Die Verwendung geschlossener Mühlradstempel in der 2. Verteilung bei den Hauptbriefpostexpeditionen

  • Hallo Volker,


    ein schöner Brief, zu dessen Stempelung mal vor Jahren in unserem RB ein Aufruf ergangen ist, der fast gehörlos verschallte ... dabei wäre es sicher nicht zuuu schwer, heraus zu finden, wann der gM 598 in Würzburg noch (nach-)verwendet wurde, obwohl der offene ja längst da war.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... dabei wäre es sicher nicht zuuu schwer, heraus zu finden, wann der gM 598 in Würzburg noch (nach-)verwendet wurde, obwohl der offene ja längst da war.


    Doch, es ist zu schwer, nur anhand der wenigen Belege die Verwendungszeit festzulegen. Zumindest scheint der Beginn einer fortwährenden Stempelperiode Anfang Okt. 1861 gewesen zu sein.


    Der hier gezeigte "Montagebrief", auf dem nur die 3 Kr. orginal klebt, zeigt das Datum 3.10. Die Schaufeln des Stempels sind noch schmal und lang, entgegen der zum Vergleich aufgelegten 6 Kr., ein Hinweis auf erste Verwendung?

    Übrigens ist bisher mir kein "geprüfter" Brief bekannt, der eine frühere Verwendung in Würzburg belegt (schon gar nicht 1856 - dieser Brief ist eine Montage und der Wi.-Beleg ist mir nicht bekannt).


    Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Lieber Luitpold,


    der liebe Cameo hat m. W. einige dieser Briefe mit dem gM 598 - vlt. sprecht ihr euch mal hinsichtlich der Verwendungsdaten ab? Ich kann mir nicht vorstellen, dass bei einem so bedeutenden Amt wie Würzburg nicht genügend Material zusammen kommen sollte, um es z. B. im Rahmen eines RB - Artikels schön vorstellen zu können.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber bayern klassisch,


    "eine Schwalbe macht noch keinen Sommer" - d.h. im Hinblick auf das Postaufkommen einer Hauptbriefpostexpedition, dass es Hunderte wenn nicht Tausende Briefe gegeben haben musste.

    Aber heute ist das nicht mehr der Fall, zumindest was ich so in den letzten Jahren gesehen habe.

    Wenn also der offene 598 vom Okt. 61 bis Mai 62 nicht mehr auf Würzburger-Briefen auftaucht,

    dann gehe ich davon aus, dass dies die Verwendungszeit des gMR 598 in Wü war.

    Weil ich jetzt das Problem mit dem offenen und geschlossenen MR von Kissingen habe - ist schwer vorstellbar, dass sowohl der offene wie der geschlossene MR gleichzeitig verwendet wurde oder? - wollte ich das Thema nur noch mal anstoßen. Vielleicht gibt es ja doch inzwischen bei den "Jägern" neue Belege?


    Beste Grüße von Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Luitpold,


    Los 549 der 23. Dischinger Auktion zeigt ein Streifband mit Zeitung "Kreis-Amtsblatt von Unterfranken und Aschaffenburg". Die halb auf Streifband und halb auf Zeitung geklebte 1 Kreuzer rosa ist glasklar und übergehenden entwertet mit dem MR "598" Würzburg.

    Unter Bekanntmachung ist einmal der 28. März 1859 und weiter unten der 29. März 1859 angegeben.


    Neben dem im Sem Katalog angegebenen Datum vom 16.12.1856 ist das Streifband der einzige mir bekannte Beleg mit geschlossenem MR "598" vor dem Oktober 1861.

    Der Brief von 1856 ist nach deiner Kenntnis eine Montage. Leider ist das Streifband ist nicht geprüft.

    Schwer zu sagen, ob es sich um eine Verfälschung handelt.


    Ich habe dir eine "private Konversation" geschrieben !


    Gruss kilke

  • ... die Schrift des Streifbandes ist ganz sicher nicht aus den 1850er Jahren, das steht fest.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Das Streifband war ausgerufen mit 650 Euro und wurde lt. Rücklosliste verkauft.

    Das sagt aber gar nichts.


    Gruss Kilian

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

  • ... die Schrift des Streifbandes ist ganz sicher nicht aus den 1850er Jahren, das steht fest.

    Nach Durchsicht meiner Briefe aus dem Jahr 1859 ist nicht ersichtlich, dass der oMR 598 "erkrankte und sich in Quarantäne befand". :)



    Vielleicht findet ja noch ein freundlicher Leser einen vom 28./29.3.1859?


    Beste Grüße von Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Werner,


    der ab Dezember 1856 in Würzburg verwendete offene MR mit grossen Ziffern habe ich auf einen Brief noch vom 24. Juni 1861 gelistet. Der nachfolgende offene Mühlradstempel mit kleineren Ziffern und höherstehender Ziffer "8" fand ich frühest auf einem Brief vom 23. Oktober 1862.

    Viele Verwendungsdaten der offenen Mühlradstempel von Würzburg habe ich nicht registriert, es ist also noch eine Menge Luft zu der spätesten- bzw. frühesten Verwendung.


    Es fällt aber auf, dass in der Zeit zwischen Juni 1861 und dem Oktober 1862 die Verwendung des geschlossene MR fällt (Oktober 1861 - Mai 1862).

    Vermutlich hat der geschlossene MR "598" die frühe Type des off.MR "598" abgelöst, und wurde nach Verschleiss des Stempels durch den off.MR "598" mit kleinen Ziffern ersetzt.

    Warum der geschlossenen MR erst im Herbst 1861 zum Einsatz kam, das wird wohl ewig ein Rätsel bleiben


    Eingestelllt ist die frühe Type des off.MR "598" auf Brief vom 22.März 1861, die spätere Type

    des off.MR "598" auf Brief vom 19. November 1862.


    Gruss Kilian

  • Hallo Kilian,


    nun zunächst mal wird sich bayern klassisch freuen, dass endlich jemand dieses Stempelthema anpackt. :)


    Die These mit der Ablösung des oMR gr.Type klingt plausibel und solange es keinen anderen Beleg dafür gibt, soll's so gewesen sein :thumbup:


    Hier Beispiele, die den Unterschied deutlch zeigen:



    links: 1861 - Juni .................................... rechts: 1862 - Juni



    1861 - Sept. - sah aber noch gut aus :?:

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • ... ja, lieber Luitpold, ich freue mich, wenn man sich dieser kuriosen Sache annimmt und wer könnte das besser, als du? :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Nö, ich mach das nicht sondern Kilian, der von Bonnland aus startete. Ich fahre halt nur mit 8)

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

    Einmal editiert, zuletzt von Luitpold ()

  • Im nächsten RB wird ein Artikel zu dem gMR "598" von gleich zwei Autoren erscheinen,

    von einem Heimatsammler von Würzburg und einem Mühlradstempelsammler.

    Dann sollten endlich alle Klarheiten zu dem Stempel beseitigt sein :S

    Wer um Einzelmarken einen Bogen macht hat sich verlaufen.

  • Aufruf zur lückenlosen Darstellung der Verwendung des offenen Mühlradstempels "598" im Zeitraum Ende 1856 bis Sept./Okt. 1861


    Auch wenn ein Heimatsammler viele "Würzburg"-Briefe mit dem oMR 598 hat, so wäre es vermessen jeden Tag in dem o.g. Zeitraum lückenlos mit eigenen Briefen darstellen zu können.


    Deshalb sollte wenigstens jeder Monat belegbar sein. Hierzu fehlen mir noch folgende Monate:


    1857: Juli


    1858: Februar


    1859: Januar + Oktober


    1860: August + Oktober


    1861: April + Juli


    Wer hier mit Beleg-Daten helfen kann, dem sei herzlich vorab gedankt.


    Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Werner,


    eine Lücke kann ich da schliessen :) , und zwar mit diesem Brief vom 27.04.1861 nach Saulgau.



    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Vielen Dank an alle für die Belege. Inzwischen ist unser 598 gMR-Beitrag fertig und alle uns bisher vorliegenden Verwendungen des gMR 598 im Zeitraum Dez. 1856 - Okt. 1861 sind Markenmontagen (Briefverfälschungen). In dem genannten Zeitraum wurde nachweislich der oMR 598 (Type a) ständig verwendet. Deshalb, wenn in diesem Zeitraum wieder ein Würzburg-Brief mit dem gMR 598 auftauchen sollte, müsste die tatsächliche Verwendung vor Okt. 1861 geprüft sein.*


    Luitpold


    * Gemäß dem Spruch "Nichts ist unmöglich" bliebe die Frage wo der Entwertungsstempel "598" (alte Form, also geschossener MR) aufbewahrt wurde.

    Schon 1911 machte man sich darüber Gedanken und es heißt ja, das die Stempel bei der Bezirksämtern einzusenden sindund wurden evtl. in der Materialstelle aufbewahrt bzw. vergeben (von dort erhielten die Postexpeditionen auch alle Schreibutensilien und Formulare, Papiere). Ich gehe also davon aus, dass die alten Stempel nicht bei der Briefhauptpostexpedition vorlag (bei den Briefstemplern im Schreibtisch, sozusagen). Schon deshalb wäre eine kurzzeitige Verwendung bei einer Briefhauptpostexpedition sehr ungewöhnlich nur für einige Tage da danach wieder der bisherige offene Mühlradstempel (Type a) verwendet wurde. Wie die Verwendung des gMR 598 zeigt, war die Verwendungszeit des aus Bonnland übernommenen gMR einige Monate bis ein neuer oMR 598 (= Type b) am 31.05.1862 erstmals zum Einsatz kam.

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo Luitpold,


    ich möchte auch mit dazu beitragen um Dir beim Schließen der Lücken zu helfen.

    Ich kann einen Brief vom 02.Februar 1858 zeigen.



    Viele Grüße Matthias / Roda127

    Suche immer Belege von Roda / Stadtroda.