Preußen-Schweiz


  • Lieber Michael,


    genau so ist es. Das Argument, dass nur "Reiche" AD usw. sammeln können, ist Blödsinn. Wenn ein Beleg dies perfekt widerlegen kann, dann deiner hier. Für 1 Euro gibt es heute nicht mal ein Päckchen Kaugummis und das ist ein fast 170 Jahre alter Luxusbrief mit 2 Besonderheiten.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    zu dem vor einiger Zeit hier gezeigten Brief habe ich jetzt einen (ähnlich teuren) Ergänzungsbrief gefunden.



    Am 12.März 1849 schrieb ein Vater den Brief an seinen in Basel weilenden Sohn diesen Brief und bezahlte ihn bei Aufgabe vollständig mit 7 Sgr. Der kurz vorher eingeführte kleine Rahmenstempel von Elberfeld zeigt hier noch klare Buchstaben und Rahmen.
    Interessant wäre jetzt den Leitweg nach Baden zu wissen: über Taxis oder über die bayerische Pfalz.
    Von den 7 Sgr. wurden 4 Sgr. = 14 Kr. an Baden vergütet, das seinerseits dann 2 Kr. (rückseitig) an die frisch gegründete Schweizer Bundespost zahlte.
    Schön abgeschlagen auch der zweisprachige Baseler Stempel (Monatsangabe französisch, Zeitangabe deutsch).


    Schief gelaufen ist auch was bei diesem Brief : Der badische WP-Stempel (westliches Preußen) hätte nur auf einem Portobrief abgeschlagen werden dürfen.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    mit dem DÖPV hatte der Brief aber nichts zu tun, weil aus 1849.


    Baden hatte sein Transitgeld bekommen - der Transit über TT (FFM) war kostenlos, wenn ich nicht irre. Der WP - Stempel sollte von Heidelberg stammen, aber da bin ich mir nicht 100%ig sicher (ich wusste mal, wer wo wann die W.P. bzw. O.P. Stempel führte, ist aber mittlerweile in Vergessenheit geraten). Vlt. steht im van der Linden dazu mehr?


    Zwar gab es ab 1.1.1849 die CH - Bundespost, die Postverträge der Kantone, hier Baden - Basel, galten aber weiter fort. 2 Kr. Weiterfranko für Briefe bis 1/2 Loth bis 10 Wegstunden (48 km).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph,


    danke. Ja sicher, hatte mich davor einige Zeit mit einem Brief von 1850 beschäftigt ... daher der falsche DÖPV-Verweis, war in Gedanken noch bei dem anderen Brief. Habe ich entfernt :huh:
    (Ich sollte nach einem langen Tag keine Beiträge mehr schreiben.)
    van der Linden ordnet diese Stempeltype Mannheim zu.


    Gruß
    Michael

    Preußen mit Transiten

  • Lieber Michael,


    ich habe vor Jahren mal eine Dissertation über diese Stempel gelesen und dass man sie an Typ und Farbe unterscheiden kann (ich meine, es gab wohl 3 Orte, an denen sie verwendet wurden), aber ich kann mir Jahre später nicht alles mehr merken und weiß auch nicht mehr, wo ich es finden könnte. Vlt. hilft uns der liebe balf_de weiter, wenn er hier mitliest?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    dieser Brief aus Berlin nach Matthon im Kanton Graubünden vom 30.11.1844 ist bezüglich der Taxierungen ziemlich kompliziert. Um hier eine Aussage treffen zu können, bräuchte ich Hilfe beim Lesen.

    Auf der Vorderseite "fr. Chur" oder "pr. Chur" und wie lautet auf der Rückseite die handschriftliche Bemerkung.

    Im Moment gehe ich davon aus, dass es sich um einen Teilfrankbrief, bezahlt bis zur bayerischen Grenze, handelt. (Franko 4 Sgr., Bayerischer Transit 12 Kr., Lindau-Rorschach über den Bodensee 2 Kr. = 14 Kr., Rorschach-Ragaz 4 Kr. = 18 Kr., Ragaz-Matthon 5 Kr.).


    Grüße von liball

  • Hallo Karl,


    was für ein feiner Brief - keine Ahnung, wo du diese Granaten immer herzauberst. :thumbup::thumbup:


    Vorne steht Franco Chur und hinten 5 Weiterfranko, siehe vorne 5 / 18.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    vielen Dank für deine Transkription.

    Aufgrund der Taxierungen kann ich trotzdem nicht an einen Frankobrief glauben. Preußen hat nur das Franko, hätte eigentlich auf die Rückseite gehört, von 4 Sgr. bis Hof angeschrieben. Einen Weiterfrankovermerk von Preußen kann ich nicht erkennen. Dies wären 23 Kr. gewesen. Das bayerische Porto bis Lindau lag bei 12 Kr. + 2 Kr. bis Rorschach.

    Nun hätte Bayern ein Weiterfranko an St. Gallen von 9 Kr. vergüten müssen. Doch auch dies ist nicht zu erkennen.

    Vielmehr hat St. Gallen seinen Anteil von 4 Kr. zur bayerischen Forderung von 14 Kr. hinzu addiert (= 18 Kr.). Der einzige Weiterfrankovermerk befindet sich auf der Rückseite. Dies hätte dann St. Gallen anschreiben müssen. Für mich bleibt der Brief rätselhaft.


    Grüße

    Karl

  • Hallo Karl,


    die einzige Zahl, die nicht abgestrichen ist, die man also dem Empfänger belastet hat, ist die 5 vorne - 5 Bluzger nehme ich an, ohne das groß nachgeprüft zu haben. Demnach scheint er doch so teilfrankiert worden zu sein, wie ich es geschrieben habe.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    es könnte auch sein, dass die Weiterfrankobeträge nur in die jeweils den Kartenschlüssen beiliegenden Correspondenzkarten eingetragen wurden.

    Bayern hat seine Ansprüche hiervon auf den Brief geschrieben (14 Kr.). Ebenso St. Gallen seine 4 Kr. (= 18 Kr.). Der Restbetrag von 5 Kr. wurde dann von St. Gallen gemäß dem rückseitigen Weiterfrankovermerk an Graubünden vergütet.

    Die 18 wurde mit der gleichen Tinte durchgestrichen wie der rückseitige Weiterfrankovermerk angeschrieben wurde.


    Grüße

    Karl