Hadersleben 01.11.1864 - 31.12.1867

  • Hallo wieder,


    hier einen Kleine Königliche Dienst Sache nach Hadersleben aus dem 4 - 5 Kilometern entfernten Aastrup.
    Ging an den Herrn. Provst Prahl. Ein wahscheinlich Kirchlicher schreibt und Empfehlt für Vonsbæk (kleine Ort 4 Kilometer weiter) eine neue Priest und noch was.


    Aber warum ist gleich zwei ähnlichen Stempel Abgeschlagen?


    :-) DK 6100

  • Hallo DK 6100,


    schöner Ortsbrief, bei dem man sich doch auch fragt, warum der Absender ihn zu Post gebracht und nicht gleich beim Empfänger abgegeben hat.


    Eine Königliche Dienst Sache kann es eigentlich nicht mehr sein. Zur schleswig-holsteinischen Zeit hießen solche Dienstbriefe "Staatsdienstsachen", so daß die Abkürzung links unten auch "St.T.S." sein könnte. Daher ist auch ungewöhnlich, dass der Brief portofrei blieb, da Gemeinde- oder Kirchensachen von der Portofreiheit ausgeschlossen waren.


    Der Stempel wurde vermutlich ein zweites mal abgeschlagen, weil beim ersten Stempel (rechts oben) der Ortsname schwer zu lesen ist.
    Vielleicht hatte 1867 in Hadersleben schon ein oberkorrekter preußischer Beamter den Dienst angetreten? :D

    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo zusammen,


    ich habe da eine etwas andere Ansicht. Der Brief wurde wohl einem Landpostboten mitgegeben, bei Ablieferung der beim Landpostboten während seines Postgangs aufgegebenen Sendungen wurden diese mit einem Eingangsstempel versehen. Bei Zustellung war die Sendung wurde Sendung erneut gestempelt, zufällig war der Postgang des Ortspostboten in der gleichen Uhrzeitperiode. Ich meine, dass das dem alten dänischen Procedere entspricht, vielleicht finde ich noch eine entsprechende Literaturstelle.


    Interessant wäre in diesem Zusammenhang:
    a) Gab es eine Landpostroute in Vonsbæk
    b) wann wurden die Ausgabe-Stempel in Haderslev eingeführt


    Eventuell ist in den Büchern zu Postgeschichte Haderslev darüber etwas geschrieben, ich habe die(se beiden?) Bücher leider nicht.


    Viele Grüße
    DKKW

  • Hallo DKKW,


    das genauere Prozedere für solche vom Landpostboten mitgebrachten Briefe wäre hilfreich. Ich habe dazu leider keine Unterlagen und viele Belege wird es dazu auch nicht geben.


    Die Stempelung sieht aber nicht nach zwei Arbeitsgängen aus, da es dann sehr unwahrscheinlich ist, dass beide Stempel im gleichen Winkel abgeschlagen sind.


    Außerdem frage ich mich, ob dann nicht ein Stempel rückseitig als Ankunftsstempel abgeschlagen sein müsste ...


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo,

    über die Landpostboten nach den Ostlichen Gebiet von Hadersleben habe ich zur dieser Zeit leider nix finden können.
    Aber natürlich suche ich noch weiter.

    Mit hinsicht zum Ausgabestempeln gibt es einen Homepage der Däne Aksel Maack : http://www.ausgabestempel.de/

    Hier steht als Frühdatum 03.09.1868 und Spätdatum 31.01.1870 für Hadersleben.

    :-) DK 6100

  • Leiber Sammlerfreunde,


    hier mal noch was wo es noch Fragen gibt. Wie der obigen Brief ging dieser auch an den Herrn Probst Prahl in Hadersleben ud wurde aus den ungefähr 13 Kilometern entfernter Vedsted geschickt. Wie ich es lese ist es auch wieder wegen Kirche-sachen. Aber obwohl der Brief nicht St.D.S. oder sonnstige Bemärkungen trägt sieht es doch so aus als währe es porto frei gelaufen - oder?


    "f" in blau bedeutet doch "portofrei" - der franco/ ohne franco wurde vor der Post acceptiert?


    Siegel ist leider kauput und sagt nix.


    :-) DK 6100

  • Hallo DK 6100,


    Gratulation, wieder ein toller Brief!


    Der blaue Strich sieht mir nicht nach einem "f" aus (und eine solche Notierung dürfte es in Schleswig Holstein auch nicht gegeben haben). Ich denke, der Postler ist nur etwas abgerutscht und wollte eine "1" notieren.
    Der Brief ist ein Stadtbrief, der zur halben Gebühr als Portobrief lief: die normale einfache Inlandsgebühr für unfrankierte Briefe betrug 2 Schilling, also war für diesen Brief 1 Schilling zu bezahlen.


    Mit Marken frankierte Stadtbriefe aus Hadersleben haben einen viel höheren Handelswert, sind aber garantiert nicht so selten wie dein Brief.


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo nordlicht,


    wielen Dank für die Antwort. Ich habe schon länger diesen Brief bie einen ausländischen Handler beobachtet und jetzt endlich gekauuft.


    Eirgendwie war ich mir nicht sicher worum es sich hier geht. Aber mit deine Erklärung siehe ich es jetzt besser.


    Aber warum ist der "1" in blau geschrieben und wo gibt es Literatur die den halben Porto Erklärt?


    :-) DK 6100

  • Hallo DK 6100,


    Portobeträge zur schleswig-holsteinischen Zeit wurden in der Regel in blau notiert, ist also nicht ungewöhnlich.


    Die Taxierung erfolgte dann noch nach der alten dänischen Taxe (1861) für Stadtbriefe. Das entsprechende Cirkular habe ich nicht, aber vielleicht kannst du es zeigen?
    Danach kosteten markenfrankierte Stadtbriefe 2 Skilling, barfrankierte und unfrankierte 3 Skilling. Letzteres entspricht 1 Schilling.


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo nordlicht,


    vielen Dank. Meine Unsicherheit war wieder mal Skilling/Schilling. Das vergesse ich leider ab und zu.


    Das Cirkular habe ich leider noch nicht im eigenen Besitz aber zeige es gern wenn ich es mal kaufen kann.


    :-) DK 6100

  • Hallo zusammen



    Nach eine längere Pause habe ich jetzt wieder die Lust für das sammeln gefunden und werde deshalb ein Par meine neuen Sachen zeigen.



    Als erstes kommt hier ein Ortsbrief nach Halk (14 Kilometer Südöstlich von Hadersleben)

    Das Brief ist eine „Fattigsag“ in deutsch "Armensache" und mit 1/2 Schilling frankiert. Leider ist die Marke unten mit eine Schere getrennt aber trotz dem okay finde ich.

  • Hej DK 6100,

    willkommen zurück! :)

    Solche Briefe in den eigenen Landbestellbezirk sind selten und kaum in perfekter Erhaltung zu finden.

    Zu deinem Brief passend kann ich einen Ortsbrief zeigen, der noch mit 1 1/4 Schilling frankiert werden musste. Eigentlich war die Briefgebühr nur halb so hoch, aber es gab in 1864 weder Münzen noch Briefmarken, um passend zu bezahlen. Also musste der Absender notgedrungen überfrankieren.

    Der "frei"-Vermerk wurde vermutlich nur gestrichen, weil dieser noch zu dänischen Zeiten nur bei Barfrankierungen erlaubt war.

    Viele Grüße
    nordlicht