• Sansibar - Landau/Pfalz 10.03.1903


    Hallo Sammlerfreunde,


    ich muss zugeben, dass ich auf ein solches Stück wie das nachstehende mit meinen bescheidenen Geographiekenntnissen kaum gekommen wäre. Aber okay, so frischt man die dann doch gerne wieder auf. Als erstes fällt die seinerzeit für GB typische Stempelform auf.


    Kein Wunder, denn das Sultanat Zanzibar wurde 1890 britisches Protektorat und dem britischen Kolonialreich einverleibt. Das Konterfei des Wertstempels der UPU-Postkarte zu 1 Anna zeigt sehr wahrscheinlich den von 1893-1896 amtierenden Sultan Sayyid Hamad ibn Thuwaini ibn Said al-Busaid (1857-1896).


    Lt. wikipedia wurde er nach dem Tod seines Onkels Sayyid Ali ibn Said al-Busaidi (1854-1893) von der britischen Protektoratsmacht zum Sultan von Zanzibar bestimmt. Er regierte das Land vom 05.03.1893 bis zu seinem Tode, welchem seinem Cousin und Schwager Sayyid Chalid bin Barghasch al-Busaidi (1874-1927) angelastet wird. Chalid war als entschiedener Gegner der Briten bekannt.


    Am 25.08.1896 besetzte er mit 60 Mann den Palast und die Festung der Hauptstadt Zanzibar und proklamierte sich selbst zum Sultan, was zum kurzen britisch-sansibarischen Krieg führte. Nach dem Beschuss Zanzibars durch britische Truppen musste Chalid am 27.08.1896 ins deutsche Konsulat fliehen, wo man ihm unter schwersten Protest der Briten auch Asyl gewährte. Am 10.12.1963 erlangte Zanzibar letzendlich die Unabhängigkeit.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Sammlerfreunde,


    anbei eine weitere Auslands-Poka-Variante zu 1 Anna, die erfreulicherweise am Zielort in Ludwigshafen am Rhein nocheinmal weitergeleitet werden musste...da über ein Wochenende entsprechend mit 2 Tagen Verzögerung.


    + Gruß


    vom Pälzer

  • .... absolut voll-gongrett-korrekt, denn soeben ward schon wieder ein neuer Exot hinzuerworben, demnächst dann hier im Übersee-Kino.


    + Gruß :thumbsup:


    vom Pälzer

  • Hallo zusammen,


    für meine kleine Sammlung incoming mail hat sich die gezeigte Karte gefunden, die am 11.2.1897 in Sansibar geschrieben wurde und am 20.3.1897 in Kleve ankam.
    Kann jemand Adresse und Text entziffern? Bei mir reicht es nur für einzelne Worte.
    Wieder ein Beleg dafür, daß die Kontakte des damals recht beschaulichen Bad Cleve recht international waren.


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    ich lese:


    Herrn Ober Lazrett Gefreiten Meuser/Heuser 10. Kompagnie Infanterie Regiment 56 Cleve am Rhein


    Lieber Peter und Schwägerin Fahre also mit Dampfer König ab Zanzibar morgen.


    Gut zu lesen, keine Sauklaue.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,

    eine Ansichtskarte aus Zanzibar in die Monarchie. Aufgabestempel ZANZIBAR 27.1

    Die Karte wurde mit einer 1 Anna - Marke frankiert.

    Die Karte ursprünglich adressiert an einem K.K. Leutnant der Gendarmerie in Jaroslaw und von dort nach Lemberg weitergeleitet.

    Auf der Karte schwarzer rechteckiger Stempel TOO LATE. Vermutlich konnte der Leutnant in Jaroslav nicht mehr angetroffen werden.

    Ankunftstempel Lemberg am 18.2.1902

    Jaroslaw und Lemberg waren zur damaligen Zeit Orte im Kronland Galizien (heute Polen)

    Auf der Bildseite eine Ansicht vom einfachen Leben der Eingeborenen.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo zusammen,



    auf dem unbezahlten Brief aus Zanzibar von der Firma O´swald & Co. an den (Opernsänger) Eduard Schuegraf

    in München von November 1875 sind 28 Kreuzer vermerkt.

    Wie setzen sich diese zusammen?

    Ein indisches Postamt soll es schon ab Frühjahr 1875 in Zanzibar gegeben haben.

    Erste Stempel aber gab es erst ab dem 1.8.1878.

    Ein Brief bis zu einer 1/2oz kostete von Aden

    via Brindisi im geschlossenen Paket nach Deutschland 5 Anna 6 Pies

    und via Brindisi und Italien 6 Anna 6 Pies.

    8 Anna = 1sh.

    Indien trat erst am 1.7.1876 der GPU bei.

    Von Aden mir der PEKIN (Bombay 22.11) am 28.11 bis Suez.

  • Lieber Martin,


    Kater weg, Literatur dürftig ... leider!


    Ab 16.5.1872 kosteten Briefe 28x via Frankreich bis 10g. Ausweislich des Leitwegverermerks oben links sollte es aber Brindisi gewesen sein und von dort aus lief die Post NICHT über Frankreich nach Bayern.


    Ab 1.11.1873 gab es den Weg über Brindisi, der aber bis 15g 40x vorsah (Seite 595 des VO- und Anzeigeblattes von Bayern). Ob es später noch eine Gebührenmoderation gegeben hat, ist wahrscheinlich; sie ist mir aber nicht bekannt.


    Da die Post nicht mehr altdeutsch war, sondern vom Dt. Reich dominiert war, könnte ein Kenner dieses Gebietes mal schauen, ob es nach dem 1.11.1873 Literatur zur Leitung von Sansibar vor 1876 gibt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus