• Kumamoto - Würzburg ??.07.1904


    Hallo Sammlerfreunde,


    ich bitte um allseits geschätztes Verständnis, dass ich keinerlei Aussagen über den Inhalt der nachstehenden Poka aus Japan machen kann. Immerhin aber läßt sich anhand des Absendevermerks vorne links der Aufgabeort ausmachen:


    Kumamoto auf der Insel Kyūshū, der südlichsten der vier Hauptinseln. Vielleicht kann jemand noch etwas mehr zu dem Auftaktstück des Japan-threads beitragen ?


    + Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Sammlerfreunde,


    die Messe München 2013 war - wie bereits an anderer Stelle ausgeführt - eine gute Erfahrung. Unsere Händler haben sich - für meine Begriffe - schon ganz ordentlich ins Zeug gelegt. Dafür sei an dieser Stelle auch einmal Dank und Anerkennung ausgesprochen.


    Nachstehend das für meine Sammlung "beste Stück", welches ich von dort mitnehmen durfte. Aufgegeben wurde die auf 4 Sen portogerecht auffrankierte Auslandspostkarte in Nagasaki und zwar von einem Besatzungsmitglied der SMS Kaiser, einer unter gleichnamiger Typenbezeichnung in England im Jahre 1875 vom Stapel gelaufenen Panzerfregatte.


    Am 19.05.1875 erfolgte die erste Indienststellung der SMS Kaiser für das deutsche Panzer-Übungsgeschwader, bis etwa 1883 operierte das Schiff schwerpunktmäßig im Mittelmeer. Mit zahlreichen Dienstunterbechungen wurde die SMS Kaiser wechselweise als Wach- oder Übungsschiff eingesetzt, im Jahre 1891 schließlich als Auslandskreuzer umgebaut.


    In Wilhelmshaven wurde eine neue Kesselanlage und ein 5 cm starkes Panzerdeck eingebaut, die Segelschiffstakelage und der hintere Mast endgültig entfernt. Die verbliebenen Masten wurden in Gefechtsmasten umgebaut. Mit neuer Silhoutte stach das Schiff zu neuen Einsätzen hpts. im Raum zwischen Japan und China in See.


    Nach Japans siegreichem Krieg gegen China bildete Deutschland mit Frankreich und Russland einen „Ostasiatischen Dreibund“, um Japans Einfluss wieder einzudämmen. Auch die SMS Kaiser wurde als Verstärkung der 1894 gebildeten Ostasiatischen Kreuzerdivision zur Durchsetzung der deutschen Interessen befohlen.


    Nachdem am 01.11.1897 die beiden deutschen kath. Missionare Nies und Henle in China ermordet worden waren, befahl Kaiser Wilhelm II. die Besetzung der Bucht von Kiautschou. Die Kreuzerdivision lief mit Kaiser, Prinzeß Wilhelm und Cormoran sofort aus und besetzte am 14.11.1897 Stadt und Hafen von Tsingtau.


    Am 27.01.1898 wurde Tsingtau eine dem Reichsmarineamt unterstellte deutsche Kolonie. Während des amerikanisch-spanischen Krieges vom 25.04. bis 12.08.1898, welcher auf dem philippinischen Archipel begonnen wurde, lag die SMS Kaiser zunächst zur Überholung in Nagasaki. In dieser Phase wurde die nachstehende Postkarte von dort aufgegeben.


    Nach einigen weiteren Kurzeinsätzen begann die Rückreise zur Außerdienststellung in heimische Gewässer. 24 Jahre Einsatzzeit genügten wohl, dass es sich sogar seine Majestät der Kaiser höchstselbst nicht nehmen ließ bei der Außerdienststellung der SMS Kaiser in der Danziger Bucht am 16.10.1899 zugegen zu sein.


    Schönen Gruß


    vom Pälzer

  • Hallo Pälzer,


    Glückwunsch zu dieser Rosine in Luxuserhaltung und toller PO um die ehemaligen Kolonien. :P So ein Stück müsste man auf jeder Messer finden, das wärs!


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bk,


    da stimme ich ganz mit Dir ein. Wenn man nach stundenlang erfolgloser Turbo-Blätterei urplötzlich so einen IM-Brummer in den Fingern hält, fährt es einem durch Mark und Bein...so wie wir es ganz besonders mögen ^^


    Gruß !


    vom Pälzer

  • ... vermutlich hat man in Neustadt an der Haardt erst einmal die Karte gelesen, ehe man sich Gedanken um den Ankunftsstempel machte. Wer hatte schon in der Pfalz eine Karte mit offen lesbaren Neuigkeiten aus Japan jemals gesehen?


    Tolle Karte, Laurent! :P

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo lieber Laurent +bk,


    super Karte Laurent, 8o das kann ich wirklich sehr sehr gut auch für meine Belege aus den Kolonien gebrauchen = AAA+++ :thumbup: und @bk, man kann immerhin auch hoffen, dass die beiden Sammler noch viel mehr miteinander korrespondiert haben.


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo liebe Freunde,


    lesen kann ich auf diesen japanischen Ganzsachen gar nichts, aber da die Japan-Kiste gerade mal auf dem Schreibtisch "frische Luft schnappt" , schnell mal einige Stücke auf den Scanner gelegt. ;)


    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

  • Lieber Volker,


    Der Anblick dieser Karten haut mich um! Es wäre schön, wenn es hier jemanden gäbe, der wenigstens ansatzweise etwas dazu sagen könnte!


    Liebe Grüße von maunzerle :thumbsup:

    "Ein Leben ohne Philatelie (und Katzen) ist möglich, aber sinnlos!" (frei nach Loriot, bei dem es allerdings die Möpse waren - die mit vier Beinen wohlgemerkt)

  • Hallo Volker,


    wenn mich mein schwaches Gedächtnis nicht völlig täuscht, hatten mal unser lieber Erdinger und seine Angetraute einen sehr netten Vortrag über die Postverbindungen Bayern - Japan in der Pfennigzeit referiert (schon 3 oder 4 Jahre her) - bessere Repräsentanten dieser Thematik kenne ich leider nicht und sicher helfen sie dir, wenn sie es können.


    Sind schon ausgefallene Stücke für uns Normaleuropäer - leider lässt es mein mieses Bildungsniveau nicht zu, auch nur irgendeine Aussage zu diesen Karten zu machen.

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Volker,


    schöne Stücke, in der Tat. Die bekommt man meistens relativ günstig, weil hier praktisch niemand Japanisch lesen kann und weil selbst in Japan das Interesse wohl gering ist. Ich würde an deiner Stelle mal Kontakte in Düsseldorf (größere japanische Gemeinde als irgendwo sonst in Deutschland) knüpfen oder mit einer Uni in NRW mit Japanologie-Abteilung. Die Sache hat allerdings einen Haken: In den 1950er-Jahren gab es eine Art Rechtschreibreform, weswegen selbst Japaner diese Schriften kaum noch lesen können. Es gibt eine recht gute Homepage zur Datierung von Stempeln und Postkarten und andere zur Meiji-Zeit (z.B. Meiji-Portraits), aber auch speziell zu den Koban-Ausgaben.


    Viele Grüße aus Erding!

    Viele Grüße aus Erding!


    Achter Kontich wonen er ook mensen!

  • Hallo Volker,


    ich bin immer wieder erstaunt, was du aus deinen Schubladen holst. Mangels Informationen kann ich diese schönen Karten nicht einordnen.


    beste Grüße


    Dieter

  • Hallo zusammen,


    bei den Ganzsachen zu 5 Rin (vorletzte Serie) handelt es sich um den Stadtpost-Tarif, der 1876-1883 gegolten hat. Bei den meisten übrigen Ganzsachen handelt es sich dann um solche zu 1 Sen für den Inlands-Tarif, sollte alles noch von vor der Jahrhundertwende sein. Dann gibt es noch eine Poka zu 1 1/2 Sen (letzte Serie oben links) vermutlich etwas jüngeren Datums um 1900, wo ich vermute, dass es da eine Gebührenerhöhung für den Inlands-Tarif gegeben haben müsste.


    + Gruß !


    vom Pälzer

  • Hallo liebe Freunde,


    danke für eure Informationen . :thumbsup:


    Es ist ja nur ein "Sammlungsnebenschauplatz" , deshalb kommt die Kiste auch nur sporadisch auf den Schreibtisch, immer dann, wenn mal wieder etwas hineingelegt werden will.


    Hier ein postfrisches Exemplar Bl. 31 Fuji-Hakone Nationalpark 1949.


    Schöne Grüße
    Bayern-Nerv Volker

  • Hallo,
    Inlandsbrief eines Rekruten der 5.Division aus Tokyo an einen Tempel in Kyoto vom 21.8. 1894.
    Frankiert mit einer 2 Sen ( Mi. 58 ) als Porto für den einfachen Brief.
    Der Brief war aber zu schwer und von 1871 bis 1976 war der doppelte Betrag vom Empfänger nachzuzahlen.


    Bis 1.10.1900 wurde dafür eine normale Marke verklebt, hier die 4 Sen der Serie 1888. Entwertet mit fusoku/sen gleich unzureichent/Sen.
    Der Stempel wurde nochmal darüber abgeschlagen.
    Rückseitig Zustellstempel Kyoto vom 22.8.
    Der Japanprüfer Herr Eichhorn wollte von mir eine Ganzsache, die bekam er natürlich.
    Da ich nichts verkaufe erbat ich mir irgendeinen Beleg mit Geschichte.
    Er schickte mir diesen Brief mit einer DIN-A4 Seite Erläuterungen zum Brief und zur Nachportobehandlung in Japan von 1871 bis 1976.
    Eine wunderbare Sache, auch das kann Philatelie sein.
    Beste Grüße Bernd