir das wert.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Rettet die Kühe - esst Veganer.

  • Liebe Freunde,


    aus der Reihe "Der lustige Beleg" kommt einer aus Salzburg daher, der nach Waging in Bayern gerichtet war und der ein Ganzsachenkuvert 5 Neukreuzer darstellte, welches bis zur 1. Gewichtsstufe ausreichte.


    Aber der Absender scheint etwas eingetütet zu haben, von dem er sich nicht sicher war, dass die Post es vlt. erfühlen konnte und so notierte er oben schnell noch: "Hat keinen Werth". Was immer es war, es war offensichtlich kein Muster ohne Wert(h), oder etwas ähnlich kommerziell gehaltenes, sondern irgend etwas anderes und da heute ohne Inhalt, werden wir es wohl nie erfahren. Aber kurios ist es schon, daher habe ich es mir mal gegönnt, denn ein zweites Stück kenne ich bislang nicht.

  • Hallo Sammlerfreunde,


    Papppfropfen und Filzpropfen für Schrotpatronen hat man anbei in dem aus dem Jahre 1873 stammenden Bestellschreiben der Hofwaffenfabrik A.V. Lebenda & Söhne aus der Prager Altstadt bei bekanntem Hersteller in Speyer geordert. Bei einer Schrotpatrone befindet sich zwischen der Pulver- und der Geschossladung (der sog. Vorlage) noch ein Zwischenmittel, wie etwa ein Filzpfropfen. Solche wurden hier für unterschiedlichste Kaliber geordert...und das mit einem der schönsten Verschlussetikettchen, welches der Pälzer bisher sah.


    Viele Grüße

    vom dem Selbigen

  • Hallo Tim,


    wieso eine Firma in Prag aber "herzoglich braunschweigscher Hofrüstmeister" wurde, hätte mich auch mal interessiert, aber du hast Recht - solche schönen Etiketten sind immer eine Augenweide und wenn ich etwas Nettes dazu schnappen kann, mache ich das auch.


    Hätte man nur noch die Briefe VON Hess an seine Kunden, dann wäre man ein glücklicher Sammler, aber wir wollen froh sein, Einige an ihn zeigen zu können, das ist doch auch schon was, denn so viel Post Österreich - Pfalz gab es damals nicht und heute schon gar nicht.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Rettet die Kühe - esst Veganer.

  • ... sensationell, was du da wieder ausgegraben hast - dafür hätte ich 2 Legislaturperioden des italienischen Parlaments benötigt. :)


    Toll auch zu sehen, welche "Knarren" sie damals für die Promis hergestellt haben - die heutigen gefallen mir aber doch ein bisserl besser. :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Rettet die Kühe - esst Veganer.

  • Hallo Tim,


    da hast du wieder ein paar interessante Sachen ausgegraben. Google sei Dank!

    Aber solch eine 11 mm Zimmerflak wollte ich nicht haben. Die macht wahrscheinlich solch einen Rumms, daß man Ziele nur auf max. 2 m trifft. Aber anscheinend gab es Abnehmer für so etwas.


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    mal abgesehen davon, dass der link nur exemplarisch für den Hofrüstmeister des Herzogs von Braunschweig recherchiert war: Alles zu seiner Zeit.


    Er zeigt zunächst, dass der Lebenda-Revolver des Herzogs aus dem Jahre 1870 stammt, dem Jahr also, als gegen Ende Juli bekanntlich der deutsch-französische Krieg ausgebrochen ist.


    In dem einschlägigen thread habe ich unter post333 einen Übersee-Brief des Landauer Kavallerie-Hauptmanns Emil von Xylander an seinen Freund, den kanadischen Kavallerie Lieutenant-Colonel George Taylor Denison III in Toronto aus dem Jahre 1871 eingestellt.


    Grundglücklicherweise hat der selbige vollen Inhalt.


    Daraus nur ein Zitat:


    Ebenso gab es eine brilliante Attacke der Kavallerie
    der Preussischen Garde in der Schlacht bei Mars-la-Tour
    (Anm. d. Verf.: 16.08.1870),

    wobei sie einen großen Teil ihrer Offiziere verlor, aber erfolgreich die Offensive der Franzosen
    stoppen konnte, die in diesem Moment eine große Chance zur Überwältigung
    mehrerer preussischer Korps hatte, die bereitstanden.


    Nur durch das sich selbst
    aufopfernde Verhalten der Kavallerie konnte die Schlacht stabilisiert und zu
    einem guten Ende gebracht werden, als ein neues Armeekorps eintraf. Das Feuer
    der Chassepotgewehre und Mitrailleusen ist überaus zerstörerisch besonders in
    den letzten 200 Yards und es ist nicht zu erwarten, dass Kavallerie solche
    Belastung standhalten wird, solange als einzigste Waffe das Schwert zu Pferde
    geführt wird.


    Ich weiss sehr gut, dass der Effekt von drehbaren
    Pistolen
    auf einer Distanz von 100 Yards aufwärts sehr gering ist, aber jeder,
    der Männer in der Schlacht gesehen hat weiss, dass sie vorangehen wollen, wenn
    ihre Offiziere an ihrer Spitze stehen und sich in der Lage fühlen dem Feind
    Schaden zuzufügen, während sie sich verstreuen und zurückfallen, wenn sie ihr
    Vertrauen in ihre Schwerter verloren haben und nicht durch ihre Feuerwaffen
    ermutigt worden sind.


    Ich denke, das sagt - für die Zeit - alles.


    Tim

    Wer um Postgeschichte einen Bogen macht, läuft am Schluss im Kreis

    Einmal editiert, zuletzt von Pälzer ()

  • Hallo zusammen,


    erneut ein Beleg der Fa. Hofwaffenfabrik A.V. Lebenda & Söhne aus Prag an bekannten Schießwollenhersteller in Speyer. Diesmal ist das schöne Verschlussetikettchen weiß, mal sehen ob da noch mehr Farben von zusammenkommen.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • Hallo Tim,


    Briefe der Vertragsstaaten mit zweisprachigen Stempeln in die Pfalz sind handverlesen - das ist ein Traum. Dazu kommt noch das weiße Wäppchen siegelseitig - für kleine Münze kann man immer noch solche Schmuckstücke erwerben, ist das nicht toll?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Rettet die Kühe - esst Veganer.