Francobriefe

  • Hallo Freunde


    Dieser Brief aus Ansbach lief in 1811 nach Burghausen, abzugeben in Schloss Piesing.


    Es kostet der Absender 10 Kreuzer für den einfacher Brief in 5. Taxrayon (24-30 Meilen).


    Grosse Besonderheiten gibt es nicht hier, aber der Absender hat oben rechts Frey geschrieben was man nicht so oft sieht.
    Der Absender war übrigens ein Franzose, de Boutteville.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    wenn von 500 Briefe einer oben rechts das Franko stehen hat, ist das viel. Vlt. reichen auch 1.000 Briefe nicht, um so einen zu finden. Gut gemacht!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Es hat sicher eine Rolle gespielt dass der Absender Franzose war. Er wusste sicher nicht wohin mit dem Vermerk.
    Darüber freuen wir uns jetzt.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Francobrief (rückseitige Taxe i.H.v. 4 Kr. rh.) von Gunzenhausen nach Ansbach aus dem Jahre 1845.


    Stempel: Aufgabestempel GUNZENHAUSEN (Feuser 1310-6 K1 s) vom 25.11. sowie rückseitig Ankunftsstempel (Feuser 107-9 Sg s) vom 26.11.


    Absender: der Magistrat daselbst / Bürgermeister Wucherer (Johann Leonhard Wucherer war von 1834 bis 1848 Bürgermeister in Gunzenhausen)
    Empfänger: der königliche Appelationsgerichtsadvokat Herr Greiner in Ansbach


    Inhalt (Auszug): Erwiderung auf eine Notifikation: "Wie in dem Schreiben vom 18. September 1841 schon enthalten ist, so befinden sich die Kämmereirechnungen von 1798
    auch 40 Jahre zurück also bis 1758 in unserer Registratur."


    1. Seite: Schreiben des Bürgermeisters | 2. Seite: Schreiben des Magistratsrates, da "Bürgermeister verhindert" | 3. Seite: Antwort aus Ansbach vom 27.11.

  • Hallo zusammen!


    Hier ein Brief von Neuenmuhr (aufgegeben bei der PE Gunzenhausen) nach Nürnberg vom 31. Juli 1837. Der Brief ist gerichtet an die Frau Baron. Aus dem Inhalt geht hervor das ihr mittlerweile wohl verstorbener Gatte beim Absender des Briefes noch Verbindlichkeiten von 46 fl 37 xr seit geraumer Zeit hat. Diese fordert er nun bei der Frau Baron ein, die er ungern deswegen verklagen würde.
    Taxiert ist der Brief mit 4 xr. KAnn mir jemand sagen, wie die Gewichts- und Entfernungsstufen eingeteilt waren. Hab immer noch keine diesbezügliche Literatur :wacko:


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Hallo kreuzer,


    gut, dass die Frau Baronin von Dankelmann einen Frankobrief bekam, sonst hätte sie ihn evtl. schon vor dem Öffnen zurück gegeben.


    Die Staffelung vom 1.12.1810 an war:


    Bis 6 Meilen 3x, 6-12 Meilen 4x wie hier, 12-18 Meilen 6x und dann in 6 Meilenschritten immer 2x mehr.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo kreuzer,


    Literatur zum Tarif von 1810 gibt es eigentlich auch nicht viel, wenn man einmal von einer älteren Arbeit von Hugo Schröder absieht, die Georg Winkler bearbeitet und 1967 im Selbstverlag herausgebracht hat.
    Den bis 1843 gültigen Generaltarif habe ich einmal angehängt.


    Viele Grüße aus Erding!

  • Ich finde aber die Dissertation von Hermann Hagen: Das Tarifwesen der bayrischen Staatspost von 1808-1920, Würzburg 1920 gar nicht so schlecht.

  • Hallo johelbig,


    danke für den Hinweis - das Buch ist für den nächsten Besuch in der Philatelistischen Bibliothek vorgemerkt!


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Hallo zusammen!


    Hier mal ein Brief (leider ohne Jahreszahl) vom 18.8. von Ingolstadt ursprünglich nach Ansbach gerichtet, dann wurde die Adresse jedoch geändert in Altenmuhr bei Gunzenhausen. Siegelseitig findet sich ein Transitstempel von Ansbach und als Ankunftsstempel der Gunzenhausener Fingerhut mit Datum 20.08.
    Dank der tatkräftigen Hilfe der Forumsmitglieder kann ich nunmehr auch selbst bestimmen, dass es sich um einen Brief bis 1/2 Loth in der Entfernungsstufe 6-12 Meilen gehandelt hat, für den 4 xr Franco anfielen.


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Über einen sich anbahnenden Kontakt mit Verwandten des Herrn Wilhelm Glenk, an welchen dieser Brief hier ging, kann ich euch hoffentlich bald mehr über den bekannten Pegnitzer Kaufmann mitteilen.


    Frankobrief aus dem Jahr 1835 (siegelseitig erkenne ich eine 3 sowie eine 6), ich würde sagen, dass es sich um 6 Kreuzer Franko handelt? 100 km Luftlinie liegt zwischen den beiden Städten.


    Aufgabestempel KITZINGEN (Feuser 1745-9)



    Transkription:


    Marktbreit a/M den 11 October 1835
    P.P.


    Mit Gegenwärtigem machen wir Ihnen die Anzeige, daß in ohngefähr 18/20 Tagen unser Reisender Herr Anger die Ehre haben wird, Sie zu besuchen. Wir bitten um eine gefällige Aufnahme für denselben und schmeicheln uns, daß er Sie veranlassen wird, uns mit Ihren werthen Aufträgen zu erfreuen. In dieser Erwartung empfehlen wir uns Ihnen ganz ergebenst.

    Keerl & Gebhardt

  • Hallo Don Stefano,


    6x ist richtig - bis 6 Meilen kostete es 3x, über 6 - 12 Meilen 4x und über 12 - 18 Meilen dann 6x. Ich habe hier irgendwo die Gebühren in Bayern nach dem Reglement vom 1.12.1810 eingestellt, aber frag mich jetzt nicht, wo genau.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Liebe Freunde,


    mit dem 1.12.1810 war das Taxsystem durch Bayern erstmals erneuert worden und sog. Absatzfranki, also Frankaturen bis zu einem zu spezifizierenden Ort auf der Strecke zum Empfänger, wie wir sie von der alten Taxispost haufenweise kennen, waren weggefallen.


    Am 24.7.1811 hatte sich diese Neuerung bei einem Absender in Hof noch nicht herum gesprochen, denn er sandte eine Drucksache mit Einlage, allerdings handschriftlich mit seinem Text ergänzt, daher als Brief mit Siegel verschickt, an die Firma Nicolaus Zum Stein nach Kempten, welche den Vermerk trug "fco Nbg", also franco Nürnberg.


    Die Aufgabepost wusste natürlich schon lange, dass dies nicht mehr möglich war und man Briefe innerhalb des Königreichs entweder ganz vorbezahlen, oder dem Empfänger die Zahlung überlassen konnte.


    Daher strich die Aufgabepost mit Rötel den Teilfrankovermerk "Nbg" durch und notierte auf der Siegelseite das Franko bis Kempten mit 14x nach dem Tarif.


    Sehr interessant ist die Einlage und die DS per se, zeigen sie doch, welche Waren gehandelt und wie bepreist wurden.


    Für die Liebhaber von Wasserzeichen bietet das gute Stück auch einiges, denn sie sind sehr schön und gut zu erkennen - leider kann ich das mit dem Scanner nicht so einfangen und bitte um Nachsicht.

  • Hallo Bayern klassisch,


    einfach köstlich, mit welchen Worten und Formulierungen die Geschäftskunden über die Neuerungen im Manufakturgeschäft "mit baumwollenen Sack- und Halstüchern" informiert wurden.


    Viele Grüße
    bayern-kreuzer

  • Lieber Bayern-Kreuzer,


    ich finde solche Zeitzeugen aus Papier auch immer reizend, vor allem dann, wenn ihnen keiner postgeschichtlichen Komponente mangelt. :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo.
    Ein Verwandter diese Fabrikanten Familie,
    Johann Jakob Wolfrum war von 1806 bis 1852 Posthalter und Poststallmeister in Hof . :D
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt