Die Kriege und die politische Entwicklung: "Die Frankfurter Nationalversammlung" 1848

  • Liebe Freunde,


    anbei ein Brief, über dessen Erwerb ich sehr froh bin, da ich bei einem zweiten Stück, das Angeboten wurde,
    auf hohem Niveau überboten wurde....Aber nun zu dem konkreten Brief der Vormarkenzeit, der noch einige Rätsel
    in sich verbirgt, die ich mit eurer Hilfe zu lösen hoffe, er könnte Anlass zum schwitzen geben: :)


    Der Brief lief am 5.-? April 1848 recommandiert ("248" + roter Charge Vermerk) als Portochargebrief von Würzburg
    nach Frankfurt an den Herrn Grafen Ludwig von.......Mitglied deder bayrischen Abgeordneten Kammer............
    zu Frankfurt. (Wer die Punkte ergänzen kann ist sehr gerne willkommen)-
    Das Vorparlament tagte vom 31. März bis zum 3. April unter Vorsitz von Carl Mittermaier in der Frankfurter Paulskirche.
    Siehe hierzu:
    https://de.wikipedia.org/wiki/…urter_Nationalversammlung
    und
    https://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Revolution_1848/49


    Rechts unten ist ein interessanter Abgabe/Zustellungsvermerk, der Absender wollte wohl 100%ig sicher gehen, daher auch charge,
    dass dieser Brief bei dem richtigen Adressaten ankommt, dazu dürfte der Inhalt auch noch einiges hergeben...
    "abzugeben beim Gasthof......sollte der Graf..... bei der M.B.......(Grafenschaft??-Kann das eine Vereinigung zu der Nat.Vesrammlung gewesen sein?)
    Links hochkant notiert: "per 4 a....(retoure?) und blaues Tuschekreuz.
    Oben noch vom Absender: "Dringend, frei gegen Schein" und später in FFM "Abgereist" von der Frankurter Post notiert.
    Siegelseitig eben der Akst "7.april 1848" an die noch 18Jahre lang freie Stadt Frankfurt, "D4" und zwei neue Reco Manual Nummern?
    sowie dann nach der Retoure der Akst Würzburg: "8.4.-1848"


    Eine unschätzbare Hilfe wäre es, wenn Ihr bei der Handschrift weiterhelfen könnt, denn meine Hoffnung, nachdem ich einige wenige Wörter
    lesen konnte ist ein historischer Inhalt zur Frage der "Groß-oder kleindeutschen Lösung", da Inhalte wie Lombardei Venetien zu lesen waren,
    immer wieder die Hinweise, dass "Gottes Hilfe nötig sei" und es sonst zu einer "Katastrophe kommen kann", so dass ich den Brief sowohl von der PO,
    aber auch Sophie mässig als historisch sehr interessantes Zeitdokument sehe.


    Er fällt in meinen Sammlungsteil "Die Kriege und die politische Entwicklung bis 1872", in dem ich diese hochinteressante und bewegte Epoche PO mässig
    mit Schwerpunkt der süddeutschen Staaten, bzw. Bayerns belegen möchte.


    Also Hilfe zum Brief, den Taxen("8" und "4") und dessen Behandlung als auch zu Adressat und Inhalt sind sehr, sehr Willkommen :)^^:)^^


    Liebe und sonnige Grüsse :)
    Bayern Social


    PS: Die Inhalte scanne ich später gerne nochmals neu, damit sie besser lesbar sind, diese sind vom Auktionshaus 8o

  • Lieber Bayern Social,


    " Herrn Grafen Ludwig von.Geldern.Mitglied deder bayrischen Abgeordneten Kammer.dermalen. zu Frankfurt".


    "abzugeben beim Gasthof.zum Schwanen. sollte der Graf.nicht dort wohnen. bei der k.b. Gesandtschaft.
    Links hochkant notiert: "per 4 x retour".


    Ich denke, dass Bayern 4x forderte, TT nichts. Bei der Rücksendung - der Brief konnte nicht zugestellt werden, war das Tourporto zum Retourporto geworden und dies musste der Absender in Würzburg (Stempel falsch eingestellt) auch bezahlen (dazu 4x für die Recommandation). 8x für nichts ...


    Toller Brief!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Lieber Bayern Klassisch,


    vielen Dank für Deine lieben Zeilen, die auch eine gewohnt unersätzliche Hilfe sind... :):)


    Es kann allerdings nicht "von Geldern" heissen, denn den finde ich nicht im Abgeordnetenverzeichniss :whistling:;(
    Kannst Du bitte nochmals schauen, ob es auch ein anderer Name sein könnte?


    Ansonsten hier noch die Scans in guter Qualität mit der Bitte um Hilfe bei der Übersetzung..!! :thumbsup:


    beste grüsse :)
    Bayern Social

  • Liebe Freunde,


    heute darf ich einen außergewöhnlichen Brief zeigen, der mehrere Sammelgebiete perfekt miteinander verbindet.

    Verfaßt wurde er am 30.12.1848 in Frankfurt am Main von dem Abgeordneten Heinrich Reitter mit Postaufgabe am Folgetag und gerichtet war er an seine werte Frau Mutter, Therese von Freyßmuth in der Zeltnergasse 562 in Prag. Der Absender notierte oben "Portofreiheit für den Abgeordenten Reitter in Frankfurt a/m".


    Bei Frankobriefen, also Briefen, die ihre jeweiligen Empfänger nichts kosteten, wurde in FFM stets in roter Farbe gestempelt - hier griff man aber zu schwarz, was dokumentierte, dass der Brief nicht "frei" war. Am 1.1.1849 lief er mit dem Frankfurter Briefepaket in Würzburg ein, wo ihn siegelseitig ein blauer Zweikreisstempel erwartete und Bayern den Brief nicht taxierte, sondern nach Prag weiterverpackte, wo er am 4.1.1849 wohl auch ankam. Der waagrechte Rötelstrich verdeutlichte die Portofreiheit, so dass man nichts in Prag für seine Auslieferung zahlen musste.

    Der Inhalt besteht aus 7 Seiten fast in A3 und es muss, wegen einer weiteren, inneren Siegelung, noch ein weiterer Brief eingelegt worden sein, aber es gab keine Gewichtsbegrenzung für dergleichen Briefe der Abgeordneten der Nationalkammer, daher war das wohl nicht relevant.


    Zum Absender folgendes aus wikipedia:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Reitter


    Es gibt m. W. nicht viele Briefe von Abgeordneten Österreichs, die ausweislich von Stempeln über Bayern liefen, daher konnte ich mich hier nicht zurückhalten, denn für meine Bayern - Österreich - Transite - Sammlung passt er hervorragend.

  • Lieber Ralph,

    da hast du mal wieder einen ganz besonderen Beleg an Land gezogen

    Meine Gratulation zu diesem einzigartigen Brief:thumbup::thumbup:

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Tim,


    danke für den Link - im Brief spricht er genau dieses Problem an (Großdeutsch-Kleindeutsch ohne Österreich). Es fällt mir schwer, mich gut in die damaligen Gedankenwelten einzufinden, obwohl ich ein bisserl was weiß. Manchmal ist das Ergebnis der Geschichte mit ihren Hinführungen schwer nachvollziehbar, zumal es auch eine andere Zeit und eine ganz andere Gemütslage war damals.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Morsch,'n Ralph,


    wenn das jetzt nicht zu arg zuviel des Aufwands wäre, würde mich der Inhalt ja jetzt schon sehr interessieren...scheint ja das Salz in der Suppe zu sein.


    LG

    Tim

  • Morsche Tim,


    würde ich gerne machen, aber nach einem A3-Scan ist mein Scanner die nächsten Tage und Wochen außer Gefecht gesetzt, warum auch immer und das riskiere ich besser nicht ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo in die Runde,


    Gratulation zu dem tollen Brief, Ralph.:)


    Bei solchen Stücken mit Ihnhalt wird die Geschichte "lebendig", eine tolle Ergänzung zur Postgeschichte:thumbup:

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo Ralph,


    damit (die) Geschichte vorliegend wirklich lebeding wird, kannst Du den Text gerne auch in DINA4 Partitionen scannen...gesetzt, dass wenigstens das geht.


    LG

    Tim

  • Lieber Tim und Ralph,

    ein Smartphone reicht auch. Einfach ein Foto der ganzen Seite machen, die Auflösung sollte reichen.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Liebe Freunde,


    ich versuche es mal morgen, wenn es Zeit gibt, als A3 im Gottvertrauen, dass mein HP das kann, ohne zu mucken. Für die Transkription darf jeder Interessierte dann selbst sorgen, aber die Schrift ist passabel, von daher wäre es kein Ausschlußgrund.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    wenn Du A3 scannst kann das sein, dass Deine dpi zu hoch dafür eingestellt sind und der Arbeitsspeicher von Deinem laptop das nicht mehr packt...je nachdem wie alt das Ding ist. Mit wieviel dpi scannst Du denn normal ?


    LG

    Tim

  • Hallo Tim,


    ich scanne alles mit 300 dpi. Schaun mer mal, was er morgen macht, wenn er etwas macht ...

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    heute nur mit 200 dpi A3 gesannt und mein HP hat nicht die Grätsche gemacht. Vlt. die Wahl der Zukunft, wenn wieder Großes eingescannt werden soll.

    Wer Currentschrift kann, darf sich hier daran ergötzen - interessant ist es allemal!