• Hallo Bad,.
    -

    Eine wunderbare Sache, auch das kann Philatelie sein.

    -
    das ist nun wirklich wahr, auch wenn man des Japanischen nicht mächtig ist, so ist es Hintergrundwissen, mit dem man allein von der Optik her schon mal was anfangen kann, wenn man es zu sehen bekommt. Ich bin begeistert, auch weil es der absolute Hingugger ist. Was für eine Bereicherung dieses threads !
    .


    Beste Grüße
    vom Pälzer :thumbup:

  • Unbekannte Ganzsache 1 Sen aus Japan 1890 - 99?


    &thumbnail=1


    &thumbnail=1


    Besonders würde mich interessieren, welche Katalog-Nr. die Ganzsache hat. Kann mir hier jemand einen Tipp geben?


    Leider ist die Rückseite nicht mehr schön und kaum erkennbar, der Text unter dem Bild.


    &thumbnail=1


    &thumbnail=1


    &thumbnail=1


    Besten Dank vorab, viele Grüße von Luitpold

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Zu der gezeigten Ganzsache, für die ich leider keine Katalog-Nr. habe, konnte ich zumindest Näheres über die Absender "Mama + Papa" herausfinden. Der Herr Papa hatte leider kein glückliches Lebensende, wobei der Grund dafür unbekannt bleibt.

    Welche Ausnahme eine Reise nach Japan um die Jahrhundertwende war, verdeutlichen die Zahlen aus
    "Die deutschen Reichspostdampferlinien nach Ostasien und Australien in zwanzigjährigem Betriebe. Eine wirtschaftspolitische Studie" von 1906
    .

    Mit der Reichspostdamperlinie wurden 1904 nur ca.a 3.000 Personen nach Japan befördert, heutzutage sind es über 200.000 Deutsche, die Japan besuchen. So gesehen ist nicht nur die damalig Reise von Kielmeyers, wie auch die Karte nicht gerade häufig.

    Bei der Gelegenheit: Würde in einer RANG-Ausstellungssammlung dieser Zusammenhang mit dem vielen Text überhaupt gelesen und - wichtig - erkannt? Nämlich, dass man nicht nur auf die postalischen Merkmale achtete, sondern sich auch mit dem Thema intensiv beschäftigte, was ja - das Wort mag ich nicht So... - interessant macht. Wir Sammler haben Originalbelege (die nicht irgendwo im Museum/Archiv liegen) und können damit "live" Vergangenes recherchieren und Bezüge zur Gegenwart herstellen.

    Allerdings taugt dazu eine Ausstellungssammlung wenig, da vieles mit Text erläutert werden kann und zu viel Text keiner in gebückter Haltung lesen will/kann, wenn er vor Tafeln steht und wo Interessantes ganz unten hängt. Hier könnte eine Online-Präsentation Abhilfe schaffen.

    Meine kleine Japan-Karte bleibt sowieso "unbeschrieben", da sie in keiner Ausstellungssammlung kommt.

    "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde." (Karl Jaspers. dt. Philosoph).

  • Hallo liebe Freunde,


    ich habe gerade mal die Japan-Box vom Schrank geholt (ich glaube, da ist mal Staubwischen angesagt :whistling:)


    ich habe keine Ahnung, was auf den Karten steht, Katalognummern weiss ich ebenso nicht, aber irgendwie hat sich da einiges angesammelt und ich habe festgestellt, die Box ist voll, vielleicht muss ich dann irgendwann mal eine zweite anfangen.


    Hier ein paar Ganzsachen.


    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo liebe Freunde,


    @Dieter - könnte ich theoretisch machen, aber praktisch sammle ich erst mal noch ein wenig an ...8)


    hier noch ein paar Ganzsachen ....




    und jetzt kommt die Kiste (staubgewischt hihi ....;)) wieder auf den Schrank.



    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Hallo liebe Freunde,


    hier noch ein letzter Beitrag fürs Wochenende :


    Box auf, Ganzsachen auf den Scanner, Box zu .....




    und nächste Woche geht es weiter. :/


    Schöne Grüße

    Bayern-Nerv Volker

    Nimm dir im Leben ruhig die Zeit zum Sammeln und genieße einen guten Wein, denn die gesammelte Zeit nimmt dir irgendwann das Leben und dann wird man um dich weinen. (V.R.)


    Bayernfarbenvielfaltverrückt - warum nicht?

  • Zu der gezeigten Ganzsache, für die ich leider keine Katalog-Nr. habe(


    Es ist die die 1 S. Inlandspostkarte von 1888, im JSDA (Taschenkatalog des japanischen Händlerverbands) die Nr. 14. Kw 150 Yen.

    Hier ist etwas mehr fällig, weil die Karte einen Gefälligkeitsstempel* "Korea Pusan 30.12.31" (31. Dezember 1897) vom japanischen Auslandspostamt in Pusan/Fusan/Busan trägt.

    Die Abb. in einem frühen Umdruckverfahren (gängig waren Blau, Violett oder Grün) zeigt zwei Koreaner in traditioneller Kleidung mit Rosshaarzylinder beim Bogenschießen. Sie m. E. gut erhalten. Die Abb. oben rechts kann ich nicht deuten.

    *Postlaufzeit war damals 6-7 Wochen nach Deutschland. Das Kartenporto ins Ausland war 1897/1921 4 Sen. Beifrankatur ofrt Durchgangsstempel sind nicht erkennbar. Der Würzburg-Stempel vom April 99 ist demnach ebenfalls Gefälligkeit.


    Also schon ein ungewöhnliches Stück und ein lokaler Ansichtskartenvorläufer.

  • Ich beisitze nur eine Japanerin, und die gefällt mir.


    Die Person auf der Marke ist der japanische Prinz Shotoku Taishi, den es auch auf einem Geldschein gibt.


    "Extra Bavariam non est vita et si est vita non est ita."

  • Liebe Freunde,


    einige von euch wissen ja, dass ich mit meiner Frau zusammen eine kleine Sammlung Bayern-Japan und vice versa aufbaue.


    Normalerweise bewegen wir uns in der späten Meiji-Ära (1868–1912). Zu dieser Zeit war vor allem der akademische Austausch zwischen Japan und Deutschland sehr ausgeprägt. Gleichzeitig kühlten die politischen Beziehungen rapide ab, bis hin zum Kriegseintritt Japans auf der Seite der Alliierten. Wenn sich also ein Stück aus der anschließenden Taisho-Ära (1912–1926) anbietet, dann lohnt ein genauerer Blick.


    Unser Bild von Deutschen in Japan im Ersten Weltkrieg wird vor allem von den Kriegsgefangenenlagern nach der Eroberung von Kiautschou/Tsingtao geprägt – und der überaus freundlichen Behandlung der deutschen Gefangenen im Land (farbige Geschichten vom Lagerleben, Erstaufführung von Beethovens Neunter in Japan etc.). Auch philatelistisch haben Lager wie Bandō Spuren hinterlassen.


    Aber wie sah es mit deutschen Zivilisten aus, die im Land von der Kriegserklärung überrascht wurden und plötzlich den Status feindlicher Ausländer hatten?


    Einen Hinweis darauf gibt diese Karte aus Hakone ins bayerische Fürth vom 26. Dezember 1915:


    »Liebe Mutter, Habe hier bei herrlichstem Wetter mit Freund Sahling Weihnachten verbracht, in aller Stille muss ich sagen, denn wir waren die einzigen Gäste im Hotel.«


    Bei Kriegsausbruch waren in Deutschland rund 80 Japaner festgesetzt worden. Sie kamen jedoch bald wieder frei, weswegen auch in Japan auf eine Internierung von Deutschen verzichtet wurde, sehr zum Missfallen der britischen Verbündeten. Im Gegensatz zu diesen verzichtete die japanische Presse anscheinend auf die Erzeugung von Feindbildern. Der Handel mit dem Kriegsgegner wurde tatsächlich erst am 23. April 1917 untersagt, die Registrierung von Ausländern begann im Januar 1918. Bis zu diesen Einschränkungen genossen Deutsche im Land Bewegungsfreiheit und organisierten zum Teil Hilfe für Kriegsgefangene. Vereinzelt wird vom Verbot wirtschaftlicher Betätigung gesprochen, aber es gibt kaum Quellen zu diesem Thema.


    An der Karte überrascht, dass außer dem Aufgabestempel (4-12-27, also 27. Dezember im vierten Jahr der Taisho-Ära, das passt also) und einem Briefträgerstempel von Fürth keine postalischen Beförderungsmerkmale zu sehen sind, auch nicht für eine Zensur. Die Karte lief wahrscheinlich über San Francisco auf neutralen Schiffen nach Deutschland.


    Literatur: Arnd Bauerkämper, Sicherheit und Humanität im Ersten Weltkrieg, Berlin/Boston 2021, S. 510–514

  • Hallo Sammlerfreunde,

    ein Auslandsbrief vom 1.4.1909, von Yokohama, nach Saybusch (Galizien).

    Der vom K. u. K. österr. - ungar. Consulat versendete Brief wurde mit 16 Sen frankiert.

    Rückseitiger Ankunftsstempel ZYWIEC .

    Leitwegstempel Via Siberia (vermutlich wurde der Brief mit der Transsibirischen Eisenbahn befördert).

    Der Bezirk Żywiec (bis um 1900 auch Bezirk Saybusch) war ein politischer Bezirk im Kronland Galizien und Lodomerien. Sein Gebiet umfasste die am weitesten westlich gelegenen Teile Westgaliziens in der heutigen Woiwodschaft Schlesien und Kleinpolen.

    Liebe Grüße

    Franz