Paketbegleitbriefe ab dem 8.4.1848

  • Hallo Philia


    du liegst (fast) richtig.

    Ein Begleitbrief war in der Regel dann frei, wenn er das Gewicht eines einfach schweren Briefes nicht überschritt. Dies war nicht immer unter 1 Loth. So galt in Preussen ab 1825 bspw. ein Brief einfach schwer, wenn er unter 7/8 Loth wog.

    Es kommt vor, dass es schwerere Briefe gab, aber es sind schon Ausnahmen.


    Desweiteren ist zu beachten, das ein Loth nicht immer gleich ein Loth war.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo Klesammler,


    es ist freilich nicht wirklich ein "medizinischer" Brief, aber vom Inhalt her ist das vielleicht eine passende Kurzbezeichnung. Ich meine dieses schöne Stück hier unten:

  • Hallo philia,


    das war ein schöner Fang für meine Heimatsammlung. Du kannst dich ja mit dem beigefügten inhalt vergnügen. Ich habs nicht getan. ;)


    Dieter

  • Liebe Sammlerfreunde,

    ich bitte um Hilfe bei der Erklärung eines Paketbegleitbriefs von Sangerhausen (Preussen) nach Braunschweig. Leider kann ich ihn nicht mal datieren, obwohl der Inhalt da ist. Es handelt sich um einen Geburtstagsbrief an Fräulein Josephine Schander, die über den Herrn Kreisbaumeister Eimbeck in Braunschweig am Petrithor angeschrieben ist. Auf der Briefvorderseite ist notiert: Hierbei 1 Schachtel in grau Leinen sig. S. No//:1. Die Notierung 4 Pfund 22 Loth links oben. Der Stempel A steht für die Anlagenprüfung, die wohl in Braunschweig vorgenommen wurde.

    Bei der Portoermittlung muss ich allerdings passen.


    Hier noch der Textinhalt: Meine besten Glückwünsche zum Geburtstage. Der Hollunder blüht noch nicht, aber sonst ist es schon recht hübsch im Garten & wenn Du wieder her kommst, wird es wohl ganz grün sein, da können wie wieder spielen & Ihr müßt singen. Uebermorgen wird Maitrank & ...? gegessen da will ich Dir ein bißchen davon aufheben Dein Hermann


    Liebe Grüße

    Christian

  • lieber Christian,

    ich habe jetzt mal einige Zeit investiert, um das Porto zu klären. Aber es passt immer nicht. Ulf Magdeburger müsste mal einschreiten.

    Vielleicht so viel:

    Fahrposttaxe in den Postverein nach Braunschweig vor dem 1.4.1858:

    Gewicht gerundet 5 Pfd

    Entfernung Sangerhausen - Helmstedt = 11 Meilen

    Entfernung Helmstedt - Braunschweig = 4 Meilen

    Es wurden die Entfernung zwischen Abgangsort - postalische Grenze und Grenze - Ankunftsort gerechnet.

    5 Pfund x 3 (je 5 Meilen) x 2 Pfg = 30 Pfg

    5 Pfund x 1 x 2 Pfg = 10 Pfg

    Das wären 40 Pfg = 3 1/4 Sgr.


    Fahrposttaxe in den Postverein nach Braunschweig nach dem 1.4.1858:


    Gewicht gerundet 5 Pfd

    Entfernung Sangerhausen - Braunschweig = 13 Meilen (jetzt die direkte Entfernung zwischen Abgangs- und Ankunftsort)

    5 Pfd x 4 (je 4 Meilen) x 2 Pfg = 40 Pfg = 3 1/4 Sgr.


    Auf den linken Gebührenbaum komme ich nur, wenn ich die innerpreussischen Fahrposttarife anwende:

    5 Pfund x 3 (je 5 Meilen) x 1,5 Pfg = 22,5 Pfg = 1 3/4 Sgr. (obere Zahl Gebührenbaum)

    Soviel von mir, vielleicht liege ich auch falsch.

    viele Grüße
    Erwin W.
    preussen_fan

  • Hallo Christian


    der Begleitbrief dürfte mit recht hoher Sicherheit aus dem Jahre 1858 stammen. Der Paketzettel spricht dafür.

    Zur Taxierung:

    Er wird noch nach den Taxgrenzpunkten taxiert. Laut Angabe also 1 3/4 Sgr. für Preussen und 1 Sgr. für Hannover+Braunschweig.

    Für Preussen wurde noch 10 Meilen herangezogen, also 2 Pfennige * 5 Pfund * 2. Entfernungstufe = 20 Pfennige = 1 2/3 Sgr. aufzurunden auf 1 3/4 Sgr.

    Für Hannover + Braunschweig waren es nur 5 Meilen, also 1. Entfernungsstufe. Da hier nur 10 Pfennige herauskamen, mußte der Mindestfahrposttarif angenommen werden. Im DÖPV war es normalerweise 1 Sgr., Da das Königreich Hannover und das Großherzogtum Braunschweig eine Gemeinschaftstaxe hatten, da beide Staaten nicht so einfach zu trennen waren, galt bis 10 Meilen jedoch 2 Sgr. Mindestfahrposttaxe.

    Siegelseitig ist auch f1 notiert worden, also der "falsche" Mindestfahrposttarif. Er hätte also mit 1 Sgr. nachtaxiert werden müssen.


    N.B. nach dem 01.07.1858 wäre es die Progressionsstufe 4 (12 - 16 Meilen) gewesen - der Mindestfahrposttarif betrug 3 Sgr. -> nach Gewicht hätte es jedoch so ausgesehen:

    2 Pfennige * 5 Pfund * 4 = 40 Pfennige = 3 Sgr. 4 Pfennige -> aufzurunden auf 3 1/2 Sgr.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Lieber Ulf,

    vielen Dank für die ausführliche Beschreibung der Taxen. Ich bin froh, hier immer wieder solche Experten zu finden, die die Beschreibung eines Briefes genau ermöglichen.

    Herzliche Grüße und bleib gesund

    Christian

  • Michael

    Hat den Titel des Themas von „Paketbegleitbriefe“ zu „Paketbegleitbriefe ab dem 8.4.1848“ geändert.