• Hallo Freunde


    Die Taxische Reichspost ist bei die Taxierungen nicht immer einfach zu beurteilen. Vielleicht auch nicht dieser Brief?


    DEr Brief lief irgendwann im 18. Jahrhundert von Wetzlar nach Württemberg. Leider kann ich den Brief zeitlich nicht naher bestimmen. Der Brief lief über Heilbronn nach Bestimmungsort Jagsthausen. Der Empfänger ist der Hammer (:D :D)
    Meine Deutung ist dass der Empfänger 12 Kreuzer Rh bezahlt hat, wovon 10 Kreuzer Wetzlar-Heilbronn und 2 Kreuzer für die Strecke weiter.


    Wer kann etwas dazu sagen?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Liebe Freunde,


    so toll wie Nils Brief ist meiner nicht, aber zeigen möchte ich ihn dennoch.


    Geschrieben am 14.1.1800 wurde er in Wetzlar als Teilfrankobrief mit 2 Batzen (= 8x) frankiert bis Nürnberg. Was mich stutzig macht, ist die Tatsache, dass er ab da 12x bis Ansbach gekostet haben soll, was mir viel zu hoch erscheint.


    Hat jemand eine plausible Erklärung für die Taxen?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo Freunde


    Brief aus Jena (DEIENA schwach oben links) nach Nürnberg April 1800. Und hier auch ganz franko mit 2 GuteGroschen bezahlt.


    Zu der Absender: http://www.deutsche-biographie.de/xsfz43481.html



    Viele Grüsse
    Nils


    Eine Frage - wo kann ich mehr über das Firma Forster und Günther erfahren? Literatur?

  • Hallo Nils,


    du könntest dich an die Stadt Nürnberg wenden - dort sollen noch ein paar Zentner Altbriefe liegen, die dem Zerfall harren. Das Stadtarchiv Nürnberg sollte mehr wissen. Auch kann vlt. Achim Helbig noch mehr Interna preisgeben, der diesbezüglich schon etwas eruiert haben soll.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Danke für die Tipps - bei Google habe ich kaum was gefunden.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,
    Der Nachlass der Firma liegt im Stadtarchiv Nürnberg. Ich muss gestehen, dass mich die Firmengeschichte nicht sonderlich interessiert
    hat, weil ich genug damit zu tun hatte, die Briefe der Geschäftskorrespondenz zu sichten.
    Der Nachlass war früher in privaten Händen, damals sind auch viele Briefe nach dem altbekannten Muster entnommen worden:
    Hauptsache schöne und seltene Stempel.
    Das heisst, dass der Bestand heute stark dezimiert ist.
    Dennoch, es ist sehr viel übrig geblieben, das nicht in die Vorstellungswelt der damaligen Sammler passte.
    So habe ich in den Beständen sehr viel Post aus Spanien gesehen.


    Mein Interesse bezog sich neben Kgr. Westfalen und napoleonischer Zeit vor allem auf Tirol, wohin die Firma enge Verbindungen pflegte.
    Es fanden sich sehr viele Briefe aus den Jahren 1805-1814. Dabei konnte vor allem die Post aus den ersten Monaten 1806 für eine Analyse
    genutzt werden, so dass nun wohl nahezu alle Varianten an Taxierungsverhalten zwischen Tirol und Bayern erfasst sind.


    Ich habe sehr viele scanns machen lassen, muss aber sagen, dass das ein sehr teurer Spass war, weil die Stadt Nürnberg hier eine sehr
    teure Variante fährt. Und wie ich gehört habe, sind diese Preise noch einmal erhöht worden.
    Die Bestände sind aus unserer Sicht unangenehm sortiert. Das ursprüngliche Schema wurde beibehalten nach Jahr und Anfangsbuchstabe des Absenders.
    Das sieht dann so aus: Januar 1806 Buchstabe A -- 300 Briefe in einem Umschlag. Einmal kurz gerüttelt und die "Ordnung" ist dahin.
    Der strikten Zitationsanweisung des Archivs kann man auch bei bestem Willen nicht entsprechen.
    Die Briefe sind super und ich denke, wenn ich meinen (depperten) Roman fertig habe, werde ich mich auch an diese Bestände machen und veröffentlichen.
    LG Achim

  • Hallo Achim


    Danke für die Antworte.


    Eben solche Korrespondenzen sind für uns Sammler sehr wichtig, und viele würde sich freuen mehr hierzu zu lesen.
    (Aber ein Krimmi kann man auch gern ab und zu lesen :) )


    Dann will ich eine Auge an diese Korrespondenz haben, und mal sehen ob man was finden kann.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Portobrief aus München vom 7. Oktober 1796, nach St. Veit bei Neumarkt.
    Ankunftsvermerk vom 15. Oktober. Der Brief ging sicherlich bis Mühldorf
    am Inn (Postroute "München - Wien") und von da mit einen Boten nach
    St. Veit. An Porto für die kaiserliche Reichspost fielen 4 Kreuzer Porto an.
    Für den Boten nach St. Veit weitere 3 Kreuzer Botenlohn. Der Empfänger
    bezahlte 7 Kreuzer.
    Mühldorf am Inn gehörte bis ende 1802 zu Salzburg. Die Post oblag aber der
    kaiserlichen Reichspost (Thurn und Taxis).



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Portobrief vom 30. Juli 1804 mit einer Sterbemeldung eines Priesters aus Wien des Deutschmeisterordens in Mergentheim an die Ordens-Verwaltung in Ellingen über Nürnberg. Interessant ist die Trauerumrandung des Briefbogens, wie wir sie in Bayern während der dreimonatigen Trauerzeit eines Königs, bzw. seiner Frau kennen. So noch nicht gesehen. Das Porto betrug 8 Kreuzer. In Ellingen bestand seit 1744 eine Kaiserliche Reichspost Briefsammlung.


    Beste Grüße von VorphilaBayern