Post-Contraventionen

  • Lieber Erwin,


    Danke Ralph,

    in letzter Zeit schlage ich mich ständig mit Belegen herum, die sich nicht gerne erklären lassen. :(

    Aber sie sind dann halt was Besonderes

    ... ich mache das seit über 35 Jahren und es hat mir noch nicht geschadet ... :D


    Die schönste, beste und interessanteste Sammlung, die man sich als Altdeutscher denken kann, ist eine Contraventionssammlung. Mehr geht nicht, todsicher.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • liebe Sammlerfreunde,

    hier zeige ich einen Ganzsachenumschlag, bei dem sich zwei Contraventionen aufzeigen lassen:

    1. Der Wertstempel ist nicht vorschriftsmäßig entwertet, nur die Wertziffer musste durchgestrichen werden

    2. Es fehlt der Aufgabeort und das Datum, entweder als Stempel oder eben handschriftlich.



    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • liebe Sammlerfreunde,

    hier zeige ich wieder einen Brief, der eigentlich unter die Rubrik "aus dem Briefkasten" fällt, aber auch unter Post-Contraventionen seinen Platz finden kann.

    Die 2 Sgr.-Ganzsache wurde am 19.11.1861 von Siegen nach Lengsfeld gesandt. Die Entfernung betrug 20 Meilen, so dass der Brief schon in die 3. Entfernungsstufe fiel. Es fiel damit 1 Sgr. Nachgebühr plus 1 Sgr. Zusatzgebühr in den Postverein an.

    Es fehlt der vorgeschriebene Hinweis "aus dem Briefkasten" oder "reicht nicht".

    Weiterhin habe ich gewisse Probleme mit der Taxierung:

    Zunächst ist in Blaustift eine große 2 ausgeworfen, die mit blauer Tinte wieder gestrichen ist.

    Dann hat man in blauer Tinte eine 6 (Kreuzer) ausgeworfen und gestrichen.

    Dann wurde in gleicher Tinte eine 2 ausgeworfen.

    Ich verstehe nicht ganz die Reihenfolge:

    1. hellblauer Stift 2 Sgr. in Siegen aufgesetzt?

    2. Dunkelblaue Tintein Lengsfeld?

    3. Wurde in Lengsfeld mit Silbergroschen gerechnet und nicht mit Kreuzern? Sonst hätte ja die 2 gestrichen und dan in die 6 reduziert werden müssen.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    (Stadt) Lengsfeld war Groschengebiet. Die angeschriebenen 2 Sgr wurden in 6 Kr reduziert. Lengsfeld war schließlich T&T-Gebiet! Aber vor Ort sah man den Fehler, strich die 6 Kr und überschrieb die 2 Sgr (Blaustift) wieder mit 2 Sgr in blauer Tinte.


    liebe Grüße

    Dieter

  • Lieber Dieter,

    Danke für die Auskunft, dass in Lengsfeld Groschen Gebiet war. Das muss aber trotzdem anders gewesen sein.
    Ursprünglich gab es wohl die blass Blaue 2. Das hätte ja gereicht. Die durchgestrichene 6 und die drüber geschriebene 2 sind in der gleichen Tinte geschrieben.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Zwischen Preußen und Taxis war festgelegt worden, dass die Taxierung in Kreuzer zu erfolgen hatte, auch wenn die Post ins Groschengebiet lief.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • liebe Sammlerfreunde,

    dazu folgende Frage, galt der nachfolgende Ausschnitt aus den Expeditionsverfahren auch für diesen Brief nach TT?

    demnach ist die Blaustift 2 am Aufgabepostamt geschrieben worden und die Tintentaxierungen im Postamt mit Kartenschluss nach TT?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    anscheinend war es so: Die 2 Sgr aus Preußen wurden laut Beitrag von Michael korrekt zu 6 Kr reduziert. Da Lengsfeld aber im Groschen-Gebiet lag, mußte wieder in Sgr umgerechnet werden. Na ja, warum einfach, wenns auch umständlich geht. Aber das ist uns in heutiger Zeit nicht gerade unbekannt. ;)


    Dieter

  • lieber Dieter,

    das ist schon klar (dunkelblaue Tinte), aber was ist mit dem hellblauen Stift? Wo kam was auf den Brief? Das war hier die Frage.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • dazu folgende Frage, galt der nachfolgende Ausschnitt aus den Expeditionsverfahren auch für diesen Brief nach TT?

    demnach ist die Blaustift 2 am Aufgabepostamt geschrieben worden und die Tintentaxierungen im Postamt mit Kartenschluss nach TT?


    Ich frag nochmal nach, hat keiner der Preußen-Spezialisten eine Vorstellung, wie das Prozedere der Taxierung bei diesem Brief ablief?

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    deine Interpretation ist schon richtig. Die Taxierung in Fremdwährung oblag dem Kartierungspostamt, das den Austausch mit dem Ausland vollzog.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Lieber Erwin,

    das weiß ich nicht auswendig, da muss ich suchen. Kann etwas dauern, habe derzeitig viel zu tun.


    Gruß

    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Ich habe jetzt mal auf der Landkarte nachgeschaut. Die Bahnstrecke ging damals von Siegen über Betzdorf, Herdorf, Neunkirchen, Burbach, Haiger, Dillenburg und so weiter.

    Die roten Orte waren preußisch, die grünen gehörten zu TT. Also bietet sich Burbach als Kartierungspostamt an.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan