Kgr. Italien Inlandbriefe

  • Hallo Freunde


    Eine Frage zu die Experten. Dieser Brief aus Milano der nach Bologna in 1806 lief hat zwei Stempel, einmal der normalen Aufgabestempel und einmal der LI Milano mit dem Hinweis dass der Brief aus Königreich Italien kam.


    Es war wohl wenig sinnvoll und falsch Abgeschlagen? Oder gab es einen Laufweg der dieser Stempel sinnvoll machte?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Freunde


    Ich möchte Heute gern ein paar Briefe die von Verona nach Sacco bei Roveredo geschickt waren.


    Der erste ist 25.6.1810 geschickt wo der Brief eigentlich nach bayerischen Süd-Tirol geschickt war und entsprechend mit 19 Kreuzer Rh Porto belegt war. Der Absender hat 20 Centimes bezahlt.


    Der zweite und dritte Brief sind an gleicher Empfänger in 1811 geschickt geworden und hier hat der Empfänger 20 bzw. 30 Centimes Porto bezahlt.


    Wie man sieht hat den Postgang sehr viel günstiger geworden - 19 Kreuzer Rh.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    Die Briefe nach Sacco sind nicht unwichtig, weil sie an an eine Firma gehen, die während der bayerischen Zeit immer sehr umstritten war. In Sacco befanden sich die wichtigsten Holzhändler, die seit der österreichischen Zeit mit Privilegien ausgestattet waren und dadurch viele Bauern durch Niedrigpreise für das Holz in den Ruin getrieben haben. Durch das Privileg waren sie vor Konkurrenz geschützt.
    Die Kaufleute in Bozen versuchten lange bei Bayern eine Aufhebung des Privilegs zu erreichen. Ich habe dazu ein paar Zeilen auch in meinem Roman "Das Schwarze Kabinett" stehen.
    LG Achim

  • Ich habe dazu ein paar Zeilen auch in meinem Roman "Das Schwarze Kabinett" stehen.


    Hallo Johelbig,


    das Buch liegt bei mir als Geschenk noch von meinem Geburtstag für die Weihnachtsferien vor, nun freue ich mich einmal mehr auf die sicher spannende Lektüre :thumbup:

    Beste Grüsse von
    Bayern Social




    "Sammler sind glückliche Menschen"

  • Hallo BS,
    nachdem du dieses Buch gelesen hast, schreib mir ob die Privilegien auch mit Flößerei zu tun hatten. Das würde mir ein bisschen interessieren zur diese Thema..
    LG A

    "Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben."
    W. v Humboldt

  • Hello,


    I answer to the letter posted by Nils in 2013. The mark MILANO/LI is original but there is no reason to put it on that letter because Bologna was in the Regno Italico. That mark was put on the letters sent to France/Sardinia, so this is a mistake.


    The charge on delivery on the front was at the first time 7 soldi, 6 denari for a letter till 11,25 grams (3/8 ounce) then cancelled and changed to 10 soldi because of the weight (1/2 ounce)




    Francesco

  • Hallo Francesco


    I saw your answer just now, so a bit delayed - Thank you :)


    regards
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Das ich hier mal was einstelle, hätte ich auch nicht erwartet ...


    Ein Brief vom neugegründeten Handelshaus Platzmann & Gossler aus St. Petersburg vom 31. März 1812 (= 12. April unseres Kalenders). Wie auch immer dieser Brief nach Italien befördert wurde - Napoleon stellte gerade seine Grande Armée für den Einmarsch in Russland auf und überschritt am 24. Juni die Memel - er erreichte lt. rückseitiger Notiz am 10. Juli den Empfänger in Trient, der 3 dec. Porto zu zahlen hatte.
    Wie lange wohl der Absender auf eine Antwort warten musste?



    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Hallo Michael


    Ein sehr interessanter Brief. Hätte ich gern mal gehabt :)


    Vielleicht ist der Brief über Menz gelaufen? Achim hat ja mehrmals über die Verhältnisse in Bolzano berichtet.
    Im Brief ist ja die Kontakte in Lübeck und Hamburg erwähnt. Vielleicht ist der Brief über diese Herren gelaufen.


    Danke fürs Zeigen


    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Lieber Michael,


    um solch eine Granate zu sehen, musste ich länger warten, als die damaligen Absendere! :thumbsup:


    Ein wundervoller Brief - 100 Punkte. :P:P:P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo zusammen,


    ich kann nur insofern etwas beitragen als ich im heutigen Menzbestand in den Jahren 1810-1813 keinen einzigen Brief aus Russland an Menz gefunden habe.
    Das was Nils angesprochen hat wegen Verbringung solcher Briefe an Menz, Gummer oder andere in Bozen, die dann gratis in Bozen aufgegeben werden konnten, so ist diese Praxis bisher nur unter bayerischer Herrschaft belegt, ob das auch unter der italienischen Regierung funktionierte weiß ich nicht. Dieser Brief legt allerdings die Vermutung nahe. Erstaunlich ist nur, wenn diese Praxis zwischen Bozen und Trient angewendet worden wäre, dann hätte der Brief gleich an den Empfänger kuvertiert werden können wenn er schon einmal über die Grenze ins italienische gelangt ist.
    Ach ja viele Spekulationen, das ändert alles nichts daran, dass der Bief hochinteressant ist und vielleicht eines Tages ein Brüderchen bekommt.
    LG Achim

  • Hierzu ein Brief aus Venedig, das zu der Zeit zum Königreich gehörte, zu dessen König sich Napoleon selbst gekrönt hatte.
    Geschrieben am 6. Feb 1808 wurde er mit einem frühen venezianischen Ovalstempel versehen. Darüber wurde ein roter Schmetterlings-Stempel MILANO LT zum Zeichen des Transites abgeschlagen.
    Wenn die 16 links oben das Gewicht sein soll, dann fehlt mindestens 1 Bogen. Weiterhin haben wir Taxierungen 5 und 12.
    Die Rückseite zeigt nichts, es fehlt aber auch ein Teil.


    Später weitere Beschreibung

  • Lieber Dieter,


    ich lese auch eher 16, aber bei etwas Schieflage könnte es auch eine 8 sein ... sonst ein sehr schöner Brief!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Leute,


    Ich bin neu auf diesem Portal und hoffe das Ihr mit Eurem Fachwissen mir weiterhelfen könnt. Anbei 2 Briefe nach Belvedere (Rocca Contrada -Belevedere 1814 und Ancona - Belvedere 1831). Es scheinen Verwaltungsbriefe zu sein, da auch Nummern in den Ecken vermerkt sind. Ich würde gern mehr zu den Inhalten, den Gebühren und Stempeln erfahren.

  • Hallo Chris,


    es sind in der Tat Dienstbriefe. Diese waren in der Regel in Europa portofrei. Dazu mußte in der linken unteren Ecke ein Vermerk angebracht werden.

    Beim Brief aus Rocca Contrada findet sich der Vermerk de Uff(ici)o. Weiterhin rechts oben das Dienstsiegel mit dem Text UFFICIALE DEL REC. CIVILE. Das heißt sinngemäß: Beamter der Zivilverwaltung. Ein ähnlicher Text noch einmal links unten in der Ecke. Der Brief war an einen Zivilbeamten in Belvedere gerichtet.

    Dem Text nach zu urteilen waren Dokumente einer Vermählung beigefügt.


    beste Grüße


    Dieter

  • Auch der 2. Brief aus Ancona vom Jahreswechsel 1830/1831 ist ein Dienstbrief, weil links unten wieder das de Uffo steht. Allerdings mußte dieser am Zielort bezahlt werden. Da wir uns im Kirchenstaat befinden, waren das 2 Bajocchi.

    Auf der Rückseite befindet sich der Ankunftsstempel 3. Dezember von Belverdere. Die Kommentare auf der Seitenklappe kann ich nicht entziffern.


    Falls du öfter Belege zeigen möchtest solltest du dir einen Scanner anschaffen, der Bilder unbearbeitet im Rohzustand abspeichert. 72 dpi-Bilder kann man nur schlecht vergrößern.


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    Vielen Dank für die Infos. Ich war heute in Stadtbibliothek und habe mir einige Bücher zum Thema Post und Poststempel ausgeliehen, um mich etwas tiefer zu belesen. Leider bezieht sich diese Literatur nur auf meine Region (Oberlausitz). Muss ggf. noch tiefer in die Geschichte Italiens eintauchen.


    Ich habe die beiden Briefe auf dem Flohmarkt für je1€ erstanden. Ob ich zukünftig weitere Briefe aus dieser Zeit finde, wird sich zeigen. Die Recherchen zu den im Forum aufgezeigten Transportwege der versch. Briefe ist sehr spannend und gibt interessante Einblicke in die Geschichte.


    Bei Interesse kann ich Details meiner Briefe noch einmal bei besserer Beleuchtung fotografieren/scannen.


    Noch einmal vielen Dank.


    Gruß Chris

  • Hallo Chris,


    bei 1 € auf dem Flohmarkt erübrigt sich jede Diskussion. Alles richtig gemacht.

    Literatur zu Altitalien ist ein schwieriges Thema. Zu jeder Postverwaltung gibt es eigene Werke, die meist recht teuer sind. Ein übergreifendes Werk wie der Feuser Vorphila ist mir von Italien nicht bekannt. Bei Vaccari gibt es Literatur neu und antiquarisch. Ich habe da schon mehrfach gekauft.

    https://www.vaccari.it/editori…eed4a668bde7dc010f9946a91


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo Dieter,


    Danke für den Tipp mit Vaccari.


    Was mich noch etwas wundert, ist der Eingangsstempel 3. Dezember! Der Brief wird doch für die 37km nicht ein Dreivierteljahr benötigt haben? Oder sind die Vermerke auf den Seitenklappen (10. bzw. 11. Februar 1831) nachträglich ergänzt worden?


    Woran erkennt man die Gebühr von 2 Bajocchi? Ich vermute, dass der Schlenker zwischen Commune und Belvedere die Ziffer 2 darstellt.


    Gruß


    Chris