• Hallo Freunde


    Dieser Brief von Freising nach Landshut habe ich eben gekauft, aber leider festgestellt dass der Brief nicht genau datierbar ist. Bei diesen Brief kann man auf jeden Fall feststellen dass es ab 1806 gelaufen war,nachdem der Brief an den königliche baierische Kammerer und Regierungs Rath geschickt war.


    Die Taxe sieht für mich aus wie ein Taxischer, so auf die andere Ende von die Zeitlinie ist Herbst 1810.


    Gibt es hier andere Haltepunkten?


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ja, der Brief ist zeitlich schwer einzuordnen. Clemens August von Fraunhofen war seit 1784 Kämmerer, das Generalvikariat (Absender des Briefes) war seit der Säkularisation 1802 in Freising tätig.


    Ein Anhaltspunkt ist die handschriftliche Datierung mit Bleistift links unten: 1817. Ich kenne diese Handschrift von unzähligen Belegen der Vormarkenzeit. Und meistens ist sie zutreffend. In den 1920er- und 1930er-Jahren durchsuchten einige Philatelisten (Karl Winkler und Franz Pfenninger waren wohl auch darunter) gezielt bayerische Adels- und Pfarrarchive sowie das Diözesanarchiv. Dort war man dankbar dafür, dass die Akten dünner wurden und überließ den Herren gerne die Briefhüllen, vielleicht war hier und da auch eine kleine Spende im Spiel.
    Es gibt Pfarrarchive, die auf diese Weise komplett ausgeplündert worden sind, dort findest du heute so gut wie nichts mehr.


    Der Sammler, aus dessen Beständen dieser Brief stammt, war so clever, die Briefe handschriftlich auf der Vorderseite zu datieren, bevor er die Briefhülle vom Inhalt trennte. Er nummerierte sie auch durch.


    Das Porto passt für einen Brief der zweiten Gewichts- und ersten Entfernungsstufe nach dem Generaltarif von 1810.


    Die genaue Datierung muss trotzdem leider offen bleiben, allenfalls könnte man den Brief über ein Wasserzeichen oder die Handschrift des Schreibers zuordnen.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Hallo Erdinger


    Danke für die Antwort.


    Das Papier hat Wasserzeichen, aber ich komme damit nicht weiter weil ich kein Übersicht habe. Gibt es so etwas im Netz?


    Ja, es konnte auch ein 2. Gewichtsstufe Brief sein, kann man jetzt nicht genauer Beurteilen.
    Wie war die 2. Gewichtsstufe mit Taxischem Taxen?


    Du hast 1817 erwähnt - es gibt auch andere Jahreszahlen mit Bleistift notiert geworden, die auch halb ausradiert sind.
    Und in 1817 war wohl der Stempel nicht so frisch? Dazu kam es schon in 1815 ein anderen Stempel laut Feuser (1004-5)


    Eine genaue Datierung kann man hier nicht erwarten, leider.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo hk1190,


    das war nicht einheitlich, weil es ein Absatzporto gab, also i. d. R. Teilfranki auf dem Gebiet Bayerns (z. B. Hof - München mit Franko Nürnberg usw.).

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Der Hinweis auf das Absatzfranko ist völlig zutreffend, obwohl es ncht sehr häufig eingesetzt wurde. Anders als im
    Hessischen, wo oft Frankoabsätze auf Frankfurt gemacht wurden. (übrigens auch bei Auslandsbriefen).


    Zum Verständnis: die Reichspost bzw. Taxissche Post verfügte nicht über ein einheitliches Postgebiet, sondern bestand aus Teilbereichen, die mit dem jeweiligen Landesherren Vereinbarungen und Tarife aushandelten. Deshalb gibt es nicht DEN taxisschen Tarif in Bayern bis Dez. 1810. Aber es gibt eine Zusammenstellung der bayerischen Postverwaltung in der die Gebühren vor Dez 1810 und nach 1810 bei grösseren Postorten gegenübergestellt wurden. Diese Liste ist immerhin schon etwas. Aus dieser LIste geht übrigens auch hervor, dass vor 1810 die Gebühr in die eine Richtung anders sen konnte als retour. Also z.B. von Augsburg nach Regensburg 4 kr. und umgekehrt 6 kr.
    Die Progression ging nach einfach, doppelt und Unze, verlief aber nicht linear sondern z.B. 4, 6, 10.

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Portobrief aus Burggrub bei Heiligenstadt vom 16. August 1808,
    in Bamberg am 17.8. aufgegeben nach Nürnberg an den Freiherrn
    Christoph Carl von Harsdorf.
    Porto 4 Kreuzer.
    Aus dem Inhalt:
    ..... meines hohen gnädigen Herrn des P: T: Kayserl. Königl. wirklichen Herrn geheimen
    Raths und Reichskammergerichtspräsidenten dann großherzoglich würzburgischen
    dirigierenden Staatsminister Adam Friedrich Schenk Freyherr von Stauffenberg ...


    zu von Harsdorf folgender Link:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Harsdorf_von_Enderndorf



    zu Schenk von Stauffenberg folgender Link:


    https://de.wikipedia.org/wiki/…n_Schenk_von_Stauffenberg



    Beste Grüße von VorphilaBayern

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:

    Portobrief aus Ansbach (seit 24. Mai 1806 zum Kgr. Bayern) nach Obernzenn (Kgr. Bayern) vom 3. Juli 1806. Der Empfänger bezahlte 2 Kreuzer Porto.


    Beste Grüße von VorphilaBayern