• Hallo Tim,


    was für ein Brief. :love::love::love:


    Er kam aus Pernambuco / Brasilien, kostete 45x Postporto und 3x für den Cantonsboten.


    Wenn sich sonst keiner meldet, mache ich das mit den Gebühren und Verträgen, aber dafür muss man kein Bayernsammler sein.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    ich würde dann darum bitten :) Pernambuco kann, da wie gesagt nur der Bundestaat nicht der Aufgabeort sein, denn den gibt es nicht. Andererseits gibt es aus der Adressangabe des Absenders auch kein "Brasil de Baruambneo", aber da er auch das Pernambuco nicht korrekt geschrieben hat, mag das ebefalls geschrieben wie gesprochen sein. Nur stehe ich damit völlig auf dem Schlauch. Ich habe gerade letztens bei einem Freund in KO mit dessen deutsch-brasilianischen Verwandten über skype sprechen können, das ist schon ein goldig`s "deutsch", was die da drauf haben, das kommt schon hin. Und waren die 48 Kr dann auch wirklich alles, was man vom Aufgabe- bis zum Empfangsort für den Überseebrief hat bezahlen müssen ?


    LG

    Tim

  • Hallo Tim,


    für mich ist es bei der Adresse schon ein Wunder, dass sie halbwegs geahnt haben, dass er überhaupt nach Europa gehört ...


    48x war alles, was er kostete. Aber die Franzosen in Paris haben ihn über Forbach nach Würzburg geschickt, weil sie nichts von der Pfalz lesen konnten, daher auch der Würzburger Stempel, ehe sie dort bemerkten, dass er zum Kartenschluß Landau gehörte.


    Schiffe und Linien müssen aber unsere Spezialisten heraus bekommen - 5 kg Katze lassen derzeit gar nichts zu ... :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • ... sodele, "back home" zitiere ich den PV Bayern - Frankreich vom 1.7.1847, nachdem ein wie o. b. einfacher Portobrief aus Brasilien via Frankreich in die Pfalz 39x, nach dem rechtsrheinischen Bayern aber 45x kostete.


    Da man die Anschrift keinem Ort der Pfalz zuerkennen konnte, lief er für 45x von Würzburg notiert zuerst rechtsrheinisch, um dann wieder im geschlossenen Briefepaket über FFM wieder in die Pfalz zu laufen und weil Würzburg schon die 45x verrechnet hatte, habe man diese als Belastung auch an Landau weiter und der Empfänger musste 6x mehr zahlen, als eigentlich nötig. Sieht man auch nicht jeden Tag (Fundstelle VO- und Anzeigeblatt Bayerns von 1845 Seite 115 ff).


    Mit den Schiffen müssen sich die Spezialisten versuchen, weil ich nur die Listen für Nordamerika habe, nicht die von Südamerika. Der siegelseitige Stempel müsste der von London sein (Brasilien - USA?? - London - Calais - Paris - Forbach - Würzburg - FFM - Landau) und der frontseitige Stempel lautet COLONIES & c. ART 13, auch von dort, der den Brief dem PV Frankreich - GB hinsichtlich seiner Herkunft und internen Verrechnung (1 Unze kostete soundsoviel Shilling/Decimes) bezeichnete.


    Bayern erhielt hier 9x, die restlichen 36 behielten FR und GB und immerhin 3x der Pfälzer Kantonsbote!

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Ralph,


    herzlichsten Dank für die Mühen ! Ich darf der 5 kg-Katz ewig dankbar sein, dass sie Dir dafür ein Zeitfenster gelassen hat. Das hat sich ja nun satt gelohnt. Denke mal, dass es auch Dir als PO-master Freude gemacht hat, den Hergang der Dinge zu knacken. Das mit den Schiffen wäre jetzt natürlich Prämium, in der Zwischenzeit könnte ich mal einen Transcriptionsversuch starten. Allerdings stellt sich mir zu der Abwicklung im Aufgabeland doch noch eine Frage, die sich aus der von Dir geschilderten Vertragssitation ergibt. Vertragsebene ist BY - FR, okay, von daher ergibt sich dann also ein voll bezahlter Portobrief zu 39 Kr (in die Pfalz). Aber vor dem Vertrag steht ja dann noch das/ein Vertragsverhältnis zwischen FR und Brasilien. Was hatte dann Brasilien von diesem möglichweise irgendwo im Inland aufgegebenen Brief ? Hat es von dem Porto etwas abgeführt bekommen (müssen) ?


    LG

    Tim

  • Hallo Tim,


    ich bin kein Brasilien - Experte, dessen es hier bedürfte. Ich denke, er hat nichts in Brasilien gekostet, auch wenn hinten ein Teilabschlag brasilianischen Ursprungs vorhanden sein sollte.


    Es kommt nur in Frage das Postverhältnis GB - FR und FR - BY. Letzteres ist klar, ersteres ist mir nicht klar, aber ich denke, dass GB Briefe aus Südamerika zu einem Pauschalpreis an Frankreich verkaufte, kann den Art. 13 aber nicht zitieren (Katze wieder auf Bauch, PO nicht mehr möglich).


    Ich hoffe, einer unsere Briten oder Franzosen helfen uns hier weiter. :)

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Sammlerfreunde,

    eine Ansichtskarte datiert mit Bahia am 27.6.1900.

    Die nach Budapest gesandte Karte wurde mit 5*20 Reis frankiert.

    Ich vermute, mit Bahia ist Salvador da Bahia, die Hauptstadt des im Nordosten Brasiliens gelegenen Bundesstaates Bahia, gemeint.

    Liebe Grüße

    Franz

  • Hallo Laurent,


    super super und nochmal super, das ist jetzt der perfekte Abschluss für die Beschreibung, ich kann es kaum fassen !


    Viele, vielen lieben Dank + Gruß !


    Tim :):):)

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Portobrief vom 21.1.1858 ,von Pernambuco nach Paris.

    Der Brief kam am 12.2.1858 in London an und ging von dort per Schiff weiter nach Calais, wo er am selben Tag ankam. Von Calais ging es mit der Eisenbahn nach Paris, wo der Brief am 13.2. zugestellt wurde.

    Vorderseitige schwarze Taxnotiz 8 = Der Brief kostete dem Empfänger vermutlich ??8 Decimes??

    Vorderseitiger Transitstempel ANGL. AMB. CALAIS 12. FEVR.58, sowie ein

    blauer, ovaler Stempel LASSERE & TISSET FRERES PERNAMBUCO ???Absender??

    Weiters auf der Vorderseite ein schwarzer rechteckiger Stempel GB 1 F60c ??( vermutlich in London abgeschlagen)???? Wofür steht dieser Stempel???

    Siegelseitiger Aufgabestempel PERNAMBUCO JA 21 1858, roter Transitstempel LONDON 12 F. und

    Ankunftstempel PARIS 13 FEVR. 58

    Bitte um Korrektur meiner Beschreibung.

    Mit welchem Schiff wurde der Brief befördert?

    Liebe Grüße

    Franz

  • Lieber Franz,


    eine Unze (30g) Briefe wurden den Briten von Frankreich abgekauft für 1 Franken 60 Centimes und dieser Brief kostete den Empfänger 8 Decimes. Beide Stempel sind französisch.


    Zu den Schiffen müssen sich die Kenner äußern. Feines Stück! :thumbup:

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus