Paketbegleitbriefe ab dem 8.4.1848

  • Gerade von Rauhut & Kruschel eingetroffen:


    Ein Paketbegleitbrief für ein 7 Pfund 12 Lot schweres Paket von Pyritz nach Cammin (Entfernung 13 Meilen = 3.Entfernungstufe)


    Tarifberechnung: Bestimmung der Paketgebühr nach Entfernung und Gewicht 3 x 8 x 1,5 Pfennige = 3 Silbergroschen, somit niedriger als die doppelte Briefgebühr von 4 Silbergroschen. Dazu kommt noch die doppelte Briefgebühr für den Begleitbrief (Gewicht 1 1/20 Lot) von wiederum 4 Silbergroschen.

  • Hallo preussensammler,


    warum hat Bayern keine gescheiten Ganzsachen heraus gebracht? So schön konnte es doch sein ...


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo Jørgen


    laut Declaration wurde ein Paket mit Dokumente versendet. Es galt die sogenannte Acten- oder Dokumenten-Taxe und danach war hier mindestens die 6fache Brieftaxe zu erheben. Somit paßt wieder alles.


    Diese Taxe galt bis 30.04.1861.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Hallo Jørgen


    in der Zusammenstellung des preussischen Posttarif, steht nach Maßgabe des Gewichts:
    "unter 1 Loth Zollgewicht 1fach,
    ab 1 Loth bis excl. 2 Loth zweifach,
    ab 2 Loth bis excl. 3 Loth dreifach,
    ab 3 Loth bis excl. 4Loth vierfach,
    ab 4 Loth bis excl. 8 Loth fünffach,
    über 8 Loth sechsfach,
    solange bis das Porto nach der Gütertaxe mehr beträgt.
    Das Porto für Schriften, gedruckte Sachen mit schriftlichen Einschaltungen, Acten, Papiergeld, Staatspapiere und Dokumente wird in derselben Weise berechnet. Es ist hierbei gleichgültig, ob die Sendungen in Briefform oder in Packeten erfolgen."


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Paketbegleitbrief von Köln nach Siegburg aus dem Jahr 1867.
    Aufgabestempel Köln vom 16.3.1867. Der Stempel wurde zweimal aufgeschlagen.
    Unten der Ankunftsstempel von Siegburg vom 18.3.


    Der aufgeklebte Zettel mit der Nummer 579 ist für die korrekte Zuordnung des Briefes zum Paket, richtig?


    Hat der waagrechte rötliche Strich eine postalische Bedeutung? Links 17 Sgr. als Portokosten? War hier das Paket bereits mitinbegriffen?


    Es handelt sich um eine "königliche Dienstsache" - sind Dienstsachen nicht immer versandkostenfrei gewesen?


    Was bedeuten die rückseitige Zahl sowie der Stempel mit der 2?

  • Hallo Stefan


    das Paket wog 17 Loth.
    Der waagerechte Strich ist zur postalischen Behandlung angebracht worden. Vielfach werden Wertbeträge unterschrichen!
    Als königliche Dienstsache war das Paket hier portofrei zu versenden.


    Der Paketaufkleber bestand aus zwei Teilen: einem kleinen Abschnitt, welcher ab 01.01.1861 wenn möglich, vorderseitig auf dem Begleitbrief anzubringen war und einem großen Aufkleber, welcher auf dem dazugehörigen Brief kam. Damit war sicher gestellt, dass Paket + Brief zusammengehören. Auch die obrige Notierung gez: "B III 837 Siegburg" stand auf dem Paket.


    Der siegelseitige Rahmenstempel "2" stammt von der Kölner Packkammer und der Stempel von Siegburg vorderseitig diente hier zur Paketausgabe.


    Die siegelseitig Zahl 497 wird eine Kartierungsnummer sein.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf

  • Der waagerechte Strich ist zur postalischen Behandlung angebracht worden. Vielfach werden Wertbeträge unterschrichen!

    Wo ist diese Wertangabe denn zu finden, wenn der Strich lediglich eine Unterstreichung darstellen soll?
    Ich dachte bei diesem Strich erst an 1 Sgr. - aber diese Notierung wurde ja meistens vertikal angebracht und nicht horizontal.

    Beste Grüße,
    Stefan

  • Hallo Stefan,


    Dein Brief hat keine Wertangabe, ich denke, dass Ulf nur sagen wollte, dass häufig Wertangaben unterstrichen worden sind.
    Hier scheint die Signatur, mit der auch das Paket gekennzeichnet war, unterstrichen worden zu sein, wohl um dieses, bzw. den zugehörigen Begleitbrief später leichter zuordnen zu können.


    Viele Grüße


    kreuzer

  • Hallo Stefan,

    Wo ist diese Wertangabe denn zu finden, wenn der Strich lediglich eine Unterstreichung darstellen soll?
    Ich dachte bei diesem Strich erst an 1 Sgr. - aber diese Notierung wurde ja meistens vertikal angebracht und nicht horizontal.

    die Bezeichnung des Paketes durch den Absender wurde mit der auf dem Brief verglichen und dann abgestrichen. Man kann sich das als Eingangskontrolle vorstellen: Brief & Paket weisen identische Identifikationsbezeichnungen auf und sind bei Abholung klar zuzuordnen. Diese Bezeichnungen interessierten Absender und Empfänger.
    Die Nummernzettel - die die gleiche Aufgabe erfüllten - waren postalischer Natur und im weiteren Speditionsverlauf die zu beachtende ID.
    Der Empfänger wollte bei Abholung des Pakets das auf dem Brief bezeichnete Paket haben, die Klebezettel interessierten ihn wiederum nicht.


    Gruß
    Michael

    Mitglied im DASV - Internationale Vereinigung für Postgeschichte

  • Liebe Sammelfreunde


    nachfolgender Beleg war heute bei mir in der Post:
    Am 03.01.1854 in Magdeburg an den Superintendant D. Pflister in Heldrungen aufgegebenes Paket vom 9 Pfund 10 Loth. Die Entfernung zwischen MD-Heldungen beträgt knapp 13 Meilen. Nach Gewicht ergibt sich 1,5 Pfennige * 10 Pfund * 3 (10-15 Meilen) = 45 Pfennige = 3 3/4 Sgr. -> mindestens waren jedoch 4 Sgr. erforderlich, was somit auch angeschrieben wurde.


    Vorderseitig ist noch der Rahmenstempel C.No 1 abgeschlagen worden und stellt hier somit die bisher späteste reguläre Verwendung auf normalen Paketbegleitungen ohne Wert dar.


    Interessant ist noch der Inhalt:
    Darin befindet sich ein Posteinlieferungsschein für ein Wertbrief von 9/10 Zollloth mit 17 Thaler 28 Sgr. Courant, welcher eingeklebt wurde. Der Wertbrief, besser der Inhalt zeigt die Bezahlung der gesendeten Bücher. Etwas verwundert bin ich jedoch, dass 3 Sgr. Porto und nicht Franco für den Brief angeschrieben wurde.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf


    P.S. Ein D. Pflister habe ich nicht gefunden, aber einen Ernst Andreas Pfister, welcher zwischen 1846 - 1855 Pfarrer war.

  • Hallo Jørgen


    Das "C" steht für Colligirung.
    Verwendet wurden alle diese Stempel in MAgdeburg, als C1 bis C7, A1 bis A7, C.No1 bis C.No7 sowie A.No1 bis A.No7 ausschließlich für Pakete ohne Wertangabe. Die Stempel A.No6 und 7 sind fraglich, ob es diese überhaupt gegeben hat. Der Verwendungszeitraum umfaßt die Jahr 1837 bis eben Anfang 1854.


    Etwa ab 1856 (ist mir so bekannt) sind die beiden Stempel C.No5 und A.No5 möglicherweise nur im Transit noch verwendet worden. Jetzt allerdings bei Paketen mit Wertangabe! Allerdings kann ich nicht sagen wie lange, zumindesten bis Anfang der 1860er Jahre.
    Aus der Handvoll mir bekannter Belege, scheint C.No5 bei Aufgabe innerhalb Preussens und A.No5 bei der Aufgabe ausserhalb Preussens Verwendung gefunden zu haben.


    Mit freundlichem Sammlergruss


    Ulf