Hamburg - Württemberg

    • Offizieller Beitrag

    Hallo Freunde


    Dieser Brief lief in Januar 1810 von Hamburg nach Freudenstadt in Württemberg. Der Absender hat 8 SLb bis Linz am Rhein bezahlt. Der Empfänger hat Taxis für die Strecke bis Württemberg 20 Kreuzer + 4 Kreuzer für Württemberg bezahlen sollen, aber der 24 Kreuzer-Vermerk ist gestrichen. Hatte der Empfänger dann 28 Kreuzer bezahlt? Oder lese ich die Portovermerke falsch? Eine hohe Summe.


    Den Inhalt in sich ist nicht so interessant. Aber ein Teil ist herausgeschnitten wegen eine Adresse von einem Notar der nach Stuttgart gezogen war. Die Notaten hierzu sehen Zeitmässig aus, und man nur wundern warum es so war.


    Viele grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    20x für TT und 4x für Württemberg sind schon richtig - die 24 wurden aber nur gestrichen, weil 1x Bestellgeld dazu kam, daher wurde oben links 25x geschrieben.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

    • Offizieller Beitrag

    Hallo bayern klassisch


    Ja, so kann es sein.


    Ich hätte ich aber erwartet dass die Taxissche und Württembergische Gebühre anders geteilt waren - Württemberg hatte ja hier ein Landespost und war kein Taxispost.
    Hier ist es 4 - 24 - 25 vermerkt und nicht 20 - 4 - 25 wie ich es dann erwarten würde.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ich hatte es ja bei ähnlichen Briefen schon geschrieben, dass TT die Briefe oft weder mit Porto, noch mit Frankozahlen taxiert hatte, sondern dies nur über die Briefkarte abgerechnet wurde. Der Kartenschlußbeamte in Württemberg bekam diesen Brief von TT also mit 20x in der Karte belastet angedient und addierte gleich sein Porto mit 4x zu 24x. Warum hätte er für TT die Arbeit machen sollen? TT war es egal, es sei denn, Württemberg hätte einen Porto- oder Frankodefekt in der Briefkarte festgestellt.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Bayernalbi,


    sehr interessantes Stück aus dem Jahr 1851 - meinem PO - Lieblingsjahr. Scheint schwer gewesen zu sein, sonst käme man nicht auf ein so hohes Porto (über 1 bis 1 1/2 Loth; einfach wohl 21x, daher 3. Gewicht 21 + 10,5 + 10,5 = 42x).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Liebe Freunde,

    Und ein weiterer Portobrief aus Hamburg vom 24. Februar 1806 (Z2 HAMBOOURG 24. FEVR.1806) an Herrn Jakob ???? ???? in Freudenstadt im Königreich Württemberg ( (wer kann die Addresse ergänzen?).

    Recto: Vermerk “frey Giessen” und Röteltaxe “16/?? 23??” – verso Siegel und weitere Röteltaxe (7 ??) .

    Weshalb ein Vermerk “frei Giessen”, wenn der Brief doch nach Wuerttemberg lief (verstehe Ich noch nicht)?


    Mit lieben Gruessen,

    Bruno



  • Lieber Bruno,


    Empfänger war Jakob Friederich Bliklen.


    Der Brief war mit 7 Schillingen frey Gießen gestellt worden (sog. Halbfrankobrief). Ab dort kostete es noch 16x bis wohin und von dort noch 9x bis Freudenstadt, total also 25x.


    Es gab also 3 Teilstrecken: HH bis Gießen (bezahlte der Absender, Gießen bis ??, bezahlte der Empfänger und von ?? bis Freudenstadt, bezahlte auch der Empfänger.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Chasing Sheep Is Best Left To Shepherds

  • Hallo Bruno,


    da ich wie immer neugierig bin, hier noch der Text (mit allen Schreibfehlern, damals gab's noch keinen Duden, der wurde erst 20 Jahre später geboren):


    Hamburg d. 21 ten Febr. 1808.

    Lieber Bruder

    Dein Brif hab ich richtig erhalten mit

    100 fl und darin ersehen das mein Bruder

    gestorben ist welschen ich von Herzen bedaure

    und von Gottfrid Eberlen Hab ich znoch Ein

    Brif und Ein ??? bestand bekommen

    ich habe noch nichts bekommen als die 100 fl

    und 1806 zu Michaelis hab ich 55 fl

    bekommen vom Kaufman ??? ein Wegsel

    wo ich gleich den ersten botten Thag ein

    antwort an Dich geschrieben habe Lieber

    Bruder wan Du mir mein Geld durch

    ein Wegsel schiken könst thätest mir ein

    gefalikeit, solt es aber nich angehen so

    schike es mir in Gold oder auch in Thaler

    dan an die zehner und zwanziger


    mus ich hier so viel verlieren weitter

    weiß ich nicht zu schreiben als ein grus

    von mir und meine Weib an Dich und

    Dein Weib und an alle meine Geschwisternh

    und Schwäger und verbleibe euer

    Dein

    getreuer Bruder

    Tobias Bliklen


    Viele Grüße von der Frankenhöhe

    Gerd

  • Lieber Ralph,

    vielen Dank fuer den Empfaenger und die Erklaerungen zum Halbfrancobrief - Ich werde mich jetzt also auf die Suche machen um herauszufinden wo der Brief die Wuerttemb. Grenze ueberschritt.


    Lieber Will - auch Dir vielen Dank fuer die Korrektur - der Brief ist vom 21. Feb. 1808.


    Lieber Gerd,

    vielen Dank fuer Deine Neugier, welche mir den kompletten Text des Briefes geliefert hat :love: . Fuer eine philatelistische Ausstellungssammlung ist das vielleicht nicht interessant - aber wenn Ich meine Sammlung z.B. beim Heimatverein in Nagold ausstelle sind die Leute immer begeistert wenn man etwas mehr ueber die damaligen Gepflogenheiten sagen kann - und verstehen dann auch weshalb jemand solches altes Papier sammelt.


    Mit lieben Gruessen an Euch 3,

    Bruno aus Beirut