GB - Österreich

  • Hallo,


    ich habe hier einen Brief der mir einige Kopfschmerzen bereitet.
    Er ist aus Cochin, Südindien aufgegeben am 22.1.1842 und ging über Marseille nach London.
    Dort nicht zustellbar und nach Österreich weiter geleitet.
    Der Brief war zwischen 7,1 und 11,66 Gramm schwer (über einer 1/4 oz und unter 1 Tola)
    In London waren für die Strecke Bombay - GB 3sh 6d zu bezahlen.
    Für GB - Österreich wurden 1sh 8d fällig zusammen 5sh 2d.
    Die 1/8 sind unter den 3/6 vermerkt und durchgestrichen.
    Der Brief konnte in London nicht zugestellt werden und wurde, als er am 7 April von einem Agenten oder einem Botschaftsangehörigen
    bezahlt war (rote 5/2), für den Laufweg über Ostende aufgegeben.
    Was danach kommt entzieht sich mir.
    Meine Fragen dazu.
    Wie war der Laufweg von Ostende nach Wien.
    Bis wohin war der Brief bezahlt (Ostende, Grenze Preussen, Grenze ?)
    Desweiteren sind auf dem Brief 20 in schwarz, 24 in rot und m m/n8 in violett vermerkt, leider kann ich auch damit nichts anfangen.


    Ich habe noch einen zweiten Brief der zwischen 1 1/4 und 1 1/2oz schwer war.
    Es wurden insgesamt 19sh bezahlt (12/4 bis GB und 6/8 GB - Österreich)
    Auf diesem Brief befinden sich eine 60 in schwarz, 1f (wohl ein Gulden) und anstatt der m m /n8
    2/ + 1/10 = 3/10 in der gleichen Farbe.


    Beste Grüße und schon mal vielen Dank


    kibitz

  • Hallo kibitz,


    ein toller Brief, das vorneweg!


    M. E. wurde in GB alles bezahlt bis zur NL - PR - Grenze. Ab dort bis zur österreichischen Grenze wurden 24x rheinisch in Rötel notiert von Bayern verauslagt (Gebühr von Preußen, Taxistransit und Bayern). Bayern erhielt dafür 24x Conventionsmünze vergütet, die 29x rheinisch entsprachen. Mit 14x CM Inlandsporto bis 1/2 Wiener Loth zahlte der Empfänger dann 38x CM. Damit sollte er unter 8.75g gewogen haben.


    Österreich übernahm keine mit Porto belasteten Briefe aus GB, von daher war er Franko Grenzen (NL - PR), Franko Coblentz, Franko Aschaffenburg oder Franko Füssen zu gestellen.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Kibitz,


    ein Traumbrief - nur leider in der falschen Sammlung :P



    Den Ausführungen von bk ist wie immer nichts hinzuzufügen. Die Österreicher hatten mit GB keinen direkten Postvertrag, daher galten die Bestimmungen aus den preussischen Verträgen (GB-PR, PR-A).


    Gratulation zu dem Brief
    Ö-Transit

  • Hallo kibitz,


    ist ja fast so etwas wie eine Dublette - würde ich mich rasch davon trennen... :rolleyes:


    Im Ernst: 5-fach schwer!!! Das ist wirklich ein harter Brocken :P :P :P


    Dazu kann ich nur ganz herzlich gratulieren - ein ausnehmend schönes und mit diesem Gewicht wohl einmaliges Stück!


    Weiter von einem ähnlichen Brief träumend
    Ö-Transit

  • Liebe Freunde,



    nachdem kibitz freundlicherweise einen GB-Österreich-Thread eröffnet hat, hier ein schweres Stück am umgekehrten Weg: 1821 von Triest nach London, 8 1/4 Unzen schwer und als Charge-Brief aufgegeben am Weg über Sardinien und Frankreich. Der Brief kostete die ungeheure Summe von 3 Pfund 3 Pence und 7 Shilling. Mir gefällt auch der schöne Nota-Bene-Vermerk in Rötel und natürlich der gute Unzen/Gebühren-Stempel.


    Beste Grüße
    Ö-Transit

  • Lieber Ö-Transit,


    ein unglaubliches Stück - phantastisch. Ein Brief, der einen Monatslohn kostete - wow! :P:P:P


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ö-Transit


    Hier wird es ja phantastische Briefe gezeigt :) :) :)


    Nur auch ein Hinweis zu anderen Thread mit Laufweg in der anderen Richtung: Österreich - GB



    ja, den Hinweis gilt ja für alle Zuschauern ;)


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Ö-Transit,


    toller Brief!!
    Aber wie setzte sich das Porto zusammen?
    5sh hat wohl das Einschreiben für eingehende Briefe ins Königreich gekostet.
    Geraten 8,25 x 6/8 = 660d + 60d + 3x 1/2(auf die volle Unze nach Frankreich) zusammen 762d +1d ? (delivery??)


    Beste Grüße


    kibitz

  • Liebe Freunde,


    Nils : Danke für den Tipp! Manchmal verliere ich vor lauter Threads schon den Überblick, da ist es gut, dass es einen Administrator gibt! :)




    @ kibitz: das ist natürlich die Gretchenfrage!
    Es sind ja nicht 6/8 sondern 7/8. Damit ergeben sich einmal 8,25 x 7/8 = 759, dann fehlen noch 4d auf die angeschriebene Summe. Woher die kommen, weiß ich aber selbst nicht... Für zweckdienliche Hinweise wäre ich wirklich sehr dankbar!


    Mich würde ja interessieren, wie der gute Herr Edlmann reagiert hat, als er dieses Paket in Empfang nahm. Das müssen schon extrem wertvolle Dokumente gewesen sein, wenn man ein so hohes Porto dafür zahlt.


    Liebe Grüße
    Ö-Transit

  • Hallo Ö-Transit


    bist du dir mit den 7/8 sicher?
    Ich kenne zwar das 1/11 Porto je 1/4oz aber wer hat dann die 5sh Einschreibegebühr bezahlt?
    Mit 4d war da nichts zu machen.
    Die Einschreibegebühr von 1787 von 5/ für eingehende Briefe wurde erst 1836 auf 2/6d reduziert.


    Beste Grüße


    kibitz

  • Hallo kibitz,


    ja, der Stempel ist mit 7/8 eindeutig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es sich bei dabei um einen Irrtum handelt. Auch wenn mir nicht klar ist, warum auf diesem Brief die 7/8 gelten...



    Hier ist noch einer mit dem etwas häufigeren 6/8 - was auch hschr. bestätigt wurde. Dieser lief 1825 von Wien nach London, war aber nicht eingeschrieben. Der Absender hatte die 4-fache Gebühr von 56 Kreuzern bis zur Grenze zu bezahlen. Wie so oft in Österreich war das Grenzfranco vorne angeschrieben.


    Schönen Abend
    Ö-Transit