Huth Korrespondenz

  • Hallo Freunde


    Briefe an Huth habe ich wenige, aber ab und zu kann man interessante Briefe an ihn finden.


    Wenn ich dieser Brief gesehen habe (Ebay) bin ich neugierig geworden. Der Brief lief von Coruna in Spanien nach London im Jahr 1815. Mein Neugier war in welche Sprache der Brief geschrieben war. Und wie gehofft war der Brief in der deutsche Sprache geschrieben.


    Es ist so dass der Deutsche Friedrich Huth sich nach Coruna, Spanien in 1805 als Kaufmann niedergeschlagen hatte. Aber wegen die unmögliche Verhältnisse dort in 1809 ging er nach London um sein Tätigkeit dort weiter zu machen. Huth war übrigens ein von viele Deutschen Kaufleute in Spanien.


    In 1814 ist der Deutscher Grüning sein Partner geworden und der Firma Huth & Co war gegründet. In 1814 war es auch wieder einfacher von Coruna aus Handel zu Treiben (für Ausländer). Obwohl ich nicht kenne wann der Absender Sischka nach Spanien kam, vermute ich dass es eben um 1814 war.


    Der Empfänger Huth musste für diesen Brief 6/6P bezahlen weil der Brief dann in der 3. Gewichtsstufe lag.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ein toller Brief und gut, dass du den Inhalt geahnt hast. Immerhin hat er den Empfänger gut 3,5 Gulden gekostet, da sollte er schon wichtig gewesen sein.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde


    Jetzt auch was besonderes wenn es um die Sprache geht.


    Brief aus Cadiz an der Vertreter von Huth in Coruna in 1817 geschickt. Obwohl ein innenspanischer Brief also auf deutsch geschrieben. Ob der Vertreter Salvador Ribera & Söhne den Brief gelesen hat weiss ich nicht. Vielleicht eher sofort mit anderen Briefe nach London geschickt?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    interessantes Stück - der Absender war sicher Deutscher. Man gab damals gerne junge Kaufleute ins Ausland, damit sie das Geschäft und die Sprache(n) gut lernen konnten und Karriere machten.


    Heinrich Schliemann 2.0, könnte man sagen, wenn die Chronologie eine andere wäre.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Man gab damals gerne junge Kaufleute ins Ausland, damit sie das Geschäft und die Sprache(n) gut lernen konnten und Karriere machten.

    Hallo bayern klassisch


    Nicht nur damals - so lange es Handel gab waren den Austausch da ob Grieche, Römer oder Chinese. Also nichts neues.


    Aber wenn man die Huth Korrespondenz als Korrespondenz schauen will, sind diese Briefe/Fälle interessant.


    Heinrich Schliemann ist kein "Grosser" in dieser Zusammenhang als Kaufmann )etwas übertrieben gesagt). Also wenn man mit Familien wie Bethmann oder Harmensen oder Rothschild oder Böhl vergleichen soll (um einige zu nennen).


    Schiller hat übrigens die Lehre in Bordeaux (bei Mayer) gemacht, aber ein grosser Kaufmann ist er nicht geworden.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    danke für die Informationen zu Schiller - ich denke auch, dass ein Grossist Schiller kaum geadelt worden wäre und er letztlich seine eigentliche Profession gefunden hat.


    Die Verteilung von Familienmitgliedern auf andere Firmen im Ausland ist natürlich eine hochinteressante Sache - das könnte man (oder hat es schon) studieren. Das mit Heinrich Schliemann ist für Deutsche natürlich das Paradebeispiel - hätte er Troja nicht entdeckt (und auch daran gibt es starke Zweifel in der internationalen Forschung), dann kennte ihn heute keine Sau.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Nils,

    Zitat

    Heinrich Schliemann ist kein "Grosser" in dieser Zusammenhang als Kaufmann

    ein Schliemann war kein Rothschild, aber trotzdem ein recht reicher Kaufmann - insbesondere nach dem Krimkrieg.
    1855 war er in Petersburg der Kaufmann mit dem höchsten Umsatz und einem Handelsvolumen von 1 Million Taler.


    Viele Grüße
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo zusammen.


    Ich möchte einmal einen Teilfrankobrief von Augsburg nach England zeigen.


    Am 14.07.1834 wurde der Brief in Augsburg aufgegeben.Empfänger war der Banker Friedrich (Fredrick) Huth in London.



    Stempel auf der Vorderseite:


    Augsburg (14.Jul. 1834)
    P.P. = Port Paye
    A.E.J.F. = Afranchi (à l') Étranger Jusqu'à la Frontière (französisch) und steht für "freigemacht ins Ausland bis zur Grenze"


    Der Absender bezahlte den Brief bis zur französichen Grenze Calais( 41/16 auf der Siegelseite) 41 Kr. französische Transitgebühr, für Briefe vom Gewicht 35-45g und Entfernungsstufe von
    5-600 km.


    Auf der Siegelseite notierte der Expeditor 1f4Dec.


    Der Empfänger bezahlte die englische Strecke 1Sh8P, die auf der Vorderseite rechts unten notiert wurden.


    Ich hatte mal versucht den Brief in Kreuzerwährung umzurechnen, bin mir aber nicht sicher ob es korrekt ist. Ich kam auf ca. 117 Kr. für den gesamten Brief.
    Da lasse ich mich aber gerne korrigieren.


    Da ich noch bescheidenes Wissen in der VMZ-Zeit habe, wäre ich für Ergänzungen dankbar.



    Grüße
    Kreuzerjäger

  • Lieber Kreuzerjäger,


    schönes Stück aus großer Korrespondenz.


    16x für Bayern (und intern Transit bis Kehl)
    41x für Frankreich
    20d = 60x bzw. 1 fl = 1 Gulden


    ..........................................


    1 Gulden 57x = 117x ist richtig - gut gemacht. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Freunde


    Diesen Thread habe ich fast vergessen.


    Heute will ich dieser Brief zeigen der von Bilbao 5. Oktober 1815 geschickt war. Es war wieder Frieden und den Laufweg von Bilbao nach London ging wieder über Frankreich. Der Absender hat die Gebühre bis die französische Grenze bezahlt. Huth hat 4 Shilling 4 Pence bezahlt.


    Interessant finde ich auch den Inhalt - wie so oft war die Sprache in Deutsch geschrieben. Der Absender war die Gebrüder Rochelt - eine Familie ursprünglich aus Böhmen. Im Text ist Augsburg, Donauwörth und Hamburg genannt (ua). Zeige hier die erste Textseite.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Liebe Freunde,
    der nachfolgende Brief gehört in die Huth - Korrespondenz. Ich hatte den Brief wegen des ausgefallenen Stempels des preußischen Postamtes in Bremen gekauft. Er lässt sich der Liegnitzer Sonderform zuordnen. bei dem Brief handelt es sich um ein privates Schreiben des Sohnes Louis Huth an seinen Vater Fredrik Huth.
    Der Brief wurde am 5.1.1841 mit dem Leitweg Bremen - Herve - Ostende - London versandt. Rückseitig befindet sich der rote Grenzübergangsstempel ALLEMAGNE PAR HERVE vom 8. Januar sowie der rote Teilabschlag des britischen Stempels.
    Die Gebühren interpretiere ich so:
    In Rot 8 1/2 Sgr. bis zur Küste. Der englische Anteil (Seegebühr + Inlandsanteil) von 1 Sh 8 d in Schwarz musste vom Empfänger gezahlt werden. Was die rote 15 auf der Rückseite bedeutet, weiß ich nicht zu deuten.
    beste Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • lieber Ralph,
    ich hatte auch erst 8 1/4 erkannt, aber nachdem ich bei Bruns "Preußen-England" nachgeschaut habe, habe ich immer 8 1/2 gefunden, davon 5 Sgr. für Preußen und 3 1/2 für Transit Hamburg. Hier bei diesem Brief aus Bremen müsste ja eigentlich der preußische Anteil bis zur belgischen Grenze den eien Teilbetrag ausmachen (5Sgr.) und der Transit von Herve nach Ostende den andern (3 1/2 Sgr.)
    Allerdings ist die Entfernung Bremen - Herve etwas über 40 Meilen, die nach dem Tarif von 1825 alleine schon 7 Sgr. ausmachten. Dann blieben für den Transit noch 1 1/2 bzw. 1 1/4 übrig.
    viele Grüße
    Erwin W.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Lieber Erwin,


    Theoriemodus an: Wenn es von Hamburg 3 1/2 Sgr. Transit kostete, wären doch 3 1/4 Sgr. von Bremen aus nicht so unwahrscheinlich? Mehr weiß ich dazu leider auch nicht zu sagen ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Ralph, danke für deine Bemühungen. So lange ich nicht mehr in Erfahrung bringen kann, werde ich den Beleg nicht so genau erklären.
    Viele Grüße von
    Erwin W.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo Freunde


    Ein innendeutscher Huth Brief, und noch besser ein innenbadischer Huth Brief.


    In August 1841 war offenbar Friedrich Huth auf eine Reise in Deutschland, er war ja auch ursprünglich Deutsch wie alle hier schon wissen.
    Und dann ist wohl auch ein Kuraufenthalt in Baden Baden gewünscht.


    Arbeitsaufgaben gab es natürlich auch, wie zum Beispiel ein Besuch beim Gebrüder Zimmern in Heidelberg.


    Viele Grüsse
    Nils