Baden-Württemberg Vorphila

  • Hallo Freunde


    Ein Brief aus Baden nach Württemberg kann ich hier zeigen. Da der Brief in 1808 abgeschickt war, gab es in Baden eine taxischen Lehenspost. Württemberg hatte aber jetzt eine Landespost.


    Der Brief lief von Kehl nach Bönnigheim und war als Portobrief abgeschickt geworden. In Baden war der Porto 12 Kreuzer, und mit 10 Kreuzer für Württemberg musste der Empfänger 22 Kreuzer bezahlen.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Liebe Sammlerfreunde,


    folgende zwei unfrankierte Briefe von Meersburg nach Buchau möchte ich zeigen:
    Bei den ersten Brief wurden 2 Kreuzer Porto bezahlt und beim Zweiten 16 Kreuzer.
    Warum war dies so ?
    Beide Briefe sind ohne Inhalt und auch ohne Datum.
    Der erste Brief liegt sicherlich in der Zeit von 1803 bis 1806 als Buchau zu Thurn
    und Taxis gehörte. Meersburg kam 1803 zu Baden. Die ganze Poststrecke ( 6 1/2
    Meilen) wurde von der kaiserlichen Reichspost (Thurn und Taxis) bestritten. Hierzu
    wurden für den bis 1/2 Loth schweren Brief 2 Kreuzer Porto veranschlagt.
    Der zweite Brief liegt nach dem 1. August 1811. Baden übernahm ihre Landespost in
    eigene Regie. Thurn und Taxis mußte Buchau 1806 an Württemberg abgeben. Würt-
    temberg übernahm ab Oktober 1806 ihre Landespost in eigene Regie. Erst ab 1.10.
    1819 übergab Württemberg ihre Landespost wieder an Thurn und Taxis als Lehen.
    Wir haben daher bei den zweiten Brief folgendes. Der Brief war über 1 - bis 1 1/2
    Loth schwer (dritte Gewichtsstufe). Für Baden fielen 8 Kreuzer Porto an. Nachdem
    der Postweg durch Hohenzollern ging, verlangte Thurn und Taxis 2 Kreuzer Transit-
    gebühr. In Württemberg fielen weitere 6 Kreuzer an. Der Empfänger bezahlte daher
    insgesamt 16 Kreuzer Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Hallo,


    nachdem hier schon lange kein Brief mehr gezeigt wurde, möchte ich einen nicht alltäglichen Beleg vorstellen.
    Es handelt sich um einen Portobrief aus Constanz vom 23.4.1812, der auf seinem Weg in das württembergische Isny viermal taxiert wurde.
    Zunächst belastete die badische Post in Constanz 2 Kr. Meines Erachtens hätten es jedoch 3 Kr. sein müssen, da der Brief 10 g schwer ist und somit in die 2. Gew.-St. gehört hätte. Aber vielleicht hatte der Postler noch nicht die Brieftaxe vom 1.4.1812 im Kopf. Zuvor war in Baden ein Brief einfach, wenn er kein volles Lost gewogen hat.
    Dann beanspruchte Württemberg 6 Kr. (2. Gew.-St.). Württemberg übergab den Brief an Bayern. So kamen in Lindau weitere 4 Kr. (2. Gew.-St.) hinzu. Bayern übergab ihn wieder Württemberg, wo dann zum fremden Porto von 12 Kr. nochmals 2 Kr., jetzt wieder 1. Gew.-St.), sowie 1 Kr. Bestellgeld hinzukamen. Insgesamt lasteten somit 15 Kr. auf diesem Beleg.


    Grüße von liball

  • Hallo Karl,


    das ist ein ganz außergewöhnlicher Brief, wie ich ihn noch nie gesehen habe. Sensationell, was du alles zeigen kannst. :P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Portobrief aus Konstanz (Großherzogtum Baden / bis 31.7.1811 Thurn und Taxissche Lehenspost /
    ab 1.8.1811 Badische Landespost) vom 9. November 1809, an Pfarrer Staiger in Mühlhausen im
    Hegau (von 1806 bis 1810 zu Württemberg, dann zu Baden), über Singen (von 1806 bis 1810 zu
    Württemberg, dann zu Baden). In Baden (Thurn und Taxissche Lehenspost) fielen 2 Kreuzer Porto
    an. In Württemberg (Württembergische Landespost) 3 Kreuzer, so daß der Empfänger 5 Kreuzer
    Porto bezahlte.


    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Portobrief aus Freiburg im Breisgau vom 12. November 1812 (Großherzogtum Baden / bis 31.7.1811 Thurn und Taxissche Lehenspost / ab 1.8.1811 Badische Landespost) nach Ravensburg (Königreich Württemberg / Württembergische Landespost bis 30.9.1819 / ab 1.10.1819 Thurn und Taxissche Lehenspost). Ungewöhnlich ist, daß nur eine Taxierung (10 Kreuzer) vorhanden ist. Dazu ein Kreuzer Ortsbestellgeld in Ravensburg. Der Absender war ein Zumstein (Schwager) und der Empfänger, Zumstein in Ravensburg. Von Freiburg hatte ich bisher noch keinen Zumstein Beleg gesehen.




    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Frankobrief (Franko 4 Kreuzer) vom Kreisamt Werenwag (1806 bis 1810 zu Württemberg, zuvor Vorderösterreich, danach Baden) vom 26. August 1808, in Meßkirch (Großherzogtum Baden) aufgegeben, an das Kreisamt in Rottenburg (seit 1806 zu Württemberg, zuvor Vorderösterreich). Aufgabestempel "MÖSKIRCH.R.2." und Stempel "P.P.".



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    ich zeige einen Brief , der zunächst als Frankobrief am 28. juni 1838 von der Unterpfandbehörde in Kirchheim (Aufgabestempel Besigheim) nach Karlsruhe versandt wurde. Auf der Rückseite die Taxnotierung 5/3 und ein nur bruchstückhaft vorhandener Stempel. Welcher Ort könnte das sein? Ich gehe davon aus, die 5/3 bedeuten 5 Kreuzer für Baden und 3 Kreuzer für Württemberg.


    Nach Bestätigung der Gläubiger und des Bürgermeisteramtes in Karlsruhe erfolgte die Rücksendung nach Kirchheim als Portobrief. Dabei notierte Baden 6 Kreuzer. Zusammen mit den 3 Kreuzern für Württemberg ergibt sich die Gesamttaxe von 9 Kreuzern für die Rücksendung. Wie ist die unterschiedliche Taxe für Baden beim Hin- und Rückweg zu erklären? Ich hätte auf Pforzheim als Grenzpostamt getippt. Bis dahin wären es aber nur 4 Kreuzer für einen einfachen Brief bis 3/4 Loth nach dem Tarif von 1834. Anscheinend bin ich mal wieder auf einer falschen Fährte. Ich bitte die Profis um Aufklärung, danke.


    Gruß Bruno

  • Hallo Bruno,


    das württembergische Franko bzw. Porto ist eindeutig 3 Kr.

    Beim badischen Tarif von 1834 gibt es in den ersten 3 Gewichtsstufen keine Taxzahl 5. Daraus schließe ich, dass vom Absender neben dem Franko von 4 Kr. noch das Bestellgeld von 1 Kr., somit 5 Kr. bezahlt wurden.

    Wie Baden beim Rückweg auf 6 Kr. kam, kann ich nicht sagen. Da Württemberg in der 1. Gew.-Stufe taxierte, kann es in Baden auch keine 2. Gewichtsstufe gewesen sein.


    Grüße

    Karl

  • Hallo Dieter und Karl,


    danke für eure Einschätzung. Ja das ist der Ankunftsstempel von Carlsruhe. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.


    Der Brief war sicher in der ersten Gewichtsstufe. Vielleicht wurde der Brief bei der Rücksendung über ein anderes Grenzpostamt befördert als beim Hinweg.


    Ich kann noch einen Brief mit abweichender Taxe zeigen. Der Brief ist leider ohne Inhalt und somit das Jahr nicht bekannt. Allerdings ist laut dem Handbuch der badischen Vorphilatelie der Zweikreisstempel von Lahr erst ab 1838 bekannt. Für die Hinsendung von Plochingen nach Lahr als Frankobrief wurden rückseitig 4/6 Kr. notiert. Das Porto für die Rücksendung dagegen 8/4 plus 1 Kr. Bestellgeld, gesamt 13 Kr.


    Grüße

    Bruno

  • Liebe Sammlerfreunde,


    davon ausgehend, dass vor 1851 noch jede Postverwaltung bemüht war, einen Brief ins Ausland möglichst weit über eigenes Gebiet zu befördern, ist vielleicht folgende Erklärung plausibel.


    Auf dem Hinweg wurde der Brief innerhalb Württembergs für 6 Kr. bis Alpirsbach befördert. Für den badischen Streckenteil von Alpirsbach bis Lahr fielen 4 Kr. an.


    Die Rücksendung erfolgte von Lahr nordwärts bis Illingen, dafür berechnete Baden 8 Kr. Von Illingen bis Plochingen waren dann nur 4 Kr. erforderlich. Das waren nur noch 46 km Luftlinie statt vorher 85 km (Plochingen - Alpirsbach). Quelle für die genannten badischen Taxen sowie die Grenzpostämter sind die detaillierten Angaben zu den einzelnen Postorten bei der ArGe Baden.


    Noch zu dem Brief unter #8:

    Zu Karlsruhe habe ich dazu noch die Angabe gefunden, dass bei Briefen aus Württemberg über Fürfeld (Bad Rappenau) 4 Kr. für Baden anfielen, in die umgekehrte Richtung aber 6 Kr.


    Grüße

    Bruno

  • Lieber Bruno,


    damit dürftest du richtig liegen mit all deinen Aussagen - ich frage mich nur, wie lange man nach solchen Briefen suchen muss ... :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus