Zumstein Korrespondenz

  • Liebe Freunde,


    manche Briefe bekommt man hinterher geworfen, aber das macht sie nicht schlechter. Der liebe Kreuzerjäger hatte dieses Glück in Sifi heuer und über meine Wenigkeit wird das gute Stück in die größte, bekannte Zumsteinsammlung kommen, die es je gab.


    Nur muss die zukünftige Besitzerin noch ein wenig an Hintergrundwissen hier präsentieren, ehe ich ihn abschicken kann ... :D

  • Lieber Ralph.
    Im wahrsten Sinn hinterhergeworfen. ;)


    Jetzt sehe ich, wie schön der Brief ist.
    Aber er kommt jetzt da hin, wo er am Besten aufgehoben ist.
    Adriana, ich hoffe, du hast viel Spaß damit.
    Viele Grüße
    Kreuzerjäger

    Wer zuletzt lacht, hat es nicht eher begriffen.

  • Guten Abend Männer,
    wirklich ein schönes Brief.. :)
    Ich danke dir Ronald das diese Z Brief weiter geworfen hast und dir auch Ralph das ihm in Briefkasten wirfst :D
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo,


    dieser Teilfrankobrief vom 7.7.1820 aus Lindau, Absender A. Cramer Erben, lief an Franz Zumstein in Turin. Dieser musste eine Portozahlung von 12 Soldi vornehmen (8 Soldi sardisches Porto bis 75 Meilen + 4 Soldi ausländischer Anteil). Eine österreichische Taxi befindet sich nicht auf dem Brief, da Sardinien Österreich pauschal entschädigte.
    Österreich beförderte den Brief über Mailand bis zum sardischen Grenzpostamt Novara.


    Grüße von liball

  • Hallo Ralph,


    mit 12 Soldi bin ich mir sehr sicher. Nach dem sardischen Tarif von 1819 können es bei einem einfachen Brief nicht mehr gewesen sein.


    Grüße von liball

  • Hallo Karl,


    für mich sind das todsicher 22. Vlt. war der Brief nicht einfach? Was hätte denn einer in der 2. bzw. 3. Gewichtsstufe gekostet?

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Karl,


    habe vor wenigen Tagen in alten Heften der Postgeschichte (Schwarzenbach) geblättert und dort einen Brief mit 22er Taxe gesehen.


    Dann passt es vlt. nicht von der Gebührenhöhe, aber m. E. heißt es sicher 22.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend


    Ich hätte diese Brief mit 12s folgend beschrieben.
    6s Inland 38 Sardische Meilen Entfernung von Novara
    6s Auslandszuschlag - Briefe aus "Augsburg"
    ..aber besser als Karl weiß ich es natürlich nicht..


    Schade haben wir niemand in Forum wo hier behilflich sein könnte..paar ähnliche zeigten wir hier mit 22 oder 24s, für mich bleibt es offen ob doch nicht 22s Porto drauf steht..


    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo zusammen


    Heute ein früheres winterliches Brief nach Kempten, der an Steiner aus dem Augst Thal adressiert war. JNZ Brüder kaufte Strümpfe bei der Sautter in Ravensburg und weitere vor 7 Wochen nach Memmingen sind geschickt worden.


    Zur der Vater Kemptener Gebrüder ist mir leider fast nichts bekannt, das ein Brüder mit ihm arbeitete ist mir auch neu, schade das wir keine Vorname von dem in Brief erwähnten Brüder erfahren können..


    LG A

  • Hallo zusammen,
    schon lange her habe ich versprochen ein „ neues Rial Brief" der Jack zeigen..na dann.



    Ein frindliches Gruß (von 10. Okt 1771)


    an


    Herren Herren Johan Niglauß zum Stein ab zu legen durg ein gutten Freind groß ginstig
    In Isnen
    (Isny)


    von


    Dießes von mir Johan Joseph zum Stein & Peter Rial (Waldenburg)


    Aus Inhalt:
    Kann nicht unterlassen ein paar Worte zu schreiben wie das ich durch ein billigen Preis von krausen Flor mein Begehren ist..
    ..So schicken oder tragen Sie auf Riedlingen..


    LG A

  • Liebe Stara,


    was ich nicht verstehen: Zumstein (Zum Stein) schreibt mir als Kunden und ich bestelle etwas bei ihm. Warum schreibe ich nicht seinen Namen so, wie er ihn mir mit seinem Brief schreibt? Warum gibt es 10 Schreibweisen von Zumstein, Nikolaus, Niglaß oder wie auch immer, wenn der Firmenname doch feststeht (seit vielen Jahren)? So viele Varianten wie deine Z. - Briefe zeigen, kenne ich auch nicht mal ansatzweise von anderen Korrespondenzen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Guten Abend lieber Stary,
    deine Augen sehen alles :) gute Frage die sich hier manche schon stellten ..
    Gezeigte Brief ist auch ein gute Beispiel, auf die Siegelseite ist notiert Zumstein (nicht zum Stein) und Real (nicht Rial).
    Ich bin keine Sprachen oder Dialekte begabte Person, aber dehnen Greschoneytitsch (vereinfacht) ist in einigen Texten (als Laie Beobachterin) zum entdecken. Da kann Jack bestimmt mehr dazu beifügen...Es beantwortet aber die Frage nur oberflächlich. Genauso ist interessant zum beobachten welches Schriftart sie erlernt haben und nutzten, und wer korrekt Kaufmannskorrespondenz schreib führte und erlernte..
    Mann hat sich kaum mit so früheren Briefen beschäftigt und es fehlen Quellen die ersten Z oder R besser lokalisieren, genauso sind die Genealogie Arbeiten wegen fehlenden Quellen ungenau.
    Nachnamen Änderungen mit laufe der Zeit kommen häufig vor, auch wegen politischen Gründen oder sozialen Anpassungen, Familienzweige usw., aber so wie hier es zum beobachten ist - unglaublich.
    LG S

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Stara, hallo Ralph,


    Was die Namen dieser Leute betrifft: es ist tatsächlich so, dass der Umgang mit der Schreibweise der Namen sehr locker war: in den Kirchenbüchern, aber auch in den Akten der Notare, war bis ende des 18 Jh. alles möglich. Man schrieb einen Namen, wie man ihn hörte. Die Zumstein hiessen also in Gressoney (eine deutschsprachige Gemeinde, die sich in einer französischsprachigen Region (Aostatal) , im italienischsprachigen Königreich Savoyen-Sardinien befindet ): Zumstein, zum Stein, Delapierre, de Lapierre, di Petra, etc, und die Rial (auf deutsch Bach/Zumbach), Real, Riale, Ryall, usw… Man merkt aber auch, dass mit der Zeit, die verschiedenen Stämme einer selben Familie sich auch dank einer eigenen Schreibweise unterscheiden wollten. Erst nach der Franz. Revolution wurden Pfarrer und Notare durch das Standesamt ersetzt, das strenge Regel einführte


    Daher ist der Brief von Stara ein sehr interessantes Beispiel!


    Dann noch eine Frage : Waldenburg (Württemberg), wirklich? Wir haben keine Spuren von Walsergeschäftsleute an diesem Ort. Wir kennen ja diesen Peter Rial aus 2 weiteren Briefen deiner Sammlung, liebe Stara: Briefe von 1780 und 1785, beide aus Ravensburg. Oder könnte man auch Waldsee lesen (dort waren immer Rials)? Was sagst Du dazu?


    LG

  • Lieber Mladý :P
    weil es eine Warenversendung nach/durch Riedlingen erwünscht ist denke das es sich bei dem Absenderort tatsächlich um Waldenburg handelt. In Riedlingen war auch ein Valentin zum Stein aktiv..
    LG S

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • ... deine Ueberlegung ist überzeugend, Stara! Ist aber Ravensburg wirklich undenkbar? Und auch noch eine Berichtigung meinerseits: ich meinte Bad Waldsee, nördlich am Bodensee!

  • Da wir Ravensburg erwähnt haben zeige noch welche von dort :)


    Bei die früheren Briefen kommt es oft vor das man auf die Adressseite ein Zusatz wie hier – Augstaler schrieb.
    So, Johann Adam Seutter aus Ravensburg hat lange Jahre mit die Augstaler Geschäfte gemacht. In diesem Brief steht das er Zumsteins Konto nicht saldieren kann weil von die gesamte Schuldsumme 72 f und 15 Kr noch 2 f 15 Kr offen bleiben. Mit nur 70 bezahlten Gulden war er nicht einverstanden weil ein ausgemachte Preisnachlass auf 15 Kr für 1 Dutzend bei eine Barzahlung auf dem Lindauer Markt hat nicht satt gefunden.


    LG A