Bayern - Dänemark

  • Liebe Freunde,


    zur Vervollständigung zeige ich hier einen Dienstbrief aus Ludwigshafen am Rhein nach Kopenhagen, wie ich keinen zweiten kenne. Er belegt die Portofreiheit in allen tangierten Postgebieten und war auch vom Transitporto für TT befreit.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo bk,


    also Belege nach Dänemark fallen ja auch nicht gerade zur Pfennigzeit wie die Kirschen von den Bäumen, aber zur Kreuzerzeit und auch noch linksrheinisch = 8| !


    Kurze Frage noch zur identifikation der Portofreiheit: Reichten hier die Begriffe Polizei-Commissariat und Polizeisache um die Portofreiheit auch im fernen Dänemark zu identifizieren und weist der Beleg evtl sogar noch einen Inhalt auf ?


    Schönen Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    der Brief erfüllte alle Anforderungen an einen portofreien Dienstbrief: Franchise unten links, Expeditions-Nummer unten links, Dienstsiegel sogar vorderseitig (sicherheitshalber), vorne oben nennt sich die Absenderbehörde und sie verschließt den Brief mit ihrem Dienstsiegel. Damit war alles klar.


    Nur die Aufgabepost hatte im Postverein, hier also bis Lübeck, nun das Sagen. Sie sagte in Ludwigshafen: Alles klar, Dienstbrief. Er wurde nun in der Briefkarte nach Frankfurt am Main unter der portofreien Korrespondenz erfasst. Frankfurt kartierte ihn nach Lübeck ebenfalls unter fremden Dienstbriefen. Als ihn Dänemark in Lübeck bekam, war er ebenfalls als Dienstbrief akzeptiert worden - bei dem Empfänger wäre es auch fraglich gewesen, warum eine dänische Behörde ihn mit Porto hätte belasten sollen, denn die Kopenhagener wollten ja etwas wissen und mussten froh sein, aus der fernen Pfalz überhaupt Post bekommen zu haben.


    Aus der Pfalz kenne ich keinen anderen - aus dem rechtsrheinischen Bayern sind sie größte Raritäten.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    herzlichen Dank zunächst für die Klarstellungen. Wenn Du jetzt noch sagst, dass Du den auf einem Großtauschtag von einem weitsichtigen Händler für 23,50 EUR erworben hast, der anstatt Kopenhagen Kaiserslautern gelesen hat, dann fliegt mir ganz das Blech weg. ^^


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    nein, mit solch einer Story kann ich nicht dienen - es war vor 25 Jahren der einzige Brief einer Auktion, der mich interessierte und ich bin nur seinetwegen dort hin gefahren. Ich bekam ihn zum Ausrufpreis in dreistelliger Höhe ohne Gegenbieter und bin stolz mit ihm im Handgepäck nach Hause gefahren. Er wird bald deine Sammlung zieren und somit schließt sich der Kreis wieder, denn in der Pfalz sollte er schon bleiben.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayernjäger,


    die Scans sind nicht sehr gut - ein Brief nach Holstein, wenn ich es richtig interpretiere mit Franco Hamburg, aber 3x mehr als bis Hamburg frankiert, aber um 1x zu wenig für den 1. Rayon und mit 1 1/2 Schilling Nachtaxe, noch dazu aus der Pfalz, ist für diesen Preis moderat bepreist. 100 Euro mehr würden mich auch nicht gewundert haben ...


    Wer immer ihn hat - Glückwunsch zu einer echten Granate, die man nur alle paar Jahre finden dürfte, wenn überhaupt.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayernjäger,
    den Brief hatte ich mir auch angesehen. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass hier eine dritte Marke fehlt. Nicht nur, weil sie räumlich Platz hätte, sondern auch, weil auf der Rückseite mit Bleistift schlecht leserlich irgendetwas mit 6(?) ... 3... vermerkt ist. Eine Anfrage beim Anbieter wurde nicht beantwortet, ist wohl nicht üblich. Wieder einmal ging es mir so, dass ich aufgrund meines "schlechten Gefühls" nicht mitgeboten habe.


    Gruß
    mangfalltaler

  • Hallo Sammlerfreunde,


    nachfolgenden Brief konnte ich meiner Schweinfurt-Sammlung einverleiben.


    Der Brief ist leider ohne Jahresdatum. Meinen Schweinfurter Stempelunterlagen nach stammt er jedoch aus dem Jahr 1863, folglich vom 24.10.1863.


    Wer kann mir dieses Stück erklären?


    Auf der Rückseite finden sich Stempel Hamburg T. & Th., KDOPA Hamburg und Heide.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo bayernjäger,


    portofrei auf dem Gebiet des DÖPV. In Dänemark mit 9 Skilling taxiert, ganz einfach. ^^

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Moin bayernjäger,


    so isses - wie bayern klassisch richtig meint "ganz einfach" ;)


    Falls Interesse besteht, könnte ich anhand einer Abbildung der rückseitigen dänischen Stempel versuchen, das Datum zu belegen bzw. einzukreisen.


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo Sammlerfeunde,


    heute ein Brief, den ich für meine Heimatsammlung Schweinfurt gekauft habe. Er bietet aber auch reichlich Postgeschichte.


    Schweinfurt - Randers, Jütland, Dänemark vom 12.2.1865, frankiert mit 12 Kreuzer.


    Für die Frankoberechnung war der Tarif vom 01.02.1854 maßgeblich: 9 Kreuzer Vereinstaxe und 7 Kreuzer für Dänemark (2. Entfernungszone).
    Es waren nur 12 Kreuzer frankiert, weshalb ein roter Weiterfrankovermerk von lediglich "3 Wtf" angebracht werden konnte. Der Brief war um 4 Kreuzer unterfrankiert.
    Darüber wurde mit Blaustift in Silbergroschen vermerkt "fr 1 nur", was großzügig umgerechnet den 3 Kreuzern Weiterfranko entsprach.
    In Dänemark vermerkte man in Rötel "4" Skilling, was den fehlenden 4 Kreuzern bzw. umgerechnet 1 Silbergroschen entsprach.
    Diese "4" wurde allerdings wieder gestrichen. Ob letztendlich eine Portonachforderung erfolgte, kann ich nicht beurteilen.
    Die Beförderung erfolgte über Hamburg und Haldersleben nach Jütland. Eigentlcih war seit Anfang 1864 der Weg über Lübeck vorgeschrieben.
    Rückseits wurde als Weiterfranko zunächst 2 Sgr. vermerkt, dann darüber mit Blaustift aber ebenfalls "f 1 nur" vermerkt.


    Gruß
    bayernjäger

  • Hallo Bayernjäger,


    mit der Analyse der Taxen stehe ich bekanntlich auf Kriegsfuß. Den Laufweg solcher Briefe anhand der Stempel verfolge ich allerdings mit Vergnügen. So macht dein Brief richtig Spaß. Gerne mehr davon.


    Viele Grüße


    Dieter

  • Hallo,


    bei diesem Charge-Portobrief aus Bayreuth nach Möllen vom 26.2.1843 bräuchte ich Hilfe bei der Taxierung.

    Möllen gehörte zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg, das zu dieser Zeit mit Dänemark verbunden war. Normalerweise lieferte Bayern Briefe nach Dänemark an Taxis aus. Nicht jedoch bei Briefen aus dem Hofer Rayon, wozu Bayreuth gehörte. Diese Briefe wurden an Preußen ausgeliefert.

    In Bayern lag der Brief in der 2. Gewichtsstufe über 1/2 Loth, daher wurden 6 Kr. belastet. Preußen setzte für seinen Transit bis Hamburg 4 3/4 Sgr. an, obwohl gem. PV Bayern-Preußen von 1834 hierfür 5 Sgr. fällig gewesen wären. Nun kommen die Fragezeichen.

    Links unter CHARGE steht 11 1/2. Dies könnten eventuell Hamburger Schillinge Ct. sein (6 Kr. = 2,5 Sh. + 4,75 Sgr. = 7 Sh. + 2 Sh. Strecke Hamburg-Möllen). Was bedeuten jedoch die mit roter Tinte angeschrieben 66 sowie die daneben in Rötel angeschriebenen 28 1/2?


    Grüße von liball

  • Hallo liball,


    ein interessanter, aber auch schwieriger Brief!
    Meine ersten Gedanken dazu:
    Wenn der rekommandirte Brief zur Fahrpost gehörte, müsste auch Hannover beteiligt gewesen sein (wenn das 1843 auch schon so war). Ggf. könnten dann die roten Tinten-Vermerke aus Hannover kommen.
    Bei der Herleitung der 11 1/2 habe ich Zweifel. So sind 4,75 Sgr eher weniger als 7 Schilling und 2 Schilling ist zwar richtig für die Strecke Hamburg-Mölln, aber bei rekommandirten Briefen eigentlich zu verdoppeln.
    In Lauenburg wurde nicht mit Schilling Courant, sondern mit Schilling Lauenburgischer Münze gerechnet.
    Im "Gegen Postschein"-Vermerk und unter "Möllen" scheinen auch noch Taxen zu stehen, die aber schwer zu entziffern sind.


    Viele Grüße
    nordlicht

  • Hallo nordlicht,


    vielen Dank für die Anmerkungen.

    Ein rekommandirter Brief gehörte nicht zur Fahrpost, daher dürfte er mit ziemlicher Sicherheit von Preußen bis nach Hamburg spediert worden sein.

    Wie war die Relation zwischen Schilling Courant und Schilling Lauenburgischer Münze?


    Grüße von liball

  • ... die Relation war 1:1,2
    Also auch keine mögliche Erklärung für die (hohen) 66.
    Ich hatte noch an dänische Skilling gedacht, aber die wären nicht in roter Tinte notiert worden und wurden in Lauenburg auch nicht gezahlt.

  • Hallo nordlicht,


    das kassierte Porto in Möllen dürfte wohl 28 1/2 Schilling Lauenburgische Münze gewesen sein, da mit dem selben Stift die 66 gestrichen wurde.

    Wenn man davon ausgeht, dass es sich bei den links angeschriebenen 11 1/2 um Schilling Caurant handelt und in Möllen das Porto bei eingeschriebenen Briefen verdoppelt wurde, könnte man rechnen: 11 1/2 x 2 = 23 x 1,2 = 27,6, aufgerundet 28 + 1/2 Bestellgeld = 28 1/2.

    Ist das abwegig?

  • Hallo liball,

    die Rechnung geht zu gut auf, um ganz abwegig zu sein.
    Aber wer schrieb die 11 1/2 Schilling in roter Tinte an? Wäre zumindest üblicherweise eine Rötel-Notierung.
    Und wenn die 28 1/2 Schilling LM die "66" ersetzt haben, können das doch eigentlich nur Kreuzer gewesen sein. Kommt nicht ganz exakt hin, aber wer weiß, mit welchen Paritäten genau damals gerechnet wurde. Mit Kreuzern wären wir allerdings wieder bei Taxis !?

  • Hallo nordlicht,


    Kreuzer können es meiner Ansicht nach nicht gewesen sein. Bayern hatte dies mit Sicherheit nicht angeschrieben und die sonstig beteiligten Postverwaltungen hatten keine Kreuzer.

    Könnte es nicht sein, dass das preußische Postamt in Hamburg den Brief zur Weiterbeförderung an das dänische Postamt Hamburg weitergegeben und dieses in 66 RBS umgerechnet hat und in Möllen wurde wieder in 28 1/2 Schilling LM zurückgerechnet.