Württemberg - Bayern

  • Liebe Freunde,


    heute ein Dienstbrief aus Brackenheim vom 3.5.1850 nach Landau in der Pfalz, dort 3 Tage später angekommen. Mit Dienst - Sache bezeichnet wusste man in Brackenheim offenbar nicht, dass es auch ein Landau an der Isar gab, nicht nur das in der Pfalz. Aber vlt. ahnte man, dass es ein bayer. Landvommissariat nicht in Landau / Isar geben würde, sondern nur in der Pfalz? Die Leitung erfolgte über Baden geschlossen und keine Postverwaltung bekam auch nur einen Heller für das gute Stück.

  • @bk


    Ich habe mich auch oft gefragt, wie bei Namensgleichheiten die Postler wußten wohin mit dem Brief. Ich habe folgende Beobachtung gemacht: Ohne nähere Bestimmung wurde der Brief zum nächsten Ort mit diesem Namen spediert. Insbesondere wenn der Ort in der Nähe lag und bedeutender war, als die in weiterer Ferne liegende Ort, so erübrigte sich eine nähere Bezeichnung. Hier liegt Landau/Pfalz nur ca. 70km von Brackenheim entfernt und so war klar wohin damit. Wäre er nach Landau an der Isar gegangen, so wäre sicherlich eine genauere Bezeichnung angebracht worden.


    Gruß


    wuerttemberger

    Gruß


    wuerttemberger

  • Hallo wuerttemberger,


    sicher wurde oft so aus der Hüfte entschieden, aber es wäre doch viel einfacher und sicherer gewesen, Rhein - Baiern zu schreiben, wie es damals üblich war. Immerhin hatten auch oder gerade Dienstbriefe Fristen zur Vorlage einzuhalten und wenn man ihn zuerst nach Landau / Isar geschickt hätte, wäre das u. U. schon recht eng geworden.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo,


    Bei diesem Portobrief aus Isny vom 17.1.1850 nach Würzburg, belastete Württemberg 8 Kr. Bayern setzte seinen Anteil auf 4 Kr. an. Dies ergab ein Gesamtporto von 12 Kr., die auch angeschrieben wurde. Dann jedoch wurden diese 12 Kr. mit 13 Kr. überschrieben. Hat ein Forumsmitglied eine Idee, wieso dies erfolgt ist?
    Der Briefbestellkreuzer war in Bayern doch schon längst abgeschafft worden.


    Grüsse von liball

  • Was mich an diesem Beleg am meisten beeindruckt ist die letzte Adresszeile: "in Augsburg oder München"


    wäre nett wenn jemand für mich die komplette Adresse entschlüsseln könnte.


    Die zweite Frage wäre, was hat der Brief gekostet und wer hat bezahlt.


    Die dritte Frage, kann jemand das Siegel entschlüsseln, bitte.

  • Hallo Ulrich,


    "An des Kurfürstlich Pfalzbayr(isches) Herrn Ge-
    heimen Raths, und Obrist-Hofmeistern bey
    der verwittibten Frau Kurfürstin Durchlaucht
    Commandeur des Sanct Georgii Hohen Ordens, Admini-
    stratorn der Reichsgrafschaft Wiesensteig, Erbschenk
    des hochfürstlichl(en) Stifts Ellwangen, und Truchenmeister
    bey dem Löbl(ichen) Canton Kocher; Reichsfreyherr von
    Rechberg, auf Hohen Rechberg und Weisenstein
    Hochwohlgebohrn
    in Augsburg, oder München"


    Das mit der Anschrift war nicht so ungewöhnlich, wenn ein Brief an einen A - Promi ging, wie hier. War er nicht da, dann war er eben dort.


    Wenn die Siegelseite nichts aufweist, war das Gespann Absender/Empfänger portobefreit und bei diesen Personen war auch die Nachsendung im eigenen Reichspostbezirk immer kostenfrei.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • @ralph - vielen herzlichen Dank, ist damit aktuell mein Startbeleg für meine kleine Spasssammlung "von/nach/durch Augsburg"

    Grüße aus Bempflingen
    Ulrich


    Das Leben ist viel zu kurz um es mit billigen Weinen und den falschen Menschen zu verbringen. (Lebensweisheit, inspiriert bei Goethe) :-)

  • ... das ist ja mal eine exaltierte Sammlung - aber da kann man sehr, sehr viel draus machen, wenn man sich nicht zeitlich zu sehr limitiert ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Brief aus Münsingen (Württemberg) vom 11. September 1806, nach Ulm (Bayern) gebracht und dort aufgegeben nach Kempten (Bayern). Der Empfänger bezahlte 4 Kreuzer Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Lieber Hermann,


    auf diese Spielart (von Württemberg nach Ulm zur Portoersparnis) bin ich noch gar nicht gekommen - habe immer auf Neu-Ulm geschaut, statt auf Ulm. Danke für die Erweiterung meines Horizonts. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Hermann,


    vielen Dank fürs "spuraufnehmen". Unser Sammelgebiet ist hinsichtlich seiner Vielfalt unerschöpflich ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    wenn der Brief mit Boten von Münsingen nach Ulm gebracht wurde, warum dann in einer anderen Schrift der unterstrichene Vermerk "frUlm"? Sollte das auf einen bezahlten Botenlohn hindeuten?


    das fragt


    Dieter

  • Abend,
    Ulm d 13.9.1806 Gebrüder Kindervatter – steht auf die Rückseite.
    Kinderfatter war ein Speditionsunternehmen;
    NB ein Verräter diese Familie Theodor war in Wien – Schiff Transport..verkauften Bahn Aktien..paar Briefe mit diesem Namen sind in Forum auch zum sehen..
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hallo Adriana,


    vielen Dank für den Hinweis.



    Hallo Klesammler,


    in diesen Fall wurde mit "fr. Ulm" (Franko Ulm) gemeint, daß der Brief an die "Gebrüder Kinderfatter nach Ulm", entweder selbst oder mit einen Boten gebracht, ohne daß ein Botenlohn vermerkt wurde, die ihn dann dort bei der Post als Portobrief aufgaben.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Freunde,


    dank einer netten Auktion im Norden der Republik durfte ich heute nach mehrfachem Klingeln die Türe öffnen und bekam ein Einschreiben mit folgendem Inhalt:


    Brief aus Stuttgart vom 21.3.1851 "An Herrn Grafen von Maldeghem Königlicher Niederländischer Kammerherr in Niederstotzingen" "frei".


    Zum Empfänger: https://books.google.de/books?…0maldeghem%201851&f=false


    Karl von Maldeghem (1797 - 1877, hat also noch Napoleon und die Zeit der weiten Welle erlebt!) lebte so:


    https://www.google.de/url?sa=t…Vaw0d0hz2yP01wjcoQvHODvND


    Niederstotzingen wurde von der Postexpedition Günzburg versorgt, wo der Brief mit dem optimierten Vermerk "bis Günzburg" versehen wurde und an internem bayerischen Porto noch 3 Kreuzer gekostet hatte (Günzburg war der Grenzübergangn Württembergs zu Bayern).


    Der noch am selben Tag angekommene Brief konnte jedoch gar nicht zugestellt werden, weil seine Erlaucht bei der dortigen Post eine Nachsendeadresse hintelassen hatte und zwar "Augsburg". Ergo stempelte Günzburg vorne ab (war falsch war, denn es war keine neue Postaufgabe und addierte von Günzburg aus 3 weitere Kreuzer bis Augsburg, siehe die 6 Kreuzer oben.


    Am 22.3. traf er prompt in Augsburg ein, wurde siegelseitig Ankunft gestempelt, doch die 6 Kreuzer waren nicht zu bekommen, denn er war mittlerweile in den Goldenen Hirschen in München abgereist. Jetzt erneut als neue Postaufgabe am Folgetag gewertet, strich man die 6 Kr. oben ab, denn sie waren bezahlt worden und setzte 6 Kreuzer als innerbayerischer Portobrief bis 12 Meilen bis 1 Loth korrekt an. Noch am selben Tag kam der Brief in München an und wurde seiner Erlaucht gegen 6 Kr. Portokosten ausgegeben.


    Gebührenforderungen:


    Stuttgart - portofrei bis WÜ - BY - Grenze.
    Ab da bis 6 Meilen und 8,75g Gewicht 3 Kr. für Bayern (Günzburg).
    Ab Günzburg weitere 3 Kr. bis Augsburg, jetzt aber bis 12 Meilen und 1 Loth (15,625g), weil angeblich ausgeliefert.
    Ab Augsburg nach Zahlung der 6 Kr. von Günzburg mit Porto gen München belastet bis 12 Meilen bis 1 Loth.
    München kassierte 6 Kr. und erstattete sie Augsburg zurück.

  • Liebe Freunde,


    solch einen Brief kannte ich bisher noch nicht, freue mich aber nun umso mehr, ihn euch hier zeigen zu dürfen.


    Der Postmeister von Ellwangen schrieb am 10.2.1848 einen Brief an die Direktion des k. b. Kreis- und Stadtgerichts in Würzburg. Unten links brachte er seine Franchise an:


    "Fr(anco) 0 (NULL)
    Schmal
    Postmeister"


    Ein siegelseitiges Franko fehlt daher vollkommen. Er bedruckte den Brief mit seinem blauen Zweikreisstempel (Feuser 854-8 ) und tauchte seinen großen Chargé - Stempel in ein weiteres, jetzt rotes Stempelkissen ein. Einen Schein zog er jedoch nicht dafür - hier hatte der Chargéstempel lediglich die Funktion, dass er ihm wichtig war (und allen weiter gelegenen Poststellen natürlich auch) und mit dem Nota Bene - Zeichen in Rötel war das schon sehr auffällig. In der Briefkarte lief er sicher unter den recommandirten Briefen, verblieb aber auch hier ohne Nummer.


    Am Folgetag traf er in Würzburg ein und dort stempelte man ihn Eingang, jedoch war man bei der Stundenangabe am 11.2. etwas verwirrt, wie der Bruchstrich unterhalb des Z und B vermuten lässt.


    Postalisch hatten ihn Württemberg (Taxis) und Bayern übereinstimmend untaxiert belassen, so dass die mutmaßliche Portofreiheit des Absenders auf bayerisches Terrain übergegriffen hatte, was ich so noch nie gesehen habe, denn ein Dienstbrief in reinen Staatsdientangelegenheiten war das sicher nicht ...