Stationsstempel

  • lieber Michael,

    der Brief ELBERFELD - AMSTERDAM lief am 22.11.1862

    der Brief ELBERFELD - BERLIN leider kein Jahr



    Hier noch einer von BARMEN nach STADTHAGEN mit Datum vom 30.3.1867


    Und hier noch einer, vom 6.3.1865, Marken auch mit Stationsstempel entwertet.




    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,

    danke für die Daten.

    Wann die Markenentwertung mit Kurs- und wann mit dem Stationsstempel erfolgte scheint zufällig zu sein, ein Schema habe ich bisher nicht erkennen können.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo preussen_fan,


    ich habe ja nun auch schon einige Bahnpostbelege aus Preußen, die in mein Sammelgebiet gelaufen und handschriftlich entwertet worden sind, zumeist noch mit Zusatz des Datums. Warum sollte im Gegensatz zur handschriftlichen Annullation die Verwendung eines Stationsstempels dann nicht statthaft gewesen sein ? Sinn und Zweck der Übung war doch, dass man mit - auf welche Weise auch immer erfolgter - Dokumentation des Aufgabeortes jederzeit nachvollziehen konnte, dass bis zum Abgabeort ausreichend frankiert worden war.


    Viele Grüße

    vom Pälzer

  • lieber Pfälzer,

    das weiß ich auch nicht. Auf meiner Karteikarte zu dem oben gezeigten Beleg von 1994 habe ich geschrieben:

    "War nur als Nebenstempel und nicht zur Entwertung der Marken bestimmt."

    Im Auktionskatalog stand dazu :

    "Stettin Ra1 als selt. Entwerter a. 3 Sgr. a. Bf."

    Vielleicht kann Michael was dazu sagen?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo zusammen,


    wenn wir alle Vorschriften/Verordnungen vorliegen hätten, könnte man diese Frage evtl. genau beantworten.

    Das Stationsstempel zunächst einmal die handschriftliche Ortsangabe ersetzen und die Abläufe schneller machen sollten, kann man wohl als sicher annehmen. In den ersten Jahren gab es dann den ambulant mitgeführten Nummernstempel zur Markenentwertung. Nach Einzug dieser Stempel fehlte den Bahnpostbeamten im Zug plötzlich ein Stempel zur Markenentwertung. Ursprünglich vorgeschrieben war hier das Federkreuz mit Tinte. Mittlerweile war aber das Bearbeiten der Briefe mit Tinte nur noch in den Fällen nötig, wenn ein Brief an einer Station aufgenommen wurde, für den es keinen Stationsstempel gab. Für Briefe vom Startbahnhof einer Strecke konnte man zur Bezeichnung des Aufgabepunktes einfach den Kursstempel verwenden, was man auch tat. So bot es sich an, den Stationsstempel (oder den Kursstempel) für die Markenentwertung zu nehmen, da man diese Stempel eh gerade in der Hand hatte. Das Argument Stationsstempel sind keine Aufgabestempel, da sie kein Datum aufweisen und deshalb nicht zur Entwertung genommen werden durften, greift nicht da es hierfür den Kursstempel gab.

    Da ich noch keine Instruktion o.ä. gefunden habe, die die Verwendung des Stationsstempels zur Markenentwertung untersagt, wurde es anscheinend zumindest toleriert.


    Zu der Losbeschreibung: Eine Markenentwertung mit dem Ra1-Stationsstempel von Stettin ist relativ selten, das stimmt.
    Ich habe 3 Briefe damit: 1x auf Kopfausgabe, 1x auf Wappenausgabe schwarz gestempelt und 1x auf Wappenausgabe blau gestempelt, Und ich habe nicht alle gekauft, die ich gesehen habe. ;)


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,

    Auktionskatalogspapier ist geduldig. Ich glaube, dass der Stettiner Stationsstempel besonders häufig auf Marken abgeschlagen wurde.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    der Stettiner gehört im Bereich "Markenentwertung durch Stationsstempel" sicherlich zu den häufigeren, insgesamt gesehen ist er aber dennoch relativ selten. Häufig ist anders :)


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Freunde,


    diesmal befindet sich der blau abgeschlagene Stationsstempel STETTIN neben dem französischen Vertragsstempel PRUSSE-FORBACH auf einem Portobrief nach Bordeaux, der den Empfänger 6 dec. kostete. Rückseitig findet sich der ebenfalls blaue Kursstempel des 2. Zuges auf der Strecke STRALSUND-BERLIN (erst ab 1865 im Einsatz), daneben drei französische Stempel: Paris, von der Bahnstrecke Paris-Bordeaux und Ankunft Bordeaux.



    Man sieht also, dass die Stationsstempel auf den verschiedensten Strecken eingesetzt wurden.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Michael,


    sehr schön - für mich immer wieder interessant zu lesen, was Absender so alles an Leitwegsvorgaben auf ihren Briefen notierten, "via Paris" hier. Als ob es eine "Sau" gekümmert hätte, was er da schrieb. Er hätte genau so gut "via Moskau" oder "via die Mare" schreiben können, das hätte auch keinen interessiert. Ich suche immer nach der Motivation für solche Zusätze - aber hier käme ich auf keine ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Eine mögliche (!) Erklärung für die ungewöhnliche und anscheinend überflüssige Leitwegsangabe.

    Es handelt sich um einen Geschäftsbrief und zwischen Absender und Adressat wurden sicherlich auch Waren ausgetauscht, evtl. per Bahn oder auch per Schiff. Vielleicht hat man eine Reihe von Briefen, die nicht eilig waren, diesen Waren beigelegt und wenn sie ein paar Tage später ankamen, machte das nichts. Wenn nun dieser Brief aber auf dem schnellen Briefpostweg transportiert werden sollte, könnte die Angabe evtl. für das eigene Büropersonal bzw. den Boten, der die Briefe zur Post brachte, gedacht gewesen sein.

    Ist jetzt nur mal so eine Idee. Ansonsten habt ihr natürlich recht, dass speziell bei Frankreichbriefen eine Angabe "via Paris" ausgesprochen überflüssig ist.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte