Sachsen - Frankreich Vorphila

  • Liebe Freunde,


    ich bin wahrlich kein Sachsenkenner, aber wieso wird ein mit 63 Neupfennigen taxierter Brief nach Strasbourg ohne französische Taxe zugestellt? 63 Decimes wird der Empfänger sicher nicht bezahlt haben. Übersehe ich hier etwas?


    Es ist nicht mein Brief, er wird derzeit in der Bucht angeboten.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Liebe Freunde,


    heute möchte ich einen Portobrief aus Dresden vom 26.5.1853 vorstellen, der nach Paris gehörte. Der Absender war nicht gewillt, etwas für ihn auszugeben, so dass er unfrankiert über die sächsische Bahnpst nach Frankfurt geleitet wurde. Frankfurt Erhielt ihn am 28.5. zukartiert und verschloss ihn mit anderen, gleichartigen Briefen. Das Frankfurter Briefpaket wurde der badischen Bahnpost via Darmstadt - Heidelberg - Karlsruhe - Kehl zuspediert. Baden übergab es den französischen Kollegen, welche TT für "Tour Tassis" und 8 Decimes stempelten, weil der Brief einfachen Gewichts war (bis 7,5g).


    Am 30.5.1853 erfolgte seine Auslieferung in Paris.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

  • Hallo Freunde


    Dieser Brief aus Leipzig lief in Mai 1811 nach damals französischen Firenze. Der Laufweg war dann Leipzig-Bayern-Verona-Milano-Firenze.
    Die Gültige Vertrage waren Bayern-Kgr.Italien von 1809 und Bayern-Kgr.Sachsen von 1810.


    Da es Franko Trento auf den Brief vermerkt ist, lässt sich schliessen dass der Brief bis bayerisch-italienische Grenze frankiert war. Somit hat Bayern für den Transit 16 Kreuzer Rh Vergütung bekommen. Der Transit durch Italien war für Briefe in Transit durch Italien und Frankreich für den Empfänger frei. Der Empfänger musste die französischen Gebühre mit 7 Decimes bezahlen.


    Ob ich alles bei die Vertrage richtig verstanden habe, weiss ich aber nicht ;)


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Nils,


    ich würde mich deiner Vermutung anschließen - aber wo steht das Teilfranko, das in Sachsen kassiert worden ist?


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Auf den Brief ist nichts vermerkt.
    Im § 7 ist es aber 16 Kreuzer nach Italien erwähnt, und Italien in dieser Zusammenhang heisst Italien auch die Briefe die Italien transitieren.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo Nils,


    dann hat man das eigene Franko und das Weiterfranko für Bayern nicht notiert? Ich muss mal auf frühe Sachsenbriefe ins Ausland achten, ob dort Frankoteile notiert wurden.


    Liebe Grüsse von bayern klassisch

    Liebe Grüsse vom Ralph


    Terret vulgus, nisi metuat. Tacitus

  • Hallo bayern klassisch


    Ich habe noch ein paar und schaue auch mal nach.
    Vielleicht hat auch Altsax hierzu etwas zu zeigen?



    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo die Runde


    Ich habe nur 3 Briefe aus dieser Zeit, aber keine zeigen die Transitegebühre an Bayern. Es war wohl auch nicht notwendig diese zu vermerken.


    Hier auf dieser Brief ist auf jeden Fall den totalen Franko bis Grenze vermerkt - 7 GuteGroschen auf dieser 8 Gram Brief.
    Dieser Brief lief nur wenige Tage nach der im Post 2 gezeigte Brief in 1811.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Hallo Freunde


    Hier zeige ich dann den dritten Brief aus Leipzig nach Firenze, auch Mai 1811 abgeschickt.


    Wieder lag der Brief in Frankreich in der 2. Gewichtsstufe und der Empfänger musste 11 Decimes bezahlen.


    Was der Absender hier bezahlt hat ist aber nicht vermerkt. Und auch nicht ein Bayerische Transitgebühr.
    Wenn diese drei Briefe gute Beispiele sind, war der bayerische Transitgebühr nicht auf diese Briefe nach südlichen Frankreich über Tirol laufende Briefe vermerkt geworden. Gern hätte ich aber einen Brief mit diesem Vermerk gesehen.


    Auf die Rückseite sieht man hier auch der Milano Ankunftsstempel was wohl nicht so oft auf die Transitbriefe zu sehen ist.


    Viele Grüsse
    Nils

  • Liebe Sammlerfreunde,


    hierzu folgender Brief:
    Brief aus Leipzig (Sachsen) vom 17. Oktober 1800 nach Hodimont
    (Batavische Republik - ab 1806 Königreich Holland), mit Leitver-
    merk "frc. Frankfurt" und Stempel "FRANCFORT PAR COLOGNE",
    also Frankfurt über Köln. Der Brief lief daher nicht durch Bayern.
    Der Empfänger bezahlte 40 Decimes. Zu den weiteren Taxierungen
    müssen sich die Experten äußern.


    Beste Grüße von VorphilaBayern


    [Beitrag mit den beiden folgenden Antworten dazu redaktionell verschoben]

  • Hallo VorphilaBayern


    Hodimont war nie einen Teil von weder Batavischen Republik noch Königreich Holland. Es war aber in Departement 96 in Frankreich.


    Zu die Taxierung bin ich etwas unsicher.


    Viele Grüsse
    Nils

    Der Unterschied zwischen Theorie und Praxis ist in der Praxis grösser als in der Theorie.

  • Hallo an die Sachsenspezialisten.
    Ich möchte euch einen Brief aus dem Jahr 1838 zeigen. Er lief von Großenhain (Grossenhayn) nach Frankreich, genauer nach Falaise im Département Calvados. Links unten eine rote 9, in der Mitte die rote 12 ist durchgestrichen, rechts oben die rote 13 ebenfalls durchgestrichen. Am oberen Rand eine 14 und franco. Dreimal der Stempel PP und ein schwer leserlicher runder roter Stempel. Rückseitig Ankunftsstempel Langannerie. Das ist auch schon alles, was ich dazu sagen kann, da mein Wissen in Bezug auf sächsische Postbeamte, Gebühren Taxen Leitwege eigentlich eine einzige große Lücke ist. Bin für jede Info dankbar
    MisterTP

  • Hallo MisterTP,
    leider sind mir die Taxen auf dem Brief absolut unverständlich. Aber ich bin Laie auf dem Gebiet.
    Ist der Brief von 1838 oder von 1832 ?
    Auf jedenfall fehlt mir ein Stempel. Entweder der TOUR-T. FORBACH, der 1838 eingeführt wurde oder davor der Allemangne par Forbach.
    Laut Vertrag mit Thurn und Taxis ( 1818 ) mussten alle Sächsischen Briefe nach Frankreich über Frankfurt am Main geleitet werden. Bezahlte Briefe erhielten dort das PP für Porto bezahlt. Ab 1835 musste das PP schon im sächsischen Postamt auf Briefe nach Frankreich abgeschlagen werden. Ab Frankfurt war der Leitweg nach Südfrankreich über Straßburg und nach Paris und dem Norden Frankreichs über Forbach. Der rote Stempel AED = AFFRANCHIE ETRANGER DESTINATION =Freigemacht aus dem Ausland bis zum Bestimmungsort ist sicher aus Forbach. Wenn 1838 war der TOUR-T. FORBACH noch nicht da oder er wurde vergessen.
    Die schwarze 14 ist die Manualnummer, unter der der Brief in die Begleitkarte eingetragen wurde.
    Eigentlich ist sicher. Großenhain-Dresden-Leipzig = 2 1/2 GG ( Gute groschen) oder wenn möglich Großenhain-Leipzig 1 1/2 GG.
    Leipzig -Frankfurt laut Beispielen von wissenden Spezialisten 5 GG für den einfachen Brief.
    Da passt nichts bei der Taxierung. 9 GG von Frankfurt nach Falaise könnte passen ( Paris meist 5 1/2), aber die 3 GG sind für Leipzig-Frankfurt zu wenig.
    Ich gebe auf, vielleicht meldet sich ein Wissender.
    Beste Grüße Bernd

  • Hallo Klesammler,
    kein Problem, im Bild siehst du den Anfang des Briefes. Habe jetzt nicht alles gescannt wegen der Bildgröße, aber es sind auch sonst weiter keine Datumsvermerke zu sehen. Der Brief ist leider in französisch geschrieben. Wahrscheinlich von einem Franzosen in Sachsen in die Heimat??.


    Hallo BaD,
    Danke für deine Ausführungen. Trotz vieler Fragezeichenweiß ich jetzt ein bisschen mehr, grade in Bezug auf die verschiedenen Stempel. Vielleicht gibt es ja noch weitere Erkenntnisse.
    Beste Grüße
    Torsten

  • Hallo Torsten,


    ich meine, das heißt (17 Aout)1832. Leider ist gerade die letzte Ziffer ziemlich verwurstelt. Das Schriftbild ist zwar recht schön, aber die Schrift ist trotzdem ziemlich schwer lesbar.


    beste Grüße


    Dieter

  • Liebe Sammlerfreunde,


    zur innersächsischen Taxierung kann ich eventuell etwas beitragen. Es galt die Taxordnung vom 01. April 1823. Danach wurden die Entfernungen in 7 Rayons eingeteilt. Grossenhain und Leipzig hatten einen direkten Kartenschluss und rechneten direkt miteinander ab. Die Entfernung betrug 10 1/2 Meilen (1 Meile = 9.062 m). Es fand hier noch der 2. Rayon (von 2 bis 10 Meilen) Anwendung und es wurde somit bis Leipzig 1 ggr fällig. Ich denke die gestrichene 13 stammt aus Grossenhain und die gestrichene 12 aus Leipzig.
    Wie BaD schon ausführlich schrieb wurden alle Briefe nach Frankreich über Leipzig (als Grenzpostamt) und Frankfurt a.M. spediert. Zumindestens bis Frankfurt waren 5 ggr franco Frankfurt zu zahlen. Somit sind bis dort 6 ggr fällig. Die passen aber nicht mit der 9 zusammen. Eventuell wurde ein anderer Weg ab Leipzig genutzt? Mir ist da nichts weiter bekannt.


    Mit lieben Sammlergrüßen


    Totalo-Flauti.

  • Hallo Freunde,
    ich habe lange im Forum gelesen, aber doch leider keine Antwort gefunden. Ich habe hier einen Brief, der am 28.Juni 1814 von Dresden nach Beaune /Frankreich geschickt wurde. Ich habe auch schon den Threat "Transit Bayern- Sachsen Frankreich" gelesen. Ich weiß leider nicht genau, ob mein Brief über Bayern lief. Daher zeige ich ihn hier.
    Links den Vermerk deute ich mit viel Fantasie für "Frankfurt", die rote 7 eventuell 7 groschen für Sachsen???. Der Empfänger musste 30 Decimen zahlen. Und dann gibt es noch den roten Transitstempel rechts oben. "R.N.4" den ich das erste mal sehe. Wo wurde der abgeschlagen?


    Alle Kinder haben Spielzeug zu Weihnachten bekommen, und schon hab ich etwas Ruhe für meine alten Briefe :thumbsup:
    beste Grüße
    Torsten